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Deutlicher Derbysieg für Kerzers

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Der FC Plaffeien hatte sich in der aktuellen Saison bisher äusserst schwergetan. Nur gerade sechs Punkte konnten die Sense-Oberländer in zehn Partien holen. Hauptgrund für diese ungenügende Ausbeute: die offensive Harmlosigkeit. Bloss neun Mal hatten die Plaffeier ins Schwarze getroffen. Alle Konkurrenten in der 2. Liga waren treffsicherer, was dazu führte, dass der FCP vor dem Deutschfreiburger Derby gegen den FC Kerzers auf dem 13. und somit zweitletzten Rang klassiert war. Zusätzlich drückte die 0:5-Klatsche aus der Vorwoche gegen den Leader Châtel-St-Denis auf die Moral. Die Sensler Supporter konnten vor dem Derby nur darauf hoffen, dass das prestigeträchtige Duell motivierend wirken und frische Energien im Kollektiv freisetzen würde. Zudem hatte sich die Kerzerser Defensive bisher alles andere als sattelfest präsentiert: Bereits 33 Mal musste Keeper Nicolas Haas den Ball aus dem Netz holen, so häufig wie kein anderer 2.-Liga-Keeper.

Haas und Schlapbach zaubern

Die erste nennenswerte Szene des frisch angepfiffenen Duells am Samstagabend gehörte dann auch gleich dem Kerzerser Schlussmann: Plaffeiens Fisnik Pajaziti kam alleine zum Abschluss, sah diesen aber äusserst reflexstark von Haas pariert (14.). Den Nachschuss setzte der Sensler Mittelstürmer übers Tor. Das Derby bot dem Publikum in dieser frühen Phase alles, gleich die nächste Szene auf der Gegenseite lieferte das Highlight des Abends: Routinier Yves Schlapbach war auf rechts durchgebrochen und sah, dass FCP-Keeper Christian Piller etwas weit vor seinem Kasten stand. Daraufhin versorgte er den Ball aus grosser Distanz und schwierigem Winkel im Tor (16.). «Ich habe ihn gefragt: Diesen Schuss wollte er genau so ins lange Eck befördern», so Kerzers-Trainer Marc Flühmann nach dem Schlusspfiff zum Führungstreffer.

Die Hausherren blieben weiterhin am Drücker und erhöhten das Skore noch vor Ablauf einer halben Stunde. Diesmal legte Schlapbach uneigennützig quer und Marem Ajdaroski schoss eiskalt ein (29.). Der FC Plaffeien konnte sich nur punktuell befreien, der Druck der Seeländer blieb hoch. Das zeitigte schon bald eine weitere gravierende Konsequenz: In der 40. Minute wusste sich Innenverteidiger Emilio Sandmeier als letzter Mann nur noch mit einer Notbremse zu helfen und wurde von Spielleiter Denis Masset glatt mit Rot vom Platz gestellt.

Gnadenlose Kerzerser

Nicht nur der Zwei-Tore-Rückstand und der Platzverweis machten die Situation für die Gäste äusserst delikat und anspruchsvoll. Während der Woche hatte man sich im Oberland auch noch von Trainer Stefan Sojcic getrennt und wurde nun vorerst interimsweise vom früheren Assistenten Bojan Dietrich gecoacht. «Der neue Trainer steht schon fest, ich kann aber Stand jetzt noch nichts zu dieser Personalie sagen», liess Captain Nathanael Cardinaux nach Spielschluss verlauten.

Umso höher ist es den Plaffeiern anzurechnen, dass sie derart engagiert aus der Kabine kamen und ihre beste Phase zeigten. Pajaziti krönte die Druckphase schon bald mit dem Anschlusstreffer (54.). Das Heimteam schaltete aber sofort ein paar Gänge höher und stürmte entschlossen nach vorne. Die Versuche von Michael Etter (56.) und Colin Rytz (57.) führten noch nicht zum Ziel. Als dann aber ein Rückpass der Gästeverteidigung zu kurz geriet, war FCK-Captain Kevin Hubacher zur Stelle und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (58.).

Nach dieser gnadenlosen und unmittelbaren Reaktion der Seeländer war das Spiel entschieden. Erneut Ajdaroski nach eigener gekonnter Körpertäuschung und massgeschneiderter Vorlage des eingewechselten Simon Guggisberg (69.) und Ivo Gonçalves Rodrigues mit seinem ersten 2. Liga-Tor (79.) machten den 5:1-Derbysieg des FC Kerzers perfekt. «Ich bin froh, wenn das Spektakel mal zu unseren Gunsten ausgeht», sagte Marc Flühmann mit dem Gedanken an Partien wie diejenigen gegen Ueberstorf (0:4) oder Belfaux (4:7). Anders klang es beim ernüchterten Plaffeier Captain Nathanael Cardinaux: «Bei uns ist momentan der Wurm drin und auch heute mussten wir Nackenschlag nach Nackenschlag einstecken.»

Telegramm

Kerzers – Plaffeien 5:1 (2:0)

Erli. – 149 Zuschauer. – SR: Denis Masset. –

Tore: 16. Schlapbach 1:0. 29. Ajdaroski 2:0. 54. Pajaziti 2:1. 58. Hubacher 3:1. 69. Ajdaroski 4:1. 79. Gonçalves Rodrigues 5:1.

FC Kerzers: Haas; Schwander, M. Etter, Gonçalves Rodrigues, Willa (81. Hirschi); Gonçalves Leite (87. Miftaroski), Hubacher, Schlapbach, Rytz (60. Guggisberg); Ajdaroski, Boschung (71. Azizi).

FC Plaffeien: C. Piller, R. Schafer (79. Grossrieder), Cardinaux, Sandmeier, A. Schafer; Rotzetter (61. Brügger), Messerli, Sommer; Rappo (79. Dähler), Pajaziti (79. Ellena), D. Piller (81. Zbinden).

Bemerkungen: Kerzers ohne Deutsch, Stoll, Anderegg, Schmidiger, Schwab und Weber (alle verletzt), Cloux (gesperrt) sowie Rostetter (Militär). – Plaffeien ohne Wider und Heimo (beide verletzt), Fasel (krank), Vonlanthen (Militär) sowie Schwartz (abwesend). – 40. Rote Karte Sandmeier.

2. Liga. Die weiteren Resultate: Sarine-Ouest – Ursy 2:2. Châtel-St-Denis – Gumefens/Sorens 3:0. Siviriez – Belfaux 2:3. Schönberg – Haute-Gruyère 0:3.

Die Tabelle der 2. Liga

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