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«Die Elternbildung Deutschfreiburg hatte in Tabu-Themen die Nase vorn»

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Autor: Karin Aebischer

Das Interesse am Thema Erziehung ist nicht geringer als vor 42 Jahren, als der Verein Elternbildung Deutschfreiburg gegründet wurde. Das Angebot hingegen hat sich seither diversifiziert. An einer ausserordentlichen Generalversammlung hat der dreiköpfige Vorstand der Elternbildung Deutschfreiburg beschlossen, den Verein aufzulösen. «Es war ein schwieriger Schritt», sagt die Präsidentin Barbara Schaller im Gespräch mit den FN. Zusammen mit Antonia Zurbriggen, einer der acht ehemaligen Vereinspräsidentinnen und -präsidenten, wirft sie einen Blick zurück und erläutert die Gründe der Vereinsauflösung.

Barbara Schaller, weshalb hat der Verein Elternbildung Deutschfreiburg beschlossen, sich nach 42 Jahren aufzulösen?

Die Auflösung geht auf eine längere Entwicklung zurück. In den vergangenen drei bis vier Jahren ist das Interesse an den Kursen sehr stark zurückgegangen. Die Anmeldungen für die Kurse, die sonst am Morgen nach der Ausschreibung bereits ausverkauft waren, blieben aus. Wir dachten, es liege vielleicht daran, dass wir das Programm jeweils im Herbst herausgaben, und wechselten auf Januar. Doch auch das nützte nichts. Hinzu kam, dass sich niemand mehr finden liess, der sich im Vorstand engagieren wollte. Zuletzt waren wir nur noch drei von anfangs sieben Vorstandsmitgliedern.

Wieso blieben die Anmeldungen für die Kurse aus?

Barbara Schaller: Zum einen kamen wir nicht mehr richtig an die Leute ran. Früher durften wir an den Schulen unsere Broschüren verteilen, die dann Schülerinnen und Schülern mit nach Hause gegeben wurden. Dies war zuletzt nicht mehr überall möglich. Auch die Mitglieder haben sich schon länger nicht mehr erneuert. Zum anderen sind wir heute längst nicht mehr die einzigen Anbieter auf dem Markt.

Antonia Zurbriggen: Heute stehen Rat oder Informationen suchenden Eltern viele spezialisierte Einrichtungen offen. Sogar Institute der Universität bieten Paar- und Elternbildungs-Kurse an, was früher nicht denkbar war. Es gibt Kleinkindertreffs, wo Eltern und Fachkräfte eins zu eins zusammenarbeiten, und für fast jedes Problem eine Beratungsstelle. Erfreulich ist auch, dass Erziehungsthemen heute frei Haus geliefert werden: über Radio, Fernsehen und Zeitungen. In den Medien waren sie früher kaum präsent. Auch die Schule beschäftigt sich als wichtiger Teil des Themas – gerade im Austausch mit Eltern – heute mit allgemeinen pädagogischen Fragen.

Das Bedürfnis der Eltern ist also immer noch da.

Barbara Schaller: Die Eltern wollen sich über Erziehungsthemen informieren. Sie wollen dies aber heute nicht mehr in Form eines Kursbesuches tun, sondern dann, wenn sie Zeit und Lust dazu haben.

Was hinterlässt die Elternbildung Deutschfreiburg für eine Lücke?

Antonia Zurbriggen: Ich bin mir nicht sicher, ob der Verein eine Lücke hinterlässt. Die Welt, die die Elternbildung hervorgebracht hat, ist in Sachen Angebot und Bedürfnislage nicht mehr dieselbe. Es ist legitim, dass eine Vereinigung sagt, sie habe ihre Arbeit getan. Dies darf sie mit gutem Gewissen tun. Gute Projekte haben einen Anfang und ein Ende.

Was hat die Elternbildung Deutschfreiburg erreicht?

Antonia Zurbriggen: Die Vereinigung hat im Bereich Erziehung durch Tausende von Stunden Freiwilligenarbeit viele Anstösse gegeben, deren Wirkung gar nicht messbar ist. Zur Zeit der Vereinsgründung wurde Erziehung wenig reflektiert. Die Elternbildung hat immer wieder unbequeme Themen aufgegriffen, die aufrütteln sollten. In Tabu-Themen, wie beispielsweise schon ganz früh in der Drogenprävention, hatte sie die Nase vorn. Die Elternbildung war auch einer der ersten Vereine, die sich gemäss Statuten als «konfessionell neutral» bezeichneten.

Sie hatte Modellcharakter für die Entwicklung der Erwachsenenbildung im Kanton. Aufgrund ihrer stetigen Arbeit kam sie in den Genuss eines kantonalen Beitrags. Aus dem Wenigen hat sie immer viel gemacht.

Barbara Schaller: Die Elternbildung war mit den verschiedensten Vereinen und Institutionen vernetzt und war nie an eine Gemeinde gebunden, sondern band ganz Deutschfreiburg mit ein. Überall, wo es nötig war, haben wir den Kontakt gesucht und uns eingesetzt.

Kurse:

Von der Kinderzeichnung zum Triple-P

Entwicklungspsychologische Fragestellungen waren bei der Elternbildung Deutschfreiburg stets grundlegend. Das Kursangebot war vielfältig: Vom theoretischen Kurs «Wie gehe ich mit meinem Kind (in einer bestimmten Phase) um?» oder «Wie reagiere ich auf eine Kinderzeichnung?» bis zu aktiveren Kursangeboten wie Eltern-Kind-Klettern, Kanufahren oder gemeinsamem Backen. «Die Themen folgten zusehends einem Trend zum konkreten Event», sagt die ehemalige Vereinspräsidentin Antonia Zurbriggen. In den vergangenen Jahren waren im Sinn eigentlicher Bildungsangebote gemäss Präsidentin Barbara Schaller standardisierte Erziehungsprogramme wie Triple-P, Step oder das Gordon-Training gefragt.ak

Barbara Schaller (l.) aus Schmitten war die letzte Präsidentin der Elternbildung Deutschfreiburg. Antonia Zurbriggen (r.) präsidierte den Verein von 1985 bis 1989 und war insgesamt acht Jahre im Vorstand.Bild Corinne Aeberhard

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