Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Die Hausaufgaben gemacht»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Auf den ersten Blick wirkt dieser Ort kaum wie ein einladender Campingplatz. Ein über zwei Meter hoher, oben abgeschrägter Gitterzaun umgibt das 6000 Quadratmeter grosse Gelände auf dem Rastplatz La Joux-des-Ponts an der Autobahn A 12. Am Eingang ein Schlagbaum, eine Kamera und ein Lichtmast. Die Toiletten aus massivem Beton sind türkisch, ohne Türen und ohne Dach. Es heisst, dies entspreche der Kultur derjenigen, für die dieser Ort bestimmt ist. Duschen gibt es gar keine. Hinein- und hinausgelassen wird man nur von der Gendarmerie, die mit einem Streifenwagen vorbeikommt, sobald sich jemand an- oder abgemeldet hat oder auf der Überwachungskamera sichtbar wird. Dazu der Strassenlärm von der Autobahn …

Und doch darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich hier viel Mühe gegeben hat und etwas Wegweisendes entstanden ist, das sowohl den Bedürfnissen der Fahrenden als auch denjenigen der Bevölkerung Rechnung trägt: der erst dritte offizielle Rastplatz für Fahrende in der Romandie – nach denjenigen in Marti­gny und in Rennaz. Immerhin 2,5 Millionen Franken hat er gekostet. Ein Jahr dauerte die Bauzeit. Daran beteiligt waren die kantonale Sicherheits- und Justizdirektion ebenso wie die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion und das eidgenössische Bundesamt für Strassen (Astra). 700 000 Franken hat der Kanton Freiburg als pauschale Abgeltung beigesteuert, der Rest der Kosten übernahm der Bund.

20 Franken pro Tag

Der komplett umgebaute, alpenseitige Rastplatz La Joux-des-Ponts in Fahrtrichtung Freiburg steht ab heute sowohl Lastwagenfahrern als auch Fahrenden zur Verfügung. Ein Sektor mit sechs Ausstellplätzen wird während des ganzen Jahres ausschliesslich den Lastwagen zur Verfügung stehen. Der zweite Sektor wird von März bis Oktober den Wohnwagen von Fahrenden – von denen maximal 40 Platz haben – zur Verfügung stehen. Von November bis Februar ist auch dieser Teil ausschliesslich für Lastwagen reserviert.

Der Zugang erfolgt allein über die Autobahn, so dass die Kantonspolizei die Bewegungen der Wohnwagen effizienter kontrollieren kann. Denn es obliegt der Polizei, die Nutzung durch die Fahrenden zu verwalten und sicherzustellen, dass deren Rastplatz in einem guten Zustand bleibt. Für den Rest der Anlage bleibt das Astra verantwortlich. Die Benutzung durch die Fahrenden bleibt auf sieben Tage beschränkt und kostet 20 Franken pro Wohnwagen und Tag. Darin inbegriffen sind Wasser, Elektrizität und die Abfallentsorgung. Die Wohnwagen können auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern abgestellt werden.

Gestern wurde der Rastplatz an einer Pressekonferenz den Journalisten präsentiert. Dabei gab sich Staatsratspräsident Maurice Ropraz (FDP) ebenso die Ehre wie Staatsrat Jean-François Steiert (SP), Philippe Allain, Chef der Gendarmerie, und Astra-Vizedirektor Jean-Bernard Duchoud.

«Toleranz ermöglicht Friede»

«Der Kanton Freiburg hat seine Hausaufgaben gemacht», sagte Maurice Ropraz. «Dieser offizielle Rastplatz entspricht den Forderungen des Bundes und der anderen Kantone.» Nach einer längeren Vorgeschichte (siehe Kasten) sei der Platz, der ihn politisch schon seit 16 Jahren beschäftigt habe, nun endlich fertig geworden. Ursprünglich habe man zwei mögliche Standorte ins Auge gefasst, in Sâles und in Granges-Paccot. Schliesslich habe man sich aber auf Sâles geeinigt. «Sowohl in finanzieller als auch in technischer Hinsicht war dies ein äusserst komplexes Projekt», so Ropraz weiter. Vor allem habe man auch den Respekt für die Lebensweise der Fahrenden mit den Bedürfnissen der Umwelt unter einen Hut bringen müssen.

Mit diesem Rastplatz beweise man auch, dass Fahrende im Kanton willkommen seien. Es sei aber nicht verboten, dass Privatpersonen den Fahrenden weiterhin Rastplätze auf ihren privaten Grundstücken zubilligten – solange die polizeilichen Vorgaben erfüllt würden. So bleibe die Aufenthaltsdauer auf solchen privaten Grundstücken weiterhin auf fünf Tage beschränkt.

Staatsrat Jean-François Steiert zitierte seinerseits den ehemaligen Uno-Generalsekretär Kofi Annan mit den Worten: «Toleranz ist eine Tugend, die Friede möglich macht.» Solche Rastplätze seien auch Orte des Kulturaustauschs, so Steiert. Die anfängliche Idee, den Rastplatz auf der Juraseite in Fahrt­richtung Lausanne einzurichten, habe man aus technischen Gründen fallengelassen. Der Platz stehe allen Fahrenden offen. Er glaube allerdings, dass sich eher Roma und Sinti auf der Durchreise dafür interessieren würden als Schweizer Jenische, die in der Regel bereits ihre Plätze hätten.

Erfahrungen sammeln

Für Gendarmerie-Chef Phi­lip­pe Allain gilt es nun erst einmal, mit diesem Platz entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Erst in einem halben Jahr, wenn die erste Sommersaison vorüber ist, könne man eine erste Bilanz ziehen.

Astra-Vizedirektor Jean-Bernard Duchoud verwies seinerseits darauf, dass der vergrösserte Platz nicht nur den Fahrenden, sondern auch mehr Lastwagenchauffeuren zur Verfügung stehe. Somit vermeide man, dass sie einen Rastplatz auf sekundären Strassen suchen würden, was wiederum der Umwelt zugutekomme.

Und es gehe noch weiter in La Joux-des-Ponts: Im Jahr 2018 würde man auch den Rastplatz auf der gegenüberliegenden Juraseite in Fahrtrichtung Lausanne für 44 Lastwagen ausbauen. Die Inbetriebnahme sei für den Frühling oder den Sommer des kommenden Jahres geplant.

Vorgeschichte

Seit nunmehr neun Jahren ein Thema

2008 erwägte die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) die Möglichkeit, den Autobahnrastplatz La Joux-des-Ponts so umzubauen, dass auch Fahrende dort einen Rastplatz finden. Im Dezember desselben Jahres erklärte der Grosse Rat einen dringlichen Auftrag erheblich, mit dem der Staatsrat aufgefordert wurde, einen Durchgangsplatz an einem einzigen Standort zu schaffen. 2009 reichte der damalige Solothurner Ständerat Rolf Büttiker (FDP) ein Postulat ein, in dem mehr Lastwagenausstellplätze entlang der Nationalstrassen und im urbanen Raum verlangt wurden. 2011 beantragte der Bundesrat die Annahme des Postulats und unterstützte den Vorschlag der RUBD. Im vergangenen Jahr begannen in La Joux-des-Ponts die Umbauarbeiten.

jcg

Meistgelesen