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Die «Schmerzgrenze» ist erreicht

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Autor: Pascale Hofmeier

Im Gemeinderat St. Silvester scheinen alte Gräben aufzubrechen. Nur zwei Monate nach den Wahlen und wenige Wochen nach der Konstituierung ist Chantal Makiol (Freie Bürger) letzte Woche überraschend aus dem Rat zurückgetreten. Heute werden die Einwohnerinnen und Einwohner mit einem Flugblatt offiziell über den Wechsel informiert. «Mein Rücktritt war keine Kurzschlusshandlung», sagt Chantal Makiol auf Anfrage.

Kommissionswahl ist Grund

Nach den Wahlen habe sie sich auf die neuen «Machtverhältnisse» vorbereitet und sich eine «Schmerzgrenze» gesetzt. «Dieser Punkt war nun bereits nach der zweiten Sitzung erreicht.» Seit den Wahlen hat die CVP/FDP mit vier Ratsmitgliedern die Mehrheit gegenüber den drei Mitgliedern der Freien Bürger. Letztere haben mit der Neukonstituierung das Amt des Ammanns verloren. Das Vizepräsidium hat ebenfalls die CVP/FDP inne.

Ihre Demission begründet Chantal Makiol mit der Wahl der Schulkommission. Für die vierköpfige Kommission hätten sich drei Bisherige und sieben Neue zur Verfügung gestellt. Gewählt wurden vier Neue.

Verschiedene Ansichten

Die Wahrnehmungen, wie die Wahl verlaufen ist, könnten unterschiedlicher nicht sein. Chantal Makiol, zuständig für das Ressort Schulen, hat den Eindruck, es hätten im Vorfeld Absprachen unter den Gemeinderatsmitgliedern der CVP/FDP stattgefunden: «Man hat mir eine völlig neue Schulkommission vor die Nase gesetzt.» Sie habe nichts gegen die Neugewählten, betont Makiol. «Aber das Vorgehen, dass kein Bisheriger berücksichtigt wurde, das ist nicht in Ordnung.» Sie könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass «nach eigenen Interessen» politisiert werde, statt nach Kompromissen und damit nach dem Besten für die Bürger zu suchen.

«Viele Kandidaten»

Ammann Alexander Kolly (FDP/CVP) sieht dies anders: «Es war eine Wahl mit vielen Kandidaten, in der leider nicht alle berücksichtigt werden konnten.» Er bedaure Chantal Makiols Rücktritt. Die Frage, inwiefern sich das Ereignis auf die künftige Arbeit im Gemeinderat auswirken wird, beantwortete Kolly mit: «Wir nehmen das zur Kenntnis. Es ist sicher nicht das Ziel, eine Partei gegen die andere auszuspielen. Das Ziel im Rat ist es, einen Konsens zu finden.» Er sei davon überzeugt, dass eine Polarisierung kontraproduktiv sei.

Nachfolger Nummer zwei

Dass Chantal Makiol den Rücktritt nicht im Affekt beschlossen hat, bestätigt auch Marcel Gugler, ehemaliger Ammann, Ratskollege und Mitglied der Freien Bürger: «Wir, die drei Gewählten unserer Gruppierung, haben diesen Weg besprochen.» Zwar bedauerten die Freien Bürger Chantal Makiols Schritt sehr. Aber: «Wir verstehen sie voll und ganz und stehen hinter ihrem Entscheid.»

Ob es seitens der Freien Bürger zu weiteren Rücktritten kommen werde, könne er nicht abschätzen, sagt Marcel Gugler. «Aber die Stimmung hat sich schon stark verändert. Der Fakt, dass es eine Vier-zu-drei-Polarisierung gibt, wird sämtliche Entscheide stark beeinflussen.» Er hoffe, dass die «Mehrheit» ihre Rolle nochmals überdenken und statt auf Machtansprüche durch Mehrheit zu sachpolitischen Entscheiden zurückfinden werde.

Chantal Makiols Nachfolge wird über die Liste der nicht gewählten Freien Bürger geregelt. Der erste Reservemann, Emmanuel Buntschu, hat das Amt abgelehnt. Zweiter auf der Liste ist Alexander Reidy. «Er muss noch vereidigt werden», sagt Marcel Gugler.

Im Gemeinderat von St. Silvester ist kurz nach der Konstituierung der erste Konflikt offen ausgebrochen.Bild Aldo Ellena/a

Sitzverteilung:Das Zünglein an der Waage

Mit den Gemeinderatswahlen im März ging das Zünglein an der Waage zwischen der CVP/FDP und den Freien Bürgern verloren: Der «Unabhängige» Joseph Schuler wurde nicht wiedergewählt. Sein Sitz ging an die CVP/FDP, die nun vier von sieben Gemeinderäten stellt. Sie beansprucht nun das Amt des Ammanns und des Vize-Ammanns. Vorher stellten die Freien Bürger mit Marcel Gugler den Ammann.hpa

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