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Die stille Arbeiterin im Hintergrund

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Auf die Frage nach den Stammspielerinnen von Volley Düdingen fällt wohl den meisten Sabel Moffett, das Energiebündel mit den Duracell-Batterien, ein. Passeuse Kristel Marbach natürlich auch. Und sonst? Topskorerin Danille Harbin? Klar. Libera Thays Deprati? Logisch. Kämpferherz Kerley Becker? Selbstverständlich. Aber wer erinnert sich spontan an die starken Leistungen von Inès Granvorka? Die 26-jährige Waadtländerin ist eine jener Spielerinnen, die selten im Rampenlicht stehen. Bei den Power Cats erledigt sie die defensive Arbeit – die unspektakuläre. Sie ackert im Hinterfeld, verteidigt und wehrt Bälle ab. Doch so unscheinbar Granvorka auf dem Platz wirkt, so gross ist ihr Einfluss. Sie sorgt dafür, dass sich ihre Teamkolleginnen in der Offensive in Szene setzen können.

«Inès ist eine sehr wertvolle Spielerin», windet Trainer Dario Bettello seiner Aussenangreiferin ein Kränzchen. «Sie ist sehr stark in der Verteidigung und in der Annahme. Im Team sorgt sie für das wichtige Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive.»

Gute Volleyball-Gene

Das volleyballerische Talent wurde Inès Granvorka sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Ihr Vater Séverin Granvorka, ein Franzose, spielte in den 1970er-Jahren über 200 Mal für die Grande Nation. Von 1980 bis 1983 war er in seiner Heimat Coach des Frauen-Nationalteams; von 2006 bis 2010 war er Trainer der Schweizerinnen. Auch Mutter Mireille (Cuendet) war in den 80er-Jahren eine bekannte und erfolgreiche Spielerin, die insgesamt 163 Mal für das Schweizer Nationalteam auflief.

Die Liebe zum Volleyball entflammte allerdings erst spät. Inès Granvorka war seit jeher sehr vielseitig interessiert. Als sie dreizehn war, hatte sie parallel zum Volleyball auch Eiskunstlaufen, Zirkusakrobatik und Tennis gemacht sowie Klavier gespielt. «Für Volleyball habe ich mich schliesslich entschieden, weil es ein Teamsport ist», erklärt das Bewegungstalent.

«Bei Volero habe ich realisiert, dass sich mein Traum von einer Karriere im Ausland nie erfüllen wird.»

 

Von da an ging alles schnell. Über den VBC Cossonay fand die Waadtländerin zum VBC Cheseaux, wo sie in der Saison 2009/10 als 18-Jährige ihre ersten Auftritte in der NLA hatte. Ein Jahr später schaffte sie bereits den Sprung zum grossen Volero Zürich – und wurde mit 19 Jahren Profi. Sechs Meistertitel und ebenso viele Cupfinals feierte die 179 cm grosse Aussenangreiferin mit dem Liga-Krösus.

Studium statt Profikarriere

Nach sechs Jahren in Zürich entschied sich Granvorka, Volero zu verlassen. Freiwillig gab sie ihr Leben als Profi, von dem zahlreiche junge Volleyballerinnen träumen, auf. «Bei Volero habe ich realisiert, dass ich nie das Niveau der Weltklassespielerinnen erreichen würde, mit denen ich im Team war. Mir wurde bewusst, dass sich mein Traum von einer Karriere im Ausland nie erfüllen und ich mit Volleyball nie viel Geld verdienen werde. Warum also weiter Profi sein?»

Granvorka wollte stattdessen ein Studium in Angriff nehmen, wieder Zeit für ein Sozialleben, Freunde und Unterhaltung haben. Sie trat aus dem Schweizer Nationalteam zurück und suchte sich einen Verein, bei dem sie Sport und Ausbildung verbinden konnte. So landete sie bei Volley Düdingen und schrieb sich an der Uni Freiburg für einen Lehrgang in Anthropologie (Menschenkunde) und Psychologie ein.

«Ich würde in jedem Spiel gerne 20 Angriffspunkte machen, aber das ist nun mal nicht meine Stärke.»

 

Mit dem Wechsel zu den Power Cats änderte sich die sportliche Rolle von Granvorka: Im Zürcher Weltstarensemble war sie in erster Linie eine der zwei «Quotenschweizerinnen», die gemäss Reglement in jedem NLA-Spiel auf dem Platz stehen müssen. Einfluss aufs Spiel hatte die Waadtländerin, die fast perfekt Deutsch spricht, kaum. In Düdingen ist das ganz anders. Da nimmt sie als Stammspielerin eine tragende Rolle ein – wenn auch eine im Hintergrund. «Natürlich würde ich gerne in jedem Spiel 20 Angriffspunkte machen, aber das ist nun mal nicht meine Stärke. Andere wie Danielle Harbin können das besser.» Obwohl Granvorka weniger Angriffsbälle erhält als etwa die Topskorerin, bringt sie es pro Spiel jeweils auf acht bis zehn Punkte.

Die Ruhe in Person

Mit ihrer Rolle abseits des Rampenlichts kann die 26-Jährige gut leben. «Ich bin eine eher ruhige Person und rede nicht so gerne in der Öffentlichkeit. Insofern passt das schon, wenn andere im Rampenlicht stehen. Es reicht, wenn die richtigen Leute meine Leistung wahrnehmen.»

Bescheidenheit, Vielseitigkeit und Engagement – das sind Werte, die Granvorka auszeichnen. Und ihre unerschütterliche Gelassenheit. Auf und neben dem Feld bleibt sie immer ruhig und locker, selbst wenn es mal nicht wie gewünscht läuft.

Ihre Qualitäten will der Lockenkopf nicht nur in der heute beginnenden Halbfinal-Serie gegen Aesch-Pfeffingen und in einem allfälligen Playoff-Final für die Power Cats in die Waagschale werfen, sondern auch darüber hinaus. Bezüglich Vertragsverlängerung für nächste Saison sind sich Düdingen und Inès Granvorka im Prinzip einig – es fehlt nur noch die Unterschrift auf dem Dokument.

Playoff-Halbfinal

Im Playoff-Viertelfinal gegen Lugano war der TS Volley Düdingen kaum gefordert worden und hatte sich in der Best-of-3-Serie mit 2:0 locker durchgesetzt. Im Halbfinal wartet nun mit Sm’Aesch-Pfeffingen ein ganz anderes Kaliber auf die Power Cats. Das Team aus dem Baselland lag quasi während der ganze NLA-Meisterschaft an der Tabellenspitze, ehe es in der letzten Qualifikationsrunde noch auf Rang zwei abrutschte.

«Müssen Geduld haben»

Von den drei Begegnungen gegen Düdingen hat Aesch-Pfeffingen in dieser Saison zwei (3:2, 3:1) gewonnen. «Aesch-Pfeffingen ist ein Team, das sehr gut serviert und verteidigt. Im Angriff macht es wenig Fehler», weiss Düdingens Trainer Dario Bettello um die Gefährlichkeit des Gegners, dem man heute (20 Uhr, Sporthalle Leimacker) gegenübersteht. «Für uns bedeutet dies, dass wir variantenreich angreifen müssen. Dadurch fällt es dem Gegner schwer, sich auf uns einzustellen. Zudem müssen wir im Angriff geduldig sein. Wenn sie zwei-, dreimal verteidigen, dürfen wir nicht die Brechstange auspacken.» Man müsse ruhig bleiben und auf die Chance zum Abschluss warten.

Beim letzten Aufeinandertreffen mit Aesch-Pfeffingen haben die Düdingerinnen dieses Geduldspiel gut umgesetzt. 3:1 gewannen sie und stürzten dadurch Andi Vollmer und sein Team in der letzten Meisterschaftsrunde vom NLA-Leaderthron. Volero Zürich schnappte sich auf der Zielgeraden noch den Qualifikationssieg. Schon allein deshalb brennen die Baslerinnen heute auf Revanche. «Ich erwarte eine interessante und umkämpfte Serie», sagt Bettello. «Aesch ist sicherlich Favorit, schliesslich hat es in dieser Saison zweimal gegen uns gewonnen. Die Spiele waren aber alle sehr umkämpft. Wir haben durchaus Chancen.»

Ein kleiner Vorteil sieht Bettello darin, dass sein Team in der Best-of-3-Serie zuerst zu Hause antreten kann. «Wenn wir unser Heimspiel gewinnen, steht Aesch in den folgenden zwei Partien vor eigenem Anhang enorm unter Druck.»

Keine Schokohasen

Ihren letzten Ernstkampf hatten die Düdingerinnen vor zehn Tagen gegen Lugano bestritten. «Das ist schon eine ganze Weile her. Wir mussten dafür sorgen, dass wir im Wettkampfmodus bleiben.» Deshalb haben die Power Cats übers Osterwochenende fleissig trainiert. «Am Samstag hatte das Team frei, an Ostersonntag und -montag standen wir aber selbstverständlich auf dem Platz», sagt Bettello. Das Team habe zusammen einen Osterbrunch genossen. «Ostereier und Schokohasen waren für die Spielerinnen aber tabu», scherzt der 49-Jährige. «Alle Spielerinnen sind fit und voller Selbstvertrauen. Wir sind bereit.»

 

Nationalliga A. Playoff-Halbfinal (best of 3). 1. Spiel: Düdingen – Aesch-Pfeffingen heute 20.00 (Leimacker). 2. Spiel: Aesch-Pfeffingen – Düdingen Sa. 17.00. Ev. 3. Spiel: Aesch-Pfeffingen – Düdingen So. 17.00.

 

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