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«Diese Zeit werde ich nie vergessen»

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Mark Streit im Gottéron-Trikot–ein Anblick, der jeden Freiburger Fan entzückt. Der 36-Jährige ist wohl der beste Schweizer Eishockey-Spieler aller Zeiten. Acht Saisons hat er bereits in der NHL absolviert, dabei 344 Punkte in 598 Spielen gesammelt–als Verteidiger wohlgemerkt. Letztes Jahr hat er bei den Philadelphia Flyers einen Vierjahresvertrag über 21 Millionen Dollar unterschrieben, wodurch er der bestbezahlte Schweizer Mannschaftssportler überhaupt ist. Leider für die Freiburger Fans war es deshalb nur Gottérons Trainings-Trikot, das Streit gestern trug.

«Sehr froh und dankbar»

Der NHL-Star absolviert einige Trainings mit Gottéron, weil er beim SC Bern, wo er sich in den letzten Jahren jeweils auf die Saison in Übersee vorbereitet hatte, wie auch andere NHL-Spieler nicht mehr erwünscht ist. «Aus ihrer Sicht wären sonst zu viele Spieler auf dem Eis gestanden. Ich habe Verständnis dafür. Der SCB hat ein schwieriges Jahr hinter sich und will unbedingt gut in die Saison starten», erklärte Streit gestern nach seinem ersten Training im St. Leonhard. «Gleichzeitig will ich mich natürlich bestmöglich auf die Saison vorbereiten. Deshalb hab ich letzte Woche Hans (Kossmann) angerufen und mich sehr über seine Flexibilität gefreut. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich in Freiburg mittrainieren kann.» Heute wird Streit erneut im St. Leonhard auf dem Eis stehen. Danach steht Gottéron erst einmal bei den Hockeyades in Le Sentier im Einsatz. «Ich werde mit Hans schauen, wie es für die nächsten Wochen aussieht. Ich hoffe auf weitere Trainings in Freiburg. Gleichzeitig will ich aber, dass es auch für Freiburg in Ordnung ist und sich der Club optimal vorbereiten kann», so Streit, der zudem das eine oder andere Training mit den SCL Tigers absolvieren wird.

Viel Eigenverantwortung

NHL-Spieler sind im Sommer Einzelkämpfer. Wenn Mitte September in der besten Liga der Welt das Eistraining beginnt, erwarten die Clubs von ihren Spielern, dass sie topfit anreisen. Wie sie das anstellen, ist ihnen egal. Bereits am 9. Oktober beginnt kurz darauf die Meisterschaft. Die Selbstverantwortung ist also deutlich grösser als beispielsweise für die Spieler der Schweizer Liga, in der Streit immerhin bis im Alter von 27 Jahren im Einsatz stand. Probleme mit dieser Umstellung habe er jedoch nie gehabt–im Gegenteil. «Ich habe das immer sehr genossen. Es gibt dir die Möglichkeit, Abstand zu nehmen vom Eishockey und die Batterien neu aufzuladen, indem du mit anderen Menschen zusammen bist als während der Saison.» Bereits seit Anfang Mai befindet sich der Berner deshalb in der Schweiz. Vor der Rückkehr auf das Eis stand dabei die Aufbauarbeit mit seinem persönlichen Fitnesstrainer an, mit dem er bereits seit 2001 zusammenarbeitet.

«Ich geniesse es sehr, im Sommer zu Hause zu sein», so Streit, der Anfang September nach Philadelphia zurückkehrt. Was vermisst er denn während seiner Zeit in den USA an der Schweiz? «Das Umfeld, die Familie. Zuhause ist zuhause. Egal wo ich auf der Welt bin und wie gut es mir gefällt, ein Zuhause gibt es nur eines», sagt Streit, um sofort anzufügen: «Aber natürlich ist es ein absolutes Privileg, in der NHL zu spielen. Noch dazu in einer Sportstadt wie Philadelphia, in einer tollen Organisation wie den Flyers. Das Trainingscenter beispielsweise ist beeindruckend. Als Spieler wirst du wie ein König behandelt.»

 Erinnerungen an Freiburg

Als beeindruckendes Trainingscenter kann man die alten Katakomben des St. Leonhard wahrlich nicht bezeichnen. Aber sie wecken bei Mark Streit Erinnerungen. «Es war lustig. Als ich in die Kabine ging, war der Geruch immer noch derselbe wie vor bald 20 Jahren.» Streits Trainings mit Gottéron sind eine Rückkehr zu den Wurzeln seiner Profikarriere. «In Freiburg konnte ich einen der wichtigsten Schritte meiner Karriere machen–etwas, was mir zu diesem Zeitpunkt in Bern nicht ermöglicht worden war.»

Beim SC Bern wurde Streit damals als nicht stark genug eingeschätzt, weshalb er bereits im Juniorenalter zu Gottéron wechselte. Nach einem Jahr bei den Elite A debütierte er in der Saison 1995/96 mit 17 bereits in der NLA. «Ueli Hofmann war zum Zeitpunkt meines Wechsels Junioren-Trainer in Freiburg, Paul-André Cadieux Trainer des NLA-Teams. Gottéron hat mir den Einstieg in das Profigeschäft ermöglicht. Diese Zeit werde ich nie vergessen.»

 Streit kommt richtig in Fahrt, wenn er an die Zeit von damals denkt, spricht nun ohne Punkt und Komma. «Freiburg ist eine tolle Eishockeystadt, mit einer grossen Unterstützung in der ganzen Region. Aber als Berner war es natürlich schon speziell, nach Freiburg zu wechseln. Erst recht damals. Zu Beginn der neunziger Jahre gab es ja die grossen Duelle, mit Chomutow, Bykow, Brasey, Schaller oder Descloux auf der einen und Ruotsalainen, Haworth und so weiter auf der anderen Seite.»

Prägende Erfahrung mit Bykow und Chomutow

Streit erinnert sich noch gut an seine Teamkollegen während der Zeit bei Gottéron, wie zum Beispiel David Aebischer oder David Dousse bei den Junioren. Besonders geprägt haben ihn aber–wie könnte es anders sein–Slawa Bykow und Andrei Chomutow. «Es war natürlich einzigartig, mit diesen beiden mitzutrainieren. Vor allem auch zu beobachten, wie hart sie trainierten. Als junger Spieler sagte ich mir dann: Entweder machst du dasselbe und entwickelst dich weiter oder eben nicht.»

Streit entwickelte sich weiter–und wie. Pech nur für Gottéron, dass Arno Del Curto, der in der Saison 1995/96 an der WM in Boston die U20-Nationalmannschaft um Mark Streit coachte, in der darauffolgenden Saison Trainer beim HC Davos wurde. Er erkannte Streits Potenzial und wollte ihn unbedingt in die Bündner Berge holen–mit Erfolg. Und so trug Mark Streit bis gestern nie wieder das Gottéron-Dress.

«In Freiburg konnte ich einen der wichtigsten Schritte meiner Karriere machen–etwas, was mir zu diesem Zeitpunkt in Bern nicht ermöglicht worden war.»

Mark Streit

Eishockey-Spieler

Karriere

Zwölf WM, acht NHL-Saisons

Mark Streit steht im Herbst einer für einen Schweizer Eishockey-Spieler beispiellosen Karriere. Der 1977 in Bern geborene Verteidiger nahm mit der Nationalmannschaft an zwölf A-Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen teil. 2001 wurde er mit den ZSC Lions Schweizer Meister, 2005 stand er mit den Zürchern im Final, ehe er den Sprung in die NHL wagte. Dort spielte er drei Jahre bei den Montreal Canadiens, anschliessend vier Saisons bei den New York Islanders und seit letzter Saison bei den Philadelphia Flyers. In 598 Spielen sammelte er 344 Skorerpunkte. 2009 wurde er gar für das NHL-All-Star-Game aufgeboten.fm

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