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Dieses Jahr kein Winzerfest im Vully?

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Dieses Jahr kein Winzerfest im Vully?

Organisationskomitee und Weinbauern sind sich nicht einig

Wegen der vorgezogenen Traubenernte im Wistenlach will das Organisationskomitee dieses Jahr auf das Winzerfest verzichten. Damit jedoch sind die Weinbauern sowie die örtlichen Vereine nicht einverstanden.

Das Organisationskomitee für das traditionelle Winzerfest im Wistenlach hat entschieden, dieses Jahr kein Fest zu veranstalten. In einem Schreiben vom 26. Juli an den Winzerverband und die lokalen Vereine teilt das Komitee mit, man habe sich nach langem und genauem Überlegen dazu entschieden, dass das Fest vom 27. und 28 September nicht stattfinde. Man habe diese Entscheidung nicht ohne Bedauern gefällt. Dies bestätigt auch OK-Präsident Etienne Perrin gegenüber den FN. Und er fügt hinzu, dass dieser Entscheid einstimmig gefallen sei und «kein einsamer Entscheid von mir ist». Und im Komitee seien auch Weinbauern vertreten, fügt er an.

Als Gründe werden die aussergewöhnlichen Klimaverhältnisse dieses Jahres genannt. Durch die lang anhaltende Hitzeperiode in diesem Sommer wird die Weintraubenernte um mindestens zwei Wochen vorverschoben. Während in anderen Jahren das Winzerfest die Erntezeit einläutet, würde es dieses Jahr mitten in diese Phase fallen.

Das bringe vor allem auch logistische Probleme mit sich. Durch das Fest wären die Winzer in ihrer Arbeit gestört, so Perrin, da die Zufahrt zu ihren Kellern erschwert wäre. Und diese Arbeiten hätten erste Priorität, findet er. Alles andere müsse in den Hintergrund treten.

Wenn der Hauptdarsteller absagt

An einem Treffen am 22. Juli habe es unter den Weinbauern der Region geteilte Meinungen gegeben, was die Machbarkeit des Festes sowie das Aufstellen der Winzerstände anbelangte, liess das Komitee weiter verlauten.

«Unsinn», entgegnet Sébastien Schmutz, Winzer aus Praz. «Wir haben uns dazu entschieden, keinen Stand aufzustellen, weil wir dafür kaum Personal zur Verfügung stellen könnten. Hingegen waren wir uns einig, dass das Fest trotzdem stattfinden soll.» Auch Grossrat Eric Simonet, selber Besitzer eines Weinkellers, teilt die Meinung von Schmutz: «Als wir das Schreiben des Komitees erhalten haben, sind wir fast vom Stuhl gefallen. Wir waren 14 Weinbauern und Weinkellerbesitzer am 22. Juli, und wir waren uns alle einig.»
Perrin hingegen findet, wenn das Fest nicht im gewohnten Rahmen stattfinden könne, bringe es nichts. Das Ziel des Winzerfestes sei die Promotion der lokalen Produkte und vor allem des Weins und wenn die Winzer keinen Stand aufstellen wollten, dann werde dem Fest sozusagen «der Aufhänger entzogen, da der Hauptdarsteller fehle».

Fest ist heilig

Den Wistenlachern ist das Winzerfest ebenso heilig wie der Weisswein. Das Fest und der Umzug am Sonntag locken jährlich zwischen 8000 und 10 000 Besucher an – eine gute Werbung für das Gebiet. Ausserdem verkaufen die Winzer allein während diesen zwei Tagen zwischen 3000 und 5000 Flaschen.

Auch die örtlichen Vereine wären betroffen, wenn der Anlass ausfällt. Mehr als zwanzig von ihnen haben am Winzerfest einen Stand und machen zwischen 2000 und 4000 Franken Gewinn, wenn es gut läuft. Dies sei lebenswichtig für die Vereine, wie Gemeinderat Jean-François Chenaux erklärt, der auch Kassier im Winzerverband ist. «Die Dorfmusik kauft sich mit diesem Geld neue Instrumente, und der Fussballklub leistet sich damit die Dienste eines guten Trainers.»

Mangel an Motivation?

Die Winzer wehren sich dagegen, die Durchführbarkeit des Festes in Frage gestellt zu haben. Wie lässt sich aber dann der Entscheid des Komitees erklären? Spielt die abgelehnte Fusion zwischen Ober- und Unterwistenlach eine Rolle? Überhaupt nicht, sagen mehrere Wistenlacher unisono.

Hingegen hätten fünf der sieben Komiteemitglieder, darunter auch der Präsident, letzten Winter bekannt gegeben, nach dem Fest 2003 zurückzutreten. Ein Mangel an Motivation mache sich im Schreiben vom 26. Juli bemerkbar.
Die Befürworter sehen zwei Möglichkeiten: Entweder kommt das Organisationskomitee auf seinen Entscheid zurück und organisiert das Fest. Oder es tritt mit sofortiger Wirkung zurück und räumt das Feld einem «Rettungskomitee». «Der Ball liegt beim Komitee», sagt Jacques Rüegsegger aus Praz. Aber er kenne ein paar Leute, die bereit wären, die Sache nötigenfalls sofort in die Hand zu nehmen. «Die Wistenlacher wollen, dass dieses Fest weiterhin besteht. Es gehört zu unserem Brauchtum. Es dieses Jahr zu annullieren hiesse, auch die folgenden Feste zu gefährden.»

Fest mit neuem Komitee?

Heuer würde die 23. Ausgabe des Winzerfests stattfinden. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein. Das bestätigt auch OK-Präsident Perrin. Wenn sich ein anderes Komitee bilden würde, sei es schon möglich, dass es ein Fest geben werde. Demnächst werde der Verein Winzerfest Vully eine ausserordentliche Generalversammlung abhalten. Da werde das Fest nochmals thematisiert.

La Liberté/hi/ca

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