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Effiziente Berner Maschinerie

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In Sachen Stadion ist Gottéron eigentlich nicht finaltauglich. 60 akkreditierte Journalisten stellten gestern den kleinen Pressesaal und die Pressetribüne arg auf die Probe. Auf dem Eis wollten die Freiburger derweil gleich zu Beginn der Partie zeigen, dass sie verdientermassen im Final stehen. Angetrieben vom euphorisierten Publikum und zusätzlich geboostet durch die Tatsache, dass mit Christian Dubé – bei dem vor zehn Tagen noch das Saisonende proklamiert worden war – einer der wichtigsten Center nach wundersamer Genesung plötzlich wieder auf dem Eis stand, startete Gottéron furios in die Partie. Mit einem aggressiven Forechecking lancierten die Freiburger Angriffswelle um Angriffswelle in Richtung Berner Tor – ohne jedoch zu reüssieren.

Die verpassten Möglichkeiten in diesem Startdrittel sollten sich für Freiburg später rächen. Berns Torhüter Marco Bührer, der insgesamt eine starke Partie zeigte, musste dabei gar nicht allzu viele gefährliche Schüsse abwehren. Zwar fiel das Schussverhältnis im Stardrittel mit 9:3 klar zugunsten des Heimteams aus, aber neun Schüsse bei einer solch klaren Dominanz waren ebenfalls keine gute Ausbeute. Oft war die letzte Aktion der Freiburger vor dem gegnerischen Tor zu unpräzise.

Zu reden gab im ersten Drittel eine hässliche Szene, die sich nach einer Viertelstunde abspielte. Berns Tristan Scherwey checkte Benjamin Plüss auf offenem Eis völlig unnötig mit dem Ellbogen gegen den Kopf. Eine Szene, die an Julien Sprungers Foul am Davoser Patrick Schommer erinnerte. Plüss blieb benommen am Boden liegen und hinterliess eine grosse Blutlache. Zur Überraschung aller sprach das Schiedsrichterduo Kurmann/ Koch jedoch keine Strafe gegen Scherwey aus. Die Szene dürfte allerdings noch für Arbeit bei den Einzelrichtern sorgen.

Bern abgeklärter

Auf das zweite Drittel hin kehrte Plüss mit einem Visier am Helm wieder zurück – und stand mit seinen Sturmpartnern Andrei Bykow und Julien Sprunger gleich beim ersten Gegentor auf dem Eis. Ivo Rüthemann profitierte davon, dass die Freiburger auf einen Abpraller von Benjamin Conz zu wenig schnell reagierten. Shawn Heins konnte den erfahrenen Stürmer nicht mehr entscheidend am Schuss hindern. Es war ein Treffer, der in der Folge aufdeckte, dass Gottéron eben doch auch immer noch von seinen Emotionen lebt. Denn plötzlich lief bei den Freiburgern nicht mehr viel zusammen. Plötzlich fanden sie kein Rezept mehr gegen das kompakte Defensivspiel der zweckmässig und ohne Anspruch auf jegliches Spektakel spielenden Berner.

Dass sie vor dem Tor abgeklärter sind, zeigten die Gäste nach einer halben Stunde erneut. Wieder liess Conz einen Schuss von Byron Ritchie abprallen, wieder gingen die Freiburger Spieler zu wenig konsequent auf den Rebound. So konnte Jeff Campbell vor dem Freiburger Gehäuse sogar noch den Puck zu Joël Vermin passen, der nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte. Es waren letztlich die Konsequenz vor dem eigenen und die Effizienz vor dem gegnerischen Tor, die gestern für den Unterschied sorgten. So nutzte Bern durch Campbell in der 44. Minute das erste und einzige Überzahlspiel der Partie zum entscheidenden 3:0.

Gottéron braucht Emotionen

Damit hat Gottéron genau den Start hingelegt, den es eigentlich vermeiden wollte. Der Heimvorteil ist weg, das Team von Hans Kossmann morgen in Bern bereits gehörig unter Druck. Freiburg sollte sich im Hinblick auf die kommenden Spiele am Startdrittel orientieren. Das gestrige Spiel hat gezeigt, dass es für Freiburg besser ist, wenn Emotionen im Spiel sind. Nur so ist der Berner Defensivverbund aus der Reserve zu locken, nur so kann die Berner Maschinerie ins Stocken geraten. Das deutete Freiburg in den zehn letzten Minuten noch einmal an, als das Heimteam nach Sprungers Tor in doppelter Überzahl noch einmal gehörig Druck machte.

Um weiter vom Titel träumen zu dürfen, müssen sich bei Gottéron in erster Linie die Leader steigern. Wenn der Paradesturm um Bykow und Sprunger mit einer Minus-Zwei-Bilanz vom Eis geht, ist bei Freiburg guter Rat teuer. Dubé zeigte derweil bei seiner Rückkehr nicht ganz unerwartet eine diskrete Leistung.

Freiburger Duftmarke

Nach dem Berner 4:1 ins leere Tor setzten die Freiburger in den Schlusssekunden schliesslich noch eine Duftmarke. Zunächst verfolgte Heins Scherwey auf Schritt und Tritt. Als Scherwey zum Bullypunkt flüchtete, um sich einem Duell mit dem Kanadier zu entziehen, führte Heins sogar das Bully aus, nur um Scherwey kurz darauf mit einem Faustschlag aufs Eis zu schicken. Nach der Schlusssirene knöpfte sich auch Adrien Lauper den Freiburger Stürmer in Reihen des SCB vor, bevor Sebastian Schilt schliesslich auch noch Alain Berger vermöbelte. Damit dürfte die Serie definitiv lanciert sein. Trotz des am Ende klaren Resultats hat das gestrige Spiel gezeigt: Freiburg hat es mit einem guten, effizienten Gegner zu tun – aber nicht mit einem unwiderstehlichen.

Telegramm

Gottéron – Bern 1:4 (0:0, 0:2, 1:2)

St. Leonhard.–6700 Zuschauer (ausverkauft).–SR Koch/Kurmann, Kaderli/Wüst.Tore:22. Rüthemann (Martin Plüss) 0:1. 30. Vermin (Campbell, Ritchie) 0:2. 44. Campbell (Ritchie, Roche/Ausschluss Jeannin) 0:3. 50. Sprunger (Benjamin Plüss, Bykow/Ausschlüsse Kinrade, Roche) 1:3. 60. (59:37) Martin Plüss (Gardner) 1:4 (ins leere Tor).Strafen:3-mal 2 plus 5 Minuten (Schilt) plus Spieldauer (Schilt) gegen Gottéron, 7-mal 2 Minuten gegen Bern.Stand (best of 7):0:1.

Gottéron:Conz; Kwiatkowski, Abplanalp; Heins, Schilt; Birbaum, Ngoy; Loeffel; Mauldin, Dubé, Gamache;

 

Sprunger, Bykow, Benjamin Plüss; Hasani, Jeannin, Knoepfli; Cadieux, Botter, Tristan Vauclair; Lauper.

Bern:Bührer; Roche, Beat Gerber; Collenberg, Philippe Furrer; Kinrade, Flurin Randegger; Hänni; Vermin, Ritchie, Campbell; Rüthemann, Martin Plüss, Neuenschwander; Scherwey, Gardner, Alain Berger; Pascal Berger, Bertschy, Rubin; Loichat.

Bemerkungen:Gottéron ohne Lukas Gerber (verletzt) und Suschinski (überzähliger Ausländer), Bern ohne Heldstab, Jobin, Sykora, Bednar und Samuel Kreis (alle verletzt).–Timeout Bern (52.).

Die FN-Besten:Schilt und Bührer.

 

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