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Ein Bild hinter jedem Bild

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Kunst entsteht in aller Regel nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Austausch mit der Welt und mit den Menschen und speziell mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, seien es solche früherer Zeiten oder solche der eigenen Generation. Diese Prozesse macht das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg in seiner Ausstellung «Mémoires vives – Gegenwartskunst und kulturelles Erbe» sichtbar: Die Schau zeigt Werke von 43 Freiburger Kunstschaffenden, die meisten inspiriert von einem Objekt aus der Museumssammlung. «Wir haben die Künstler aufgefordert, ihr Verhältnis zum Kulturerbe zu ergründen und sich davon für ein neues Werk inspirieren zu lassen», sagte Caroline Schuster Cordone, Vizedirektorin des Museums und Kuratorin der Ausstellung, gestern vor den Medien.

Kunst im Dialog

Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Säle im Museum für Kunst und Geschichte und im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle. Beim Rundgang zeigen sich Bezüge nicht nur zwischen den ­neuen Werken und den Werken aus der Museumssammlung, sondern auch zwischen den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern. Es ist, als entdeckte man hinter jedem Bild ein anderes Bild. Grosse Themen des Freiburger Kulturerbes tauchen auf, etwa die Sakralkunst, Darstellungen der Stadt Freiburg, die von Ferdinand Hodlers Präsenz in Freiburg inspirierten Landschaften, Jean Tinguelys Kritik an der Konsumgesellschaft oder die Skulpturen der Bildhauerin Marcello.

Die Ausstellung beginnt mit einer Gruppe von Werken, die von Marcellos berühmter Py­thia aus den 1870er-Jahren inspiriert sind. Während die Originalskulptur etwa in einer Collage von Pierre-Alain Morel deutlich zu erkennen ist, hat Julia Huber Abate sie in ihrer eigenen Skulptur ganz neu erfunden. Für Valeria Caflisch war Marcello, jene Freiburger Patrizierin, die ihre Kunst unter einem männlichen Pseudonym schuf, Anlass für eine Auseinandersetzung mit der Stellung von Künstlerinnen in der Gegenwart und mit den vielen Rollen, die Frauen in ihrem Leben und in der Gesellschaft zu spielen haben. «Gib mir deine Brust!», nennt sie ihre Werkgruppe, die unter anderem aus Abgüssen von Brüsten besteht, die Ca­flisch von befreundeten Künstlerinnen – und vereinzelten Künstlern – bekommen hat.

Hodler und der heilige Felix

Besonders viele Künstlerinnen und Künstler liessen sich von einem blühenden Baum von Ferdinand Hodler aus dem Jahr 1899 inspirieren. Georges Corpataux etwa antwortet darauf mit einem etwas anderen Stillleben, auf dem die Fruchtschale aus China und die Früchte aus aller Welt importiert wurden. J-Marc Schwaller zeigt eine abstrakte, farb- und lichtdurchflutete Darstellung der Schönheit der Natur, während Marie Vieli eine sechsteilige Aquarell-Serie präsentiert, zu der sie in Paris ein Baum vor ihrem Fenster anregte.

Andere Künstler zeigten sich fasziniert von der Reliquie des heiligen Felix aus dem 18. Jahrhundert: Hans Schöpfer stellt dazu seine eigene «Reliquie von einem Mafiaboss» aus, Hafis Bertschinger zeigt, wie in Ghana Kindersärge gestaltet werden, und Nicolas Perrin hat eine Instagram-Seite für den heiligen Felix geschaffen.

Projekt mit Visarte Freiburg

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Visarte Freiburg, dem Berufsverband der visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler. Alle 64  Mitglieder erhielten das Angebot, sich zu beteiligen; 43 haben schliesslich mitgemacht. «Es ist ein interessantes Projekt, das uns erlaubt, die ganze Vielfalt unseres Schaffens zu zeigen», so Samuel Rey, Präsident von Visarte Freiburg.

Museum für Kunst und Geschichte und Espace Jean Tinguely, Freiburg. Vernissage: Do., 9. Mai, 18.30 Uhr. Bis zum 18. August. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr (Espace nur Mi. bis So.).

Programm

Bei den Künstlern zu Besuch

Zur Ausstellung gibt es ein breites Begleitprogramm mit Führungen, Workshops und Vorträgen. Ein Höhepunkt findet am Samstag, 18. Mai, statt: Dann öffnen mehrere an der Ausstellung beteiligte Kunstschaffende die Türen ihrer Ateliers und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen.

cs

Details: www.mahf.ch

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