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Ein Happy End nach 20 Jahren

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«Ich habe sieben Stunden Filmmaterial der SBB von 1998 gesichtet, aussortiert und zusammengeschnitten», sagte der Filmemacher Adrian Scherzinger an der Premiere des Films «Das historische Stellwerk» in Kerzers am Mittwochabend. Das Ergebnis lässt sich sehen: Es ist ein 25  Minuten langer, professioneller und sehenswerter Film über den Zugverkehr am Bahnhof Kerzers vor 20  Jahren entstanden. Nur schon wer die damalige Geräuschkulisse mit Glockengeläute und Pfiffen des Bahnpersonals wieder aufleben lassen will, ist bei diesem Film an der richtigen Adresse.

Initiant des Films ist ­Beat Winterberger, Präsident des Vereins Stellwerk Kerzers. «1998 hatten sich die SBB auf meine Anfrage hin – ich war damals stellvertretender Bahnhofvorstand – dazu bereit erklärt, über das Stellwerk einen Film zu drehen», erzählte Winterberger an der Premiere. Es folgten zwar Filmaufnahmen in Kerzers, doch infolge der ersten Unternehmensreform der SBB sei das Projekt vergessen gegangen. «Es dauer­te Jahre, bis ich herausfand, dass das Originalfilmmaterial nun bei SBB Historic im Archiv war.» Daraufhin habe er versucht zu erwirken, dass der Film doch noch fertiggestellt wird. «Aber die SBB verlangten von mir einen astronomisch hohen Betrag, so dass ich davon absehen musste.» Über die Jahre habe er immer wieder versucht, eine Lösung zu finden. «Letztes Jahr erfuhr ich, dass es bei SBB Historic einen neuen Leiter des Archives gibt. Dieser schätzte die Situation anders ein als sein Vorgänger.» Martin Cordes habe sich dazu bereit erklärt, ihm das Filmmaterial auszuhändigen, wenn es durch eine Fachperson bearbeitet werde. «Diese Person habe ich in Adrian Scherzinger gefunden.» Die Kosten für den Film beliefen sich laut Winterberger auf 10 600 Franken. Mittels Sponsoren habe er den Betrag zusammenbekommen.

Der Murtner Adrian Scher­zinger hat zwar Erfahrung in der filmischen Aufbereitung von Geschichte, mit den konkreten Abläufen am Bahnhof Kerzers von damals kannte er sich bis anhin jedoch nicht aus. «Ich wusste nicht, wie das funktioniert.» Beat Winterberger habe ihm vor Ort alles erklärt. Nun zeigt der Film das Zusammenspiel zwischen dem Fahrdienstleiter im Befehls- und Freigabewerk und dem Stellwerkangestellten im Wärterstellwerk auf. Der Zuschauer beginnt die mechanischen Abhängigkeiten und die ausgeklügelte Sicherheitstechnik von 1901 zu verstehen, welche auch 2004 noch volle Sicherheit garantierte. «Es gab in all den Jahren kaum Betriebsausfälle», sagt Winterberger. Heute steuert die BLS-Zentrale in Spiez den Zugverkehr.

Der Film über das Stellwerk gefiel dem eingeladenen Publikum im Kulturkeller Gerbe­stock: «Man sieht gut, wie sie damals arbeiteten. Anders als heute», sagte Leonard Riesen, Direktor des Eisenbahn- und Sammlermuseums in Courlevon. «Der Film zeigt gut, dass wir damals nicht nur Bürolisten waren, sonder vieles auch von Hand machten», sagte der ehemalige Bahnhofvorstand, Bernhard Johner.

Der Bahnhof Kerzers gilt wegen der Kreuzung der Geleise als einzigartig: Nirgendwo sonst in der Schweiz kreuzen sich zwei Vollbahnstrecken im spitzen Winkel von 30  Grad. Der Grund dafür ist Konkurrenz: 1876 entstand die Broye­linie, 1901 folgte der Bau der Bahnstrecke Bern–Neuenburg. Die beiden Bahnen entschieden sich für das Kreuz. Daraufhin folgte das Stellwerk. Dieses ist heute saniert und für Führungen offen. Der Film ist am Bahnhof Kerzers oder über den Verein erhältlich.

www.stellwerk-kerzers.ch

«Der Film zeigt gut, dass wir damals nicht nur Büro­listen waren, sondern vieles von Hand machten.»

Bernhard Johner

Ehemaliger Bahnhofvorstand

«1998 hatten sich die SBB auf meine Anfrage hin dazu bereit erklärt, über das Stellwerk einen Film zu drehen.»

Beat Winterberger

Präsident Verein Stellwerk

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