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Ein Kühlhaus statt 253 Kühltruhen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist winterlich kalt draussen. Wenn man aber die Treppe hinuntergeht und das Kühlhaus Oberschrot betritt, dann wird es wirklich kalt. «Die Temperatur wird konstant auf minus 22 Grad gehalten», sagt Hans-Peter Riedo, Besitzer des Kühlhauses. Er vermietet die 253 Fächer, die sich auf engem Raum tief unter der Erde befinden. Mehrere Abteile befinden sich übereinander; mit ihren Gitterwänden sind sie vergleichbar mit grossen Tierkäfigen.

Unterschiedlich genutzt

Es gibt sie in unterschiedlichen Grössen: das kleinste Fach umfasst 100 Liter, das geräumigste hat ein Volumen von 250 Litern. In einigen sind zwei, drei oder vier Stück Gefriergut gelagert, andere sind bis obenhin gefüllt. Wieder andere stehen leer. «Auch wenn jetzt nichts darin ist, sind sie doch vermietet», erklärt der Besitzer. Es hänge vom Mieter und auch von der Saison ab, wie stark das Kühlhaus genutzt werde. «Wenn wir einen so guten Sommer haben wie letztes Jahr mit viel Beeren und Früchten, dann werden viele Fächer im Herbst gut gefüllt.»

Andere benutzen die Kühlfläche, um Fleisch zu lagern, das sie bei einem Bauern gekauft haben und schlachten liessen. «Portionsweise holen sie es dann bei Bedarf wieder ab.» Ein Vorteil des Kühlhauses gegenüber einer Kühltruhe sei, dass Fleisch in grossen Mengen – zum Beispiel ein halbes Rind – sofort tiefgefroren werde. «So viel auf einmal schafft die Truhe nicht.»

In einem Vorraum des Kühlhauses ist es vergleichsweise wärmer: hier werden nicht Gefrier-, sondern Kühlfächer vermietet. Die Temperatur beträgt konstant plus drei Grad. Hier werden zum Beispiel «Hammen» aufbewahrt oder auch eine Seite Speck.

Ökologisch sinnvoll

Die Kunden des Kühlhauses Oberschrot kommen alle aus einem Umkreis von etwa 15 Kilometern, also aus dem Sense-Oberland. Sie mieten die Fächer pro Jahr: das kleinste kostet 70 Franken, jenes mit 250 Litern Inhalt 130 Franken pro Jahr. «Das ist nicht viel, wenn man es mit den Kosten für eine Tiefkühltruhe vergleicht», sagt Hans-Peter Riedo.

Nicht nur die Anschaffung einer Truhe oder eines Eisschranks kostet, auch der Stromverbrauch ist ein Faktor. «Kühlhäuser machen vom ökologischen Standpunkt aus durchaus Sinn, wenn man sich vorstellt, wie viel Energie es braucht, um als Alternative 253 Gefriertruhen gleichzeitig laufen zu lassen.» Wie hoch seine Stromrechnung ist, möchte Hans-Peter Riedo nicht preisgeben. «Nicht vergessen darf man den Platz», erklärt er. «Nicht jeder hat in einer Mietwohnung genügend Platz für eine grosse Gefriertruhe.»

Rund um die Uhr

Jeder Mieter hat einen Schlüssel, der die Haupteingangstüre neben dem Tea-Room Enzian aufschliesst. In der Kühlanlage passt der gleiche Schlüssel aber nur für das gemietete nummerierte Fach. «So können sie kommen, wann sie wollen, rund um die Uhr und auch am Wochenende», sagt Hans-Peter Riedo.

Er sorgt für den Unterhalt. Das heisst, er reinigt die Gänge und schaut vor allem, dass die Temperatur immer gleich bleibt. Kurz, nachdem er die Anlage vor rund fünf Jahren übernommen hatte, wechselte er die beiden Kompressoren aus, da die bisherigen reparaturanfällig wurden. Wenn mit der Kühlung etwas nicht stimmt, wird er heute telefonisch alarmiert.

Wann genau das Kühlhaus Oberschrot gebaut worden ist, weiss Hans-Peter Riedo nicht (siehe auch Kasten). Lange Zeit war es in einem oberirdischen Gebäude untergebracht. Als vor rund 35 Jahren das Tea-Room Enzian gebaut worden ist, wurde die Kühlanlage unter die Erde verlegt. Heute sind Gastrobetrieb und Kühlhaus zwei unabhängige Betriebe.

Je nach Jahreszeit sind die Fächer in den Kühlhäusern mehr oder weniger genutzt.Bild Charles Ellena

Rückblick: Als Kühlschränke noch rar waren

Kühlhäuser wie jenes in Oberschrot gab es vor einigen Jahrzehnten noch in fast jedem Dorf. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die moderne Technik Einzug in die Haushalte und Betriebe hielt, änderten sich auch die Essgewohnheiten beziehungsweise die Methoden zur Aufbewahrung von Lebensmitteln.

Kühlschränke als Luxus

Erste Kühlschränke für Haushalte wurden ab den 1920er-Jahren serienmässig hergestellt. Sie waren aber im Vergleich zu heute sehr teuer und deshalb ein sich nur langsam verbreitender Luxusartikel. Bis sich zudem Kühl- und Gefrierschränke in ländlichen Gebieten durchgesetzt hatten, dauerte es eine Weile. Oft waren es in den 1950er- und 1960er-Jahren Käsereigenossenschaften, welche die Marktlücke entdeckten und Kühlhäuser bauten. Andernorts wurden dafür extra private Gesellschaften gegründet. Früher waren viele Gastronomiebetriebe, Käsereien und Metzgereien gute Kunden der Kühlanlagen. Das ist heute nicht mehr so: Sie verfügen über eigene Kühlräume.

Vor allem Private

So werden die Anlagen heute vor allem von Privaten genutzt. In den letzten Jahren wurden diese Kühlhäuser aus Rentabilitätsgründen nach und nach wieder geschlossen. «Davon leben kann man sicher nicht», sagt Hans-Peter Riedo. Man dürfe auch nicht jede Stunde verrechnen, die man für Verwaltung und Unterhalt einsetze. Die Preise für die Fächer hat er deshalb auch vom Vorgänger übernommen.

Kleinere und grössere

Eine nicht repräsentative Umfrage im Sensebezirk zeigt, dass viele der einstigen Kühlhäuser geschlossen wurden. Eines gibt es unter anderem noch in Wünnewil. Ein kleines mit etwa 25 Fächern ist in der Käserei Niedermuhren in Betrieb. Die Landi Sense in Heitenried betreibt im Untergeschoss des Ladens ein Kühlhaus mit etwa 230 Fächern. Weitere stehen in Tentlingen (150 Fächer) und Obermonten (100 Fächer).

Nachfrage ist noch da

Eines der grössten Gefrierhäuser mit rund 400 Fächern gibt es in Düdingen; es gehört der Käsereigenossenschaft. Gemäss Verwalterin Silvia Ruprecht sind die meisten Fächer derzeit vermietet. «Die Tendenz geht dahin, dass eher kleinere Fächer mit 100 oder 200 Litern Inhalt gewünscht sind», sagt sie. Die Nachfrage sei aber immer noch vorhanden. Das bestätigen auch die übrigen Verwalter der Gefrierfächer. «Unsere 230 Fächer sind zu 90 Prozent ausgelastet», sagt unter anderem Lukas Lehmann, Landi-Verwalter in Heitenried. im

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