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Ein Leben für den Dokumentarfilm

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Vor einem Jahr hat das Internationale Filmfestival Freiburg ein Treffen von Freiburger Filmschaffenden organisiert, um diese besser zu vernetzen. Inzwischen ist daraus der Verein Fribourg Films entstanden. Der Dokumentarfilmer und Produzent Mark Olexa sitzt im Gründungsvorstand, und er ist auch morgen wieder dabei, wenn das Filmfestival erneut zum Stelldichein der Filmfachleute lädt. Auch das breite Publikum kann dann das einheimische Filmschaffen entdecken, zum Beispiel den Dokumentarfilm «Digitalkarma» von Mark Olexa und seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Francesca Scalisi.

2012 haben der Freiburger Olexa und die Italienerin Scalisi die Produktionsfirma Dok Mobile gegründet, die in Freiburg ansässig ist. Die beiden realisieren eigene Dokumentarfilme und produzieren Filme anderer Regisseure, die meisten aus der Region Freiburg. «Es ist schön, mit Talenten aus der Region zu arbeiten», sagt Mark Olexa. «So ist es einfach, sich auszutauschen und die Beziehungen zu pflegen.» Und an talentierten Leuten fehle es nicht: «Es gibt in Freiburg gute Filmemacher. Früher gingen solche Leute schnell weg, in andere Schweizer Städte oder ins Ausland. Inzwischen haben sie gemerkt, dass es auch in Freiburg die Infrastruktur und die Mittel gibt, um Filmprojekte zu realisieren.» Der Verein Fribourg Films wolle dazu beitragen, allen Interessierten den Zugang zu dieser Infrastruktur und zu den in Freiburg ansässigen Fachleuten zu ermöglichen.

«Real und spontan»

Der morgige «Freiburger Tag» am Filmfestival Freiburg zeigt, wie frisch und kreativ die hiesige Szene ist (siehe Kasten). Für Mark Olexa und Francesca Scalisi ist es eine schöne Gelegenheit, ihren neuen Film «Digitalkarma» in diesem Rahmen zu zeigen. Der Film über eine junge Frau in Bangladesh liege ihnen am Herzen, sagt Francesca Scalisi. Für den Film haben die Freiburger Filmemacher die junge Rupa und ihre Familie während vier Jahren regelmässig besucht. Rupa nimmt am Projekt «E-SheBees» teil. Dieses bildet junge Frauen in neuen Technologien und in medizinischer Grundversorgung aus. Ausgerüstet mit Fahrrädern, können sie dann der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten ihre Dienstleistungen anbieten und damit Geld für sich und ihre Fami­lien verdienen. Olexa und Scalisi zeigen, wie Rupa, unterstützt von ihrer Familie, mehr und mehr an Freiheit und Selbstständigkeit gewinnt, wie sie um ihre Rechte und um Anerkennung kämpft. Erst als ihr Vater schwer erkrankt, ändert sich alles, und der Film nimmt eine unerwartete Wendung.

Solche Geschichten zu erzählen, das ist es, was die beiden jungen Filmemacher am Dokumentarfilm lieben. «Die Arbeit ist viel realer und spontaner als bei einem Spielfilm», sagt Mark Olexa. Seine Ausbildung hat der heute 34-Jährige einst an einer Filmschule in Prag begonnen. «Dort drehte sich alles um den Spielfilm», erzählt er. «Ich mochte das gar nicht, wenn dreissig Leute auf einem Set herumstanden und nichts machten.» Ein Dokumentarfilmkurs bei einem alten tschechischen Professor habe ihm schliesslich den Weg gewiesen: «Das war es, was ich machen wollte.» So schrieb er sich an einer Dokumentarfilmschule in Bozen im Südtirol ein, wo er auch Francesca Scalisi kennenlernte. Auch sie brennt für den Dokumentarfilm. «Er erlaubt es, echte Geschichten wie jene von Rupa zu erzählen», sagt die 36-Jährige.

Sechs Jahre haben die beiden an «Digitalkarma» gearbeitet; während vier Jahren waren sie regelmässig zum Drehen in Bangladesh. Es habe viel Recherche und Vorbereitung gebraucht, erzählen sie. Mit der jungen Hindu Rupa hätten sie schliesslich die ideale Protagonistin gefunden. «Sie und ihre ganze Familie waren sehr offen und liessen uns nahe an sich heran», sagt Francesca Scalisi. «Wir wurden beinahe zu einem Teil der Familie.» Bangladesh und seine Menschen hätten sie sehr berührt: «Es gibt dort viel Armut, aber auch eine grosse Lebenslust. Die Menschen bewältigen ihren oft schwierigen Alltag mit viel Würde.»

«Leichter als in Italien»

Derzeit arbeiten Mark Olexa und Francesca Scalisi an mehreren Projekten, die sie produzieren. Auch hätten sie ­Ideen für einen nächsten eigenen Film, die aber noch nicht spruchreif seien. Zu ihrer Firma Dok Mobile gehören noch zwei weitere Personen in Teilzeitpensen. Doch wie schwer ist es, mit einer Produktionsfirma in Freiburg seinen Lebensunterhalt zu verdienen? «Jedenfalls leichter als in Italien», sagt Francesca Scalisi und lacht. Sie hätten sich für Freiburg entschieden, weil Mark von hier komme und weil es hier noch nichts Vergleichbares gegeben habe. Die Filmförderung sei nicht auf kantonaler, sondern auf Westschweizer Ebene organisiert, ergänzt Olexa, darum spiele es nicht so eine grosse Rolle, wo man daheim sei. «Die Finanzierung läuft vor allem über die Fondation romande pour le cinéma Cinéforom, das Bundesamt für Kultur und das Westschweizer Fernsehen. Es gibt zwar Konkurrenz, aber das System funktioniert, und wenn man gute Projekte hat, kann man sie finanzieren.»

Ein erfolgreiches Projekt von Dok Mobile ist etwa der von den Freiburgern koproduzierte Film «Wonderful Losers» (2017) des litauischen Regisseurs Arunas Matelis. Der Film über Radrennfahrer, die als Wasserträger dienen, gewann mehrere Festivalpreise und lag im Rennen um einen Oscar als bester fremdsprachiger Film. In der Schweiz, wo sich Dok Mobile auch um die Distribution kümmerte, kam der Film auf rund 6000 Kinoeintritte. «Das ist ein schöner Erfolg und ermutigt uns für die Zukunft», so Francesca Scalisi.

Programm

Ein Abend der Freiburger Filme

Morgen Dienstag findet im Rahmen des Filmfestivals Freiburg zum zweiten Mal ein Treffen der Freiburger Filmschaffenden statt. Gleichzeitig erhält das Publikum einen Einblick in das aktuelle Freiburger Filmschaffen, und zwar mit folgenden Vorführungen:

«Digitalkarma» (2019): Dokumentarfilm von Francesca Scalisi und Mark Olexa (siehe Haupttext). 19.30 Uhr, Arena 1.

«Le Renard et l’Oisille» (2019): Der neue Animations-Kurzfilm der Brüder Fred und Sam Guillaume um einen Fuchs und ein Vögelchen. 19.30 Uhr, Arena 1 (vor «Digitalkarma»).

«Freiburg (er)öffnet sein Kino»: Dokumentar- und Kurzfilmprogramm im Rahmen der Mitternachtsvorführungen, u.  a. mit dem von Dok Mobile produzierten Film «La Petite Mort» von Annie Gisler. 22 Uhr, Arena 1.

cs

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