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Ein starker Charakter mit festen Prinzipien

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 «Jeder will gewinnen, koste es, was es wolle. Oft habe ich deshalb Entschlüsse gefällt, um im richtigen Moment im richtigen Team zu spielen, mit dem Ziel, einen Titel gewinnen zu können. Siegen, das ist schliesslich der Grund, weshalb man spielt.» Keine Frage, Jeff Tambellini ist eine starke Persönlichkeit. Der kommunikative Kanadier ist sich und seinen Prinzipien treu. Darum scheut er sich auch nicht davor, zuweilen unpopuläre Massnahmen zu treffen. So etwa im Dezember 2012: Nachdem der Stürmer in der Saison zuvor mit 57 Skorerpunkten noch massgeblich am Gewinn des Meistertitels der ZSC Lions beteiligt gewesen war, kehrte er den Zürchern mitten in der Meisterschaft den Rücken.

Er sei «aus persönlichen Gründen» abgereist, hiess es damals. Der Tages-Anzeiger kolportierte, dass er mit seiner Rolle unter dem neuen Trainer Marc Crawford nicht zufrieden gewesen sei. Heute will Tambellini nicht mehr gross auf diese Episode eingehen und sagt nur, dass eben jedes Jahr ein neues Jahr sei. «Ob du 19 oder 35 Jahre alt bist, es geht immer darum, sich weiterzuentwickeln. Das ist schon immer meine Philosophie gewesen.» Bei den ZSC Lions war dies ganz offensichtlich nicht mehr möglich. Also zog Tambellini die Konsequenzen–allen Unkenrufen zum Trotz.

Mehr Verantwortung

Dass der 30-jährige Kanadier 2011 überhaupt in der Schweiz bei den Lions gelandet war, passt ebenfalls zum Selbstverständnis Tambellinis. Wenige Monate zuvor stand der flinke Techniker mit den Vancouver Canucks noch im Final des Stanley Cups. Es ist zugleich die schönste, aber auch schmerzhafteste Erinnerung in seiner bisherigen Karriere, dass die Canucks den Boston Bruins in sieben hart umkämpften Spielen unterlegen waren. «Ich hatte zu jener Zeit die grossartige Möglichkeit, in einer Mannschaft zu spielen, die den Stanley Cup holen konnte. Wir waren wirklich bereit, um den Titel zu gewinnen. Am Ende hat dazu so wenig gefehlt.» Gewiss hätte Tambellini, der nach dem Saisonende als «unrestricted free agent» frei war, sich einen neuen Club suchen, eine Anstellung in der NHL gefunden. Stattdessen entschied er sich aber, in der Nationalliga A neue Erfahrungen zu sammeln. «Ich weiss, dass diese Wahl viele überraschte. Aber ich hatte gute Gründe für diesen Transfer.» Einer davon war Bob Hartley, der damalige Trainer der ZSC Lions. Der wollte Tambellini unbedingt in seinem Kader haben.

Noch viel wichtiger war für Tambellini indes, dass er in der Schweiz mehr Verantwortung als in Übersee übernehmen konnte. «Ich wollte so viel wie nur möglich spielen. Und ich sah ein, dass dieser Wunsch in der NHL nicht zu realisieren gewesen wäre. Anders bei den Lions, wo ich auch im Power- und Boxplay zum Zug kam. Der Wechsel war eine gute Option, um zu mehr Spielminuten zu kommen.» Und gleichzeitig die neuerliche Chance, um siegen zu können.

Auf den Spuren des Vaters

Perfekt machte den Transfer zu den Zürchern die Tatsache, dass schon Tambellinis Vater Steve in den 80er-Jahren das Dress des ZSC getragen hatte. Für Jeff bot sich die Möglichkeit, an jenem Ort, an dem er einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte, auf Torjagd zu gehen. Überhaupt ist Eishockey bei den Tambellinis eine Familienangelegenheit. Grossvater Addie wurde einst mit der kanadischen Amateurauswahl der Trail Smoke Eaters in Genf Weltmeister. Vater Steve gewann mit den New York Islanders zweimal den Stanley Cup. Kein Wunder also, trat Jeff in ihre Fussstapfen. «Schon als kleiner Junge war ich ständig in der Eishalle. Mein Weg war vorgezeichnet. Eishockey bedeutet mir alles. Es ist das, was ich schon immer getan habe. Eishockey ist die Hauptsache in meinem Leben.» Deshalb habe er immer darauf hingearbeitet, dereinst in der besten Liga der Welt spielen zu können. Zu scheitern, das war für Tambellini nie eine Option, welche er in Betracht gezogen hat. «Ich habe mich nie gefragt, ob ich denn gut genug für die NHL bin. Ich wollte in diese Liga, unbedingt.»

Ein Erst-Runden-Pick

Und so kam es auch. Im Jahr 2003 wurde Tambellini von den Los Angeles Kings in der ersten Runde an 27. Position gedraftet. «Ein Erst-Runden-Pick zu sein, das war mein klares Ziel. Davon träumt jeder.» In Kalifornien konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Nachdem er in der Saison 2005/06 sein Debüt in der NHL gegeben hatte, wurde er im März 2006 nach vier Spielen zusammen mit Denis Grebeschkow im Tausch für Mark Parrish und Brent Sopel an die New York Islanders abgegeben. «Für den gleichen Verein spielen zu können, mit dem mein Vater so viel Erfolg hatte, war eine tolle Sache.» Für die Islanders lief Tambellini in vier Saisons in 176 Partien auf und kam dabei auf 18 Tore und 28 Assists, ehe er 2010 zu Vancouver wechselte.

 

«Ob du 19 oder 35 Jahre alt bist, es geht immer darum, sich weiterzuentwickeln.»

«Ich habe mich nie gefragt, ob ich gut genug für die NHL bin. Ich wollte in diese Liga, unbedingt.»

Unternehmer: Sommer-Camps für NHL-Spieler

N eben dem Eishockey hat sich Jeff Tambellini mit Freunden ein eigenes Geschäft aufgebaut. Der Kanadier machte sich dabei sein Studium in Sportmanagement, welches er an der Universität von Michigan abgeschlossen hatte, zunutze und ist seit fünf Jahren Mitbesitzer der Factory Hockey Player Development. «Wir arbeiten mit NHL-Spielern und solchen der Minor Leagues», sagt Tambellini. Während des Sommers bietet die Factory speziell auf die Spieler zugeschnittene Trainingsprogramme an, um in Sachen Kraft, Kondition und Skating Fortschritte zu erzielen. «Dazu haben wir Camps in Vancouver, Prince George und Powel River.» Tambellini weilt den Sommer über jeweils in Vancouver, wo er seine Klienten persönlich trainiert und betreut. «Es ist eine Arbeit, die mir sehr viel Spass bereitet.» Zudem sei die Firma ein Standbein, wenn seine Karriere als Spieler einmal vorbei sein sollte.

Golf und die Familie

Hat Tambellini Zeit zum Abschalten, spielt er am liebsten Golf. «Dieser Sport hat mich schon immer fasziniert.» Am wichtigsten ist dem neuen Gottéron-Ausländer jedoch seine Familie. «Kinder habe ich zwar noch keine, aber meine Verlobte und ich haben einen Hund», sagt er lachend. Und da ist noch sein Vater Steve, zu dem er eine ganz besondere Beziehung pflegt. «Mein Vater spielt eine grosse Rolle für mich, speziell in meiner Hockey-Karriere. Er war immer für mich da. Er ist mein Vorbild – auf und neben dem Eis.» fs

Gottéron: «Es geht darum, als Mannschaft zu reüssieren»

N achdem Jeff Tambellini Ende 2012 die ZSC Lions Knall auf Fall verlassen hatte, musste er aufgrund seiner Vertragssituation ein halbes Jahr lang pausieren. Vergangene Saison schloss er sich dem schwedischen Verein Modo aus Örnsköldsvik an. 20 Punkte aus 45 Spielen zeugen für eine mittelmässige Saison des Kanadiers. Nach zwei Niederlagen war für Modo bereits in den Playoff-Achtelfinals Ende Feuer. «Wir hatten eine sehr junge Mannschaft. Zudem unterscheidet sich die schwedische Liga sehr von der NLA. Das Spiel ist viel weniger offensiv ausgerichtet.»

«Eine fantastische Liga»

Das Angebot von Gottéron kam ihm deshalb gerade recht. «Die NLA ist eine fantastische Liga. Eine der grossartigsten Ligen der Welt, die Jahr für Jahr besser wird», ist Tambellini voll des Lobes. «Das Spiel hier ist sehr dynamisch und schnell. Ich liebe diesen Stil.» Ausserdem behage ihm die Schweizer Kultur. Seit dem 1. August ist Tambellini in Freiburg. In der Mannschaft hat er sich sofort gut aufgehoben gefühlt. «Thibaut Monnet kenne ich aus der Zeit bei den ZSC Lions, und die Wege von Greg Mauldin und mir haben sich in Übersee ebenfalls bereits gekreuzt.» Er habe mit Gottéron eine gefestigte Truppe vorgefunden. «Dass ich und Goalie Melvin Nyffeler die einzigen Zuzüge sind, sehe ich als Vorteil. Das Team hat sich etabliert und verfügt über viel Selbstvertrauen.» Beeindruckt ist Tambellini insbesondere vom offensiven Potenzial seiner neuen Mannschaft. «Bei uns kann nicht nur eine Linie skoren, sondern drei oder gar vier.» Ansprüche will Tambellini keine erheben. «Mich erinnert die Situation an die Zeit, als ich zu Vancouver gestossen bin. Auch die Canucks waren ein etabliertes Team. Ich übernehme deshalb jede Rolle, welche Trainer Hans Kossmann für mich vorgesehen hat.»

Getreu seiner Philosophie kam Tambellini mit der Überzeugung zu Gottéron, dass er hier etwas gewinnen kann. «Viele der Spieler zeigten in den letzten Jahren ausgezeichnete Leistungen. Gottéron hatte dadurch in den vergangenen drei Jahren die Möglichkeit, den Meistertitel zu holen. Nun geht es darum, als Mannschaft zu reüssieren.»

Im Moment sieht es noch so aus, als ob sich Jeff Tambellini ein wenig gedulden muss, bis er zum Erfolg beitragen kann. Mitten in der Vorbereitung zog er sich eine Rippenverletzung zu. Wann diese vollends ausgeheilt sein wird, kann nur schwerlich prognostiziert werden. «Ich muss mich in Geduld üben», sagt Tambellini, der in seiner Karriere noch nie gravierend verletzt gewesen war.

So lässt also das Wiedersehen von Tambellini mit seinen ehemaligen Teamkollegen von den ZSC Lions, die am Freitag im St. Leonhard zu Gast sein werden, wohl noch ein bisschen auf sich warten. fs

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