Eishockey 03.03.2018

Birner hofft auf Tschechen-Connection

Michal Birner spielt definitiv weiter bei Gottéron. Er zog die Option, die ihm bei einer Qualifikation für die Playoffs eine Vertragsverlängerung beschert. Bleibt nun auch sein tschechischer Landsmann Roman Cervenka?

So schnell kann es gehen: Am Donnerstag noch bejahte Christian Dubé zwar, dass Michal Birner in seinem Vertrag eine Klausel hat, wonach sich sein Kontrakt «automatisch» um ein weiteres Jahr verlängert, sobald der Club die Playoffs erreicht. Aber dies müsse nach dem Ende der Saison noch ausdiskutiert werden, so der Sportdirektor. Nun folgte die Bestätigung der Vertragsverlängerung bereits am Freitag. Der tschechische Stürmer, der gestern 32 Jahre alt wurde, wird damit definitiv auch im nächsten Championat für Freiburg auflaufen. «Eigentlich wollte ich ja letzten Sommer einen Zweijahresvertrag. Wegen der schlechten Saison 2016/17 mit den Playouts schlug mir der Verein die Variante mit der Klausel vor, um zunächst zu sehen, wohin die Reise geht. Diesen Vorschlag fand ich fair», erklärt Birner.

«Bin Gottéron dankbar»

Nun ist der junge Familienvater glücklich, dass seine Zukunft geklärt ist. Dass er nur allzu gerne in Freiburg bleiben würde, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. «Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben. Freiburg ist mein zweites Zuhause geworden.» Das war vor seinem Engagement bei Gottéron in Russland nicht der Fall gewesen. «Bei Traktor Tscheljabinsk durchlebte ich schwierige Zeiten. Ich bin Gottéron wirklich sehr dankbar, dass es mir die Möglichkeit zu einem Neubeginn gegeben hat.»

Aber auch Birner hat seine Chance genutzt. Im Verlauf der letzten Saison zu Gottéron gestossen, konnte er sich in 79 Partien 19 Tore und 50 Assists notieren lassen. Sein Coach Mark French ist glücklich, weiter auf den polyvalenten, stets hart arbeitenden Stürmer setzen zu können. «Michal ist ein wichtiger Teil des Teams. Er hilft uns auf so viele verschiedene Weisen und war massgeblich daran beteiligt, dass wir so gut in die Saison starten konnten», sagt der Kanadier, der insbesondere die Professionalität des Assistenz-Captains schätzt.

Weil es so schön war: Das 4-Sekunden-Tor von Andrei Bykow.

Und nun Cervenka bearbeiten

Er sei fest davon überzeugt, dass Gottéron als Club eine gute Richtung eingeschlagen habe, führt Birner weiter aus. «Gerne würde ich mithelfen, hier Spezielles zu erreichen», so Birner, der sich einen Verbleib über die nächste Saison hinaus sehr gut vorstellen kann. Am liebsten würde er das an der Seite seines Landmannes Roman Cervenka tun. Der Vertrag des Centers läuft Ende Saison aus und Dubé möchte den Topskorer unbedingt halten. Laut eigener Aussage hat Cervenka sich mit seiner Zukunft aber noch nicht beschäftigt und weder mit anderen Vereinen noch mit seinem Agenten gesprochen. «Roman ist ein guter Freund und ein ausgezeichneter Spieler; natürlich möchte ich, dass er bleibt», sagt Birner. Er werde tun, was er könne, um Cervenka bei seiner Entscheidung zugunsten Gottérons zu beeinflussen. Noch sei die Zeit für ein diesbezügliches Gespräch nicht da gewesen, die Olympischen Spiele in Pyeongchang und die Playoff-Qualifikation standen im Vordergrund. Doch bald werde er das Thema anschneiden. Dass Birner durchaus über eine gewisse Überzeugungskraft verfügt, bewies er unlängst bei der Verpflichtung von Ambris Lukas Lhotak, dem Tschechen mit Schweizer Lizenz. «Zu sagen, Lukas unterschrieb nur wegen mir, wäre übertrieben, aber ich habe ihm Gottéron sicherlich schmackhaft gemacht.»

Damit wird Gottéron auch in der nächsten Saison mindestens zwei Tschechen beschäftigen. Ginge es nach Birner, wären es vier. Neben einem Verbleib von Cervenka hofft er zudem auf ein Wiedersehen mit Stürmer Michal Repik, der bereits einen Vertrag in Freiburg unterzeichnet hatte, weil Goalie Reto Berra seine NHL-Klausel zog, dann aber doch nicht kam. «Michal und ich haben schon so oft zusammengespielt, zuletzt auch bei Olympia. Er ist ein exzellenter Spieler, der uns sehr helfen würde.»

Der heutige Gegner

Die Fakten zum HC Lausanne

• Nach Dan Ratushny und Yves Sarrault steht in dieser Saison mittlerweile mit John Fust Trainer Nummer 3 an der Bande der Waadtländer. Im ersten Spiel unter Fust setzte es am Mittwoch eine 3:4-Heimniederlage gegen Zug ab.

• Ein Grund für die Lausanner Misere ist das Boxplay. Mit einer Erfolgsquote von 75,8 Prozent ist es das schlechteste der Liga.

• Zusammen mit Luganos Fredrik Pettersson ist der Stürmer Nicklas Danielsson der beste Torschütze der National League (25 Treffer).

• Die Saisonbilanz zwischen Lausanne und Gottéron ist ausgeglichen. Beide Teams feierten bisher in den Direktduellen je zwei Siege.

Playoff-Viertelfinals

Welcher Gegner darf es denn sein?

Theoretisch ist Qualifikationssieger Bern als Gegner von Gottéron in den Playoff-Viertelfinals, die in einer Woche starten, ebenfalls noch möglich, doch wahrscheinlich ist es einer aus dem Trio Biel, Zug und Lugano. Wer es letztlich werden wird, entscheidet sich erst am Montag in der 50. und letzten Qualifikationsrunde.

Trainer Mark French hat keine Präferenz. Er will die Regular Season einfach so gut klassiert wie möglich abschliessen. «Im Viertelfinal ist das Heimrecht nicht mehr möglich, aber je nachdem, wie es läuft, könnte der fünfte Platz in einem allfälligen Halbfinal eine Rolle spielen.» Das fünftplatzierte Zürich noch zu überholen, dieses Ziel hat sich auch Stürmer Killian Mottet gesetzt. «Wie aber der Viertelfinalgegner heisst, ist mir egal. Wir haben bewiesen, dass wir alle Teams schlagen können.» Ähnlich sieht es der junge Verteidiger Andrea Glauser, der allen potenziellen Gegnern Qualitäten attestiert.

Eine etwas dezidiertere Meinung haben derweil die Stürmer Chris Rivera und Matthias Rossi: «Reisetechnisch wären die Bieler natürlich das Beste. Der Müdigkeit kann im Playoff eine zentrale Bedeutung zukommen», sagt Rivera. Lugano als Gegner wäre bezüglich der Erholung nicht ideal, stimmt Rossi bei. «Zudem sind die Tessiner sehr heimstark.» Deshalb würde er Biel oder den EVZ vorziehen. «Gegen Biel haben wir eine gute Saisonbilanz, und auch gegen die Zuger konnten wir gute Spiele zeigen.» Leichter würde es darum aber nicht werden. «Spielt etwa Hiller im Tor der Bieler weiter so stark auf, würde es ganz schwierig.»

fs

 

Vorschau

Kranker Sprunger ist fraglich, Brust überzähliger Ausländer

Mit dem 2:1-Heimerfolg in der Overtime gegen Biel hat Gottéron am Mittwoch die Playoff-Qualifikation perfekt gemacht. In den letzten beiden Spielrunden treffen die Freiburger noch zweimal auf Lausanne, heute zunächst auswärts und am Montag zu Hause. Zumindest heute ist bei Gottéron Captain Julien Sprunger fraglich, der sich eine Grippeerkrankung eingefangen hat.

Dafür kehren die Tschechen Michal Birner und Roman Cervenka in die Aufstellung zurück, nachdem sie gegen Biel noch geschont wurden, weil sie erst am Dienstag von den Olympischen Spielen aus Pyeongchang zurückgekehrt waren. Komplettiert wird das Ausländerquartett von Verteidiger Jonas Holos und Stürmer Jim Slater. Überzählig ist damit Torhüter Barry Brust. Ludovic Waeber erhält vor den am nächsten Wochenende beginnenden Playoffs noch Spielpraxis. Am Montag dürfte dann wieder Brust im Tor stehen.

fs

 

National League. Die letzten beiden Runden. Heute (19.45 Uhr): Biel - ZSC Lions. Davos - Lugano. Servette - Bern. Lausanne - Gottéron. SCL Tigers - Kloten. Zug - Ambri. Montag (19.45 Uhr): Ambri - Zug. Bern - Servette. Gottéron - Lausanne. Kloten - SCL Tigers. Lugano - Davos. ZSC Lions - Biel.