Eishockey 27.02.2019

Hitchcock hätte genau so Regie geführt

Die Düdingen Bulls bleiben in der Swiss Regio League. Die entscheidende Partie gegen Star Forward, die die Sensler gestern mit 3:4 nach Penaltyschiessen verloren, war an Drama kaum zu über­bieten.

Alle Spieler der Düdingen Bulls, die irgendwie gehen konnten, machten gestern die Reise zum entscheidenden Spiel nach Morges mit. Star Forward seinerseits hatte mehrere Junioren seines Partnerteams Lausanne aufgeboten und konnte somit gleich vier Linien aufstellen, nachdem es am Samstag in Chur noch gerade deren zwei zustande gebracht hatte.

Die Partie begann mit einer Schrecksekunde für die Düdinger: Ein abgewehrter Bandenpass flog plötzlich gegen ihr Tor, und nur mit einem Hechtsprung vermochte Hüter Christof von Burg, der neben dem Tor stand, den Puck noch zu entschärfen. Danach lief es den Düdingern jedoch rund: An der gegnerischen blauen Linie luchste Yannick Stettler seinem Gegenspieler den Puck ab, zog alleine auf den gegnerischen Hüter los und erzielte kaltblütig die Führung.

Doch die Düdinger konnten sich ob des 1:0 nur gerade knappe zwei Minuten freuen, ehe Rauhbein Dion Antisin vergessen ging und sich die Ecke aussuchen konnte. Aber auch die Bulls waren nicht um eine Antwort verlegen: Eine Minute später jubelten bereits wieder die Sensler. Diesmal profitierte Jonas Braichet von einem mustergültigen Querpass des aufgerückten Ludovic Hayoz und schoss frei stehend ein.

Danach besassen die Gastgeber wiederum einige gute Momente. Eine Strafe gegen Marco Baeriswyl bedeutete schliesslich den abermaligen Ausgleich. In der Folge wogte das Spiel hin und her. Düdingen konnte dabei auch noch einmal in Überzahl agieren, brachte jedoch keinen weiteren Treffer zustande.

Beine müde, Nerven flattern

Lange Zeit waren die Einheimischen im Mitteldrittel tonangebend. Doch aus der optischen Überlegenheit vermochten die Waadtländer keinen Profit zu ziehen. Und als die Düdinger zum dritten Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis standen, vermochten auch sie dies endlich auszunützen. Sehenswert, wie Jonas Braichet den Puck genau in die obere entfernte Ecke zauberte. Doch auch diesmal konnten die Freiburger den Vorsprung nicht halten. Topskorer Lee Roberts hämmerte im Powerplay eine Direktabnahme in die Maschen. Danach drückten die Gastgeber vehement auf die erstmalige Führung, doch Düdingen, dem langsam, aber sicher der Schnauf auszugehen schien, rettete sich irgendwie in die zweite Pause.

Drama zeichnete sich ab

Immerhin konnten die Bulls das letzte Drittel wieder in Überzahl beginnen, zudem hatte der brandgefährliche Topskorer Lee Roberts am Ende des Mitteldrittels nach einem Foul an Janick Holzer zwei plus zehn Minuten kassiert und war somit für eine Weile keine Gefahr. So blieb das Geschehen auf dem Eis relativ ausgeglichen. Düdingen war nun bemüht, nichts mehr anbrennen zu lassen, zur Sicherheit auch einmal den Puck einfach aus der Gefahrenzone zu schlenzen. Gegen Ende der Partie vermochten die Gastgeber jedoch noch einmal zuzulegen. Prompt wurde es vor Hüter Von Burg heiss und schlussendlich musste Noel Tschanz auf die Strafbank – ein Drama zeichnete sich ab. In der Überzahl machte Morges mächtig Druck, als Düdingen sich mit einem Befreiungsschlag etwas Luft verschaffte. Und der Puck rollte von der gegnerischen Bande zurück, wo aber Benjamin Bussard vor dem leeren Tor über den Puck schlug. Somit wurde die letzte Minute zur reinen Abwehrschlacht der Bulls. Und sie bestanden diesen Test mit unglaublichem Einsatz. Erlösend schliesslich die Schlusssirene, als Lee Roberts nochmals abzog und den Puck im Tor versorgte – eine Sekunde nach dem Ende aber. Uff!

Der 20. Penalty entschied

Keine Relevanz hatte damit die nachfolgende Verlängerung, in der niemand skorte, wobei Düdingen die besseren Möglichkeiten besass. Im Penaltyschiessen setzte sich schliesslich Star Forward durch – mit dem 20 Penaltyversuch.

Telegramm

Star Forward – Düdingen 4:3 n.P. (2:2; 1:1 ; 0:0)

Eaux-Minérales. – 325 Zuschauer. – SR: Jordi (Stalder, Humair). Tore: 2. Stettler 0:1; 4. Antisin (Roberts, Thévoz) 1:1; 5. Braichet (Hayoz) 1:2; 13. Roberts (Anex; Ausschluss Baeriswyl) 2:2; 28. Braichet (Bussard, Fontana; Ausschluss Jaunin) 2:3; 35. Roberts (Anex, Antisin; Ausschluss Zwahlen) 3:3. Strafen: 6-mal 2 Minuten plus 2-mal 10 Minuten ((Smith, Roberts) gegen Forward, 8-mal 2 Minuten gegen die Düdingen Bulls.

Star Forward Lausanne Morges: Ritz; Anex, Baragano; Vouardoux, Virgile; Bobicanec, Grandjean; Mroczek, Golfetto; Roberts, Variatti, Antisin; Simic, Mémetau, Heughebaert; Dixon Lancia, Henry, Smith; Jaunin, Keller, Pasche.

HC Düdingen Bulls: Von Burg; Tschanz, Zwahlen; Bulliard, Hayoz; Kohler; Blanchard; Stettler, Baeriswyl, Kessler; Braichet, Fontana, Bussard; Holzer, Spicher, Perdrizat; Chassot, Schlapbach, Knutti.

Bemerkungen: Düdingen ohne Dousse, Thom, Maillard, Schmid, Roggo, Zaugg (alle verletzt). Timeout Morges (59.). Morges ab 59:00 ohne Torhüter.

Swiss Regio League: Seewen - Chur 4:5 n.V.