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Erdogans Achillesferse

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Nun ist er allmächtig, der türkische Staatspräsident Erdogan, der das Referendum für den Staatsumbau in ein Präsidialsystem knapp gewonnen hat, wobei allem Anschein nach AKP-Schergen geholfen haben, das Ja-Resultat mit Betrug zu schönen. Nun landen unliebsame Journalisten, Oppositionelle und mit leichtfertigem Terrorverdacht eingedeckte Bürger im Gefängnis. Monatelang bleiben sie in Haft, ohne Anklage und ohne Recht, sich zu verteidigen. Der Rechtsstaat in der Türkei ist offiziell abgeschafft. Willkür heisst nun das Staatsprinzip, eben, wie es dem Autokraten Erdogan gefällt.

Doch der Sultan vom Bosporus hat eine Achillesferse, die ihn schwer verletzen und seinen Sieg über das Referendum in eine schlimme Katastrophe verwandeln könnte: die Wirtschaft. In der Tat verdankt Erdogan seinen kometenhaften Aufstieg an die Staatsspitze dem wirtschaftlichen Erfolg; jahrelang wuchs die türkische Wirtschaft im zweistelligen Bereich. Doch mit dem leisen Aushebeln der Demokratie setzte eine rasante wirtschaftliche Talfahrt ein. Die Inflation beträgt mehr als zehn Prozent, und letztes Jahr hat die türkische Lira gegenüber dem Dollar sage und schreiben 30 Prozent eingebüsst. Die Arbeitslosigkeit beträgt knapp 13 Prozent, und der Elendsquotient (Mittel von Inflation und Arbeitslosigkeit) ist auf über 24 Prozent geklettert. Ausländische Investoren ziehen massenhaft ihre Gelder ab, auf welche die Türkei mit ihrem starken Handelsbilanzdefizit dringend angewiesen wäre.

Der Tourismus liegt auf der Intensivstation, an der Mittelmeerküste sind fast keine Touristen anzutreffen. Der Grund liegt einerseits in der permanenten Terrorgefahr sowie andererseits in den verbalen Ausrutschern Erdogans, der Europa mit Schimpftriaden der übelsten Sorte zu überziehen pflegt. Das Umsatzvolumen hat sich mehr als halbiert, zahlreiche Hotels und Boutiquen sind geschlossen und werden zum Verkauf angeboten. Und wenn in absehbarer Zeit wieder Bombenattentate passieren, dürften mehre europäische Länder Reisewarnungen herausgeben, was dem Tourismus endgültig das Genick brechen dürfte. Weiter ist bekannt, dass die Zahl der Städtebesucher in Istanbul überdeutlich abgenommen hat.

Man kann gespannt sein, wie sich die Türkei entwickelt. Wenn aber der Bevölkerung das Brot fehlt, kann es schnell gehen, dass der Erdogan-Wahn in Erdogan-Hass umschlägt.

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