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«Es war fast zu perfekt»

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Sechs Tage, 80  Kilometer, 7000  Höhen­meter und meistens über 3000  Meter über Meer – der professionelle Sensler Bergführer David Fasel wagte letzten Frühling das Abenteuer, die «Haute Route» mit sieben nicht professionellen Bergsteigern und einem SRF-Kamerateam zu absolvieren. Die Hochtour gehört zu den härtesten in den Alpen: Sie startet beim Grands-Montets-Gletscher bei Chamonix und endet in Zermatt. «Die Teilnehmer waren allesamt sportlich, doch das Bergsteigen war für die meisten Neuland», erinnert sich Fasel.

«Ich habe meine Gruppe am ersten Tag der Tour zum ersten Mal gesehen.»

David Fasel

Professioneller Bergführer

 

Zu den bekannteren Gesichtern im Team gehörten die Weltcup-Skirennfahrerinnen Dominique Gisin und Fränzi Aufdenblatten sowie Severin Moser, CEO von Allianz Suisse. Dazu gesellten sich der Heilpädagoge Peter Straub, die kaufmännische Angestellte Carmen Giezendanner und der 72-jährige Paul Zeller mit seiner Tochter Yolanda Marmet. «Der Älteste hat die Tour bereits vor 50  Jahren einmal begangen. Er ist immer noch topfit», sagt der gebürtige Düdinger beeindruckt.

«Ich war sehr nervös»

«Ich habe meine Gruppe am ersten Tag der Tour zum ersten Mal gesehen. Wir hatten keine Trainings zuvor», sagt Fasel und gesteht: «Ich war wirklich sehr nervös. Ich habe mir gesagt: Das muss einfach klappen.» Der Dokumentarfilmer und Produzent Frank Senn habe ihn angefragt, weil er bereits bei anderen Filmprojekten von ihm mitgemacht habe. «Senns Ziel war es, eine anspruchsvolle Skitour mit Laien durchzuführen», sagt der Bergführer. Gemeinsam mit Senn habe er Bedingungen festgelegt, welche die Teilnehmer mitbringen mussten, in Bezug auf Fitness und Bergsteigerwissen. «Das Filmteam hat die Leute schliesslich ausgesucht.»

Fasels Sorgen, dass etwas schiefgehen könnte, waren schnell verflogen: täglich schönes Wetter, gute Sicht, perfekte Schneeverhältnisse, keine Komplikationen – so fasst Fasel das Abenteuer zusammen. «Es war fast zu perfekt, beinahe langweilig», sagt der professionelle Sensler Bergsteiger schmunzelnd zu den FN. «Die Aufnahmen wären bei schlechterem Wetter viel abenteuerlicher geworden.» Der Grossteil der Teilnehmer habe wenig Probleme mit den sechs- bis siebenstündigen Tagestouren gehabt, und das Skitourenmaterial habe einwandfrei funktioniert. «Vereinzelt musste ich den Leuten den Umgang mit Steigeisen beibringen, doch sie haben die Anweisungen schnell umgesetzt», erzählt Fasel. Das Schlafen in grossen Massenlagern in den Berghütten habe jedoch einigen Mühe bereitet. «Es ist eine ungewohnte Situation, keine Privatsphäre zu haben und mit schnarchenden Leuten in einem Raum zu schlafen. Manche traten die Tagestouren wenig ausgeruht an.»

Risikoreiche Tour

Doch die «Haute Route» ist und bleibt eine der anspruchsvolleren und gefährlicheren Strecken in den Alpen. Dies zeigt das Schicksal von sieben italienischen Bergsteigern: Sie waren diesen Frühling am ­Pigne d’Arolla auf dem Weg zur Berghütte Des Vignettes von einem Sturm mit Schneefall und heftigen Böen sowie einem drastischen Temperatursturz überrascht worden. Sie kamen nicht mehr weiter und mussten die Nacht auf über 3000  Metern Höhe draussen verbringen. Sechs Personen starben noch in derselben Nacht, die siebte einen Tag später im Spital. Auch das Team von David Fasel bestritt diese Route, allerdings zwei Tage zuvor. «Wir waren schockiert, als wir von dieser schrecklichen Nachricht erfuhren. Es gibt einem zu denken», sagt Fasel.

120 Stunden Filmmaterial

Am Donnerstag, 27. Dezember, ist es so weit: Das Schweizer Fernsehen SRF strahlt zwei von drei Teilen des Dokumentarfilms «Abenteuer Alpen – Die Skitour des Lebens» aus. Er sei immer wieder von den Kameramännern beeindruckt gewesen, die auf der Tour viel mehr Kilometer zurückgelegt hätten als er selber, weil sie für verschiedene Kameraeinstellungen hin und her laufen mussten, sagt der Düdinger. Es fasziniere ihn aber auch, wie aus 120 Stunden Filmmaterial ein Dokumentarfilm von drei Stunden entstanden sei. «Die Tour war ein geniales Projekt», bilanziert David Fasel und meint: «Ich würde es nochmals machen.»

«Abenteuer Alpen – Die Skitour des Lebens», SRF-Dok-Serie. Do., 27. Dezember, 20.05 Uhr, SRF 1.

Zur Person

Mit acht Jahren der erste Viertausender

Der 47-jährige David Fasel ist in Düdingen aufgewachsen. Heute wohnt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Ayent im Kanton Wallis. Seit 1998 ist er professioneller Bergführer. In den letzten 20 Jahren hat man ihn in der ganzen Welt auf über 3000  Metern angetroffen. Die Begeisterung fürs Bergsteigen wurde ihm in die Wiege gelegt: Bereits seine Eltern waren viel in den Bergen unterwegs und haben ihren Sohn überall hin mitgenommen – so auch auf das Breithorn in Zermatt, seinen ersten Viertausender mit acht Jahren. Für verschiedene Projekte ist Fasel vor der Kamera gestanden: unter anderem als Stunt-Double im Film «Nordwand» von Philipp Stölzl oder als Spitzenbergsteiger in «Höhenflug – eine Expedition ans südliche Ende der Welt» von Roman Doux.

jp

 

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