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«Es wird kein Selbstläufer»

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Rolf Rotzetter startet am Samstag mit dem Heimspiel gegen La Sarraz-Eclépens (Birchhölzli, 16.30 Uhr) in seine dritte Saison als Trainer des SC Düdingen. Der Abbruch der Saison 2019/20 aufgrund der Coronavirus-Pandemie traf die Sensler empfindlich, lagen sie doch klar auf Aufstiegskurs. Die Promotion in die 1. Liga ist weiterhin das Ziel der Düdinger, die sich für das Championat 2020/21 nur punktuell verstärkt haben und auf Eigengewächse oder Spieler aus der Region setzen. Im Interview mit den FN spricht Rotzetter über den Umgang mit Corona, seine Ambitionen und weshalb für ihn der Job beim SCD ideal ist.

Rolf Rotzetter, gleich das Auftaktspiel des SC Düdingen musste verschoben werden, weil Gegner Piamont in Quarantäne musste. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die Saison 2020/21?

Ich bin grundsätzlich froh, dass es nach neun Monaten ohne Ernstkampf und zwei kompletten Vorbereitungen wieder losgeht. Die Vorfreude ist gross. Gleichzeitig müssen wir uns darauf einstellen, dass es keine einfache Saison wird. Wir müssen hoffen und aufpassen, dass es uns nicht erwischt. Solange es so gehandhabt wird, dass betroffene Teams in Quarantäne müssen, gehen wir dieses Risiko ein.

Gelten für die SCD-Spieler besondere Schutzmassnahmen?

Nein. Wir weisen sie darauf hin, auch im Privatleben achtzugeben mit den normalen Hygienemassnahmen. Und wir sagen ihnen, grössere Anlässe möglichst zu meiden, Vernunft walten zu lassen. Im Trainingsbetrieb hat sich durch Corona nicht viel verändert. Jeder hat seine eigene Trinkflasche und wir schauen, dass gestaffelt geduscht wird. Fussball bleibt aber eine Kontaktsportart. Laut Studien soll die Ansteckungsgefahr auf dem Spielfeld relativ gering sein, weil die Spieler nie länger mit einem Gegner in einen Zweikampf verwickelt sind. Ich denke, dass die Ansteckungsgefahr bei der Anfahrt oder im privaten Bereich grösser ist.

Wie wichtig ist es für Ihre Spieler, wieder auf dem Platz stehen zu können?

Mit all den Einschränkungen hat etwas gefehlt. Nicht umsonst haben die Fussballer eine Teamsportart gewählt. Ich denke, dass sich beispielsweise ein Radfahrer weniger eingeschränkt gefühlt hat. Die Meisten spielen von klein auf Fussball und sind es sich nicht anders gewöhnt. Auch sozial spielt der Fussball eine wichtige Rolle, dadurch werden Kontakte gepflegt. Die Zuschauer freuen sich, wieder Spiele besuchen zu können. Für sie sehe ich keine grosse Gefahr, sich im Amateurbereich anstecken zu können. Auf diesem Niveau ist es möglich, den nötigen Abstand zu halten. Am Ende muss sich aber jeder selber lieb sein.

Der SCD lag an der Tabellenspitze und auf Aufstiegskurs, als die letzte Saison abgebrochen wurde. Wie gross war die Enttäuschung darüber, das Begonnene nicht zu Ende geführt haben zu können?

Es war sicherlich eine Zeit lang auch Frust dabei. Als die Saison definitiv abgebrochen wurde, war das schon ein Hänger. Dass die eingefahrenen Punkte plötzlich nichts mehr wert waren, hat es noch nie gegeben. Beim Trainingsstart am 1. Juni konnte ich aber sofort wieder Freude und Begeisterung feststellen. Die Motivation ist gross, der Hunger voll da. Es ist nicht so entscheidend, ob wir in der 2. Liga interregional oder in der 1. Liga spielen, aber wir wollen aufsteigen. Es wird nicht einfach. Wir werden die Gejagten sein. Das wird nicht ohne, die Gruppe ist ausgeglichen.

Vor zwei Jahren wurde der SCD Fünfter, letzte Saison stand er auf Platz 1 – das Club-Umfeld erwartet eine Bestätigung dieser Resultate …

Diese Erwartungshaltung ist durchaus vorhanden. Ich habe vor drei Jahren gesagt, dass wir in naher Zukunft die 1. Liga anvisieren. Dieses Ziel bleibt bestehen. Es wird aber kein Selbstläufer. Wir versuchen, als Team gut zu arbeiten und unser Möglichstes zu investieren. Wir sind bereit, einen gewissen Aufwand in Kauf zu nehmen, um erfolgreich zu sein. Ich bin zuversichtlich. Es muss jedoch alles zusammenpassen. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir wie im letzten Jahr einen Start mit 18 Punkten aus den ersten sechs Partien hinlegen. Der hat vieles erleichtert.

Die Mannschaft erfuhr über den Sommer nur wenige Veränderungen – mit Absicht?

Wir wollten das so. Das ist unser Weg. Wir haben drei Junioren nachgezogen und mit Kevin Knutti von Farvagny einen erfahrenen Spieler der 2. Liga interregional geholt, der in Düdingen wohnt. Er passt gut zu uns. Mit Amar Avdukic haben wir zudem einen Stürmer engagiert, der mit Thun auch schon einen Einsatz in der Super League hatte (Saison 2017/18). Er wird uns weiterhelfen, zumal wir im Sturm den einen oder anderen Abgang hatten und Kevin Portmann nach einer hartnäckigen Schambeinentzündung erst auf dem Weg zurück ist. Er sollte im Verlauf der Hinrunde wieder einsatzbereit sein. Wenn wir vorne mitspielen wollen, braucht es Breite im Kader. Die haben wir. Und mit den neu fünf erlaubten Wechseln pro Spiel habe ich noch mehr Optionen.

Sie befürworten die Regelung also?

Ja, das gefällt mir. Obwohl mir die Regel mit den drei Wechselperioden, wie in der Europa League, noch mehr zusagen würde. Aber die fünf Wechsel sind eine gute Sache, gerade für die jungen Spieler, welchen dadurch Matchpraxis ermöglicht wird. Ich bin überzeugt, dass wir auf die Dauer von unserem breiten Kader profitieren werden. Natürlich ergeben sich bei einem eingespielten Team Automatismen, aber ich finde die neue Regel positiv. Man muss sie ja nicht ausschöpfen.

Sie starten in die dritte Saison als SCD-Trainer. Hat das Team Ihre Spielphilosophie inzwischen verinnerlicht?

100 Prozent zufrieden ist man nie. Grundsätzlich entspricht das Auftreten der Mannschaft in der letzten Saison und der Vorbereitung aber den Vorstellungen vom ganzen Trainerstaff. Wir schiessen viele Tore und lassen wenige zu. Ich will, dass alle Spieler aktiv sind, am Spiel mit dem Ball teilhaben und dabei die defensive Arbeit nicht vernachlässigen. Das schnelle Umschalten – in beide Richtungen – wird immer wichtiger. Das könnte noch ein wenig besser sein. Wir werden daran arbeiten. Hingegen haben wir im Spiel über die Seiten Fortschritte erzielt. Wir versuchen, effizienter zu werden. Hinter dem letzten Pass steht immer öfter ein Plan.

Sie waren selber einst auf höchstem Niveau bei YB aktiv, nun sind sie Trainer im Amateurbereich. Was gibt Ihnen diese Arbeit?

Für mich ist es hier in Düdingen ideal. Dieser Trainerjob ist das Maximum, was ich zeitlich neben meinem Vollzeitberuf aufwenden kann. Ich habe auch schon Mannschaften auf einer tieferen Stufe als den SCD trainiert, aber die Liga ist nicht entscheidend. In Düdingen ist viel Talent vorhanden, das ist toll. Im Juniorenbereich wird sehr gute Arbeit geleistet, der Nachwuchs ist sehr gut ausgebildet. Wenn sie mit uns trainieren, klappt das mit den Übungen meist sehr schnell. Das zeugt von Qualität. Hinzu kommt die tolle Infrastruktur in Düdingen, wohl die Beste im Kanton.

Kann man von einer Art Vereinsphilosophie über alle Kategorien hinweg sprechen?

Ganz so weit würde ich noch nicht gehen. Aber wir arbeiten auf allen Juniorenstufen mit sehr gut ausgebildeten Trainern. Das ist wichtig, weil wir so viele eigene junge Spieler wie möglich ins Fanionteam nachziehen wollen. Diesbezüglich wurde in den letzten zehn Jahren gute Arbeit gemacht. Aktuell stehen 16 Spieler im Kader, die aus den eigenen Junioren kommen. Dazu kommen Portmann, Knutti oder Piller, die aus der Region stammen. Wir sind hier sehr stark verankert. Ich denke, das passt zu unserer Philosophie. Auch die Zuschauer werden es honorieren, wenn unser Nachwuchs seine Chance erhält.

Sie erwarten eine ausgeglichene Meisterschaft. Wer sind Düdingens härteste Konkurrenten im Aufstiegskampf?

Das ist relativ schwierig einzuschätzen. Es gibt Mannschaften, die sich verstärken konnten und dann solche wie der FC Freiburg, die jedes halbe Jahr einen Neuanfang machen … La Sarraz ist sicherlich nicht schlecht. Farvagny hatte zwar ein paar Abgänge, kann aber wohl mit André Tinguely als Trainer zulegen. Auch La Tour verfügt über eine gute Mannschaft und das U21-Team von Xamax hat bestimmt viel Talent. Schliesslich gibt es immer noch die grosse Unbekannte, die plötzlich vorne mitspielt.

«Die Zuschauer werden es honorieren, wenn unser Nachwuchs seine Chance erhält.»

«Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir wie im letzten Jahr einen Start mit 18 Punkten aus den ersten sechs Partien hinlegen. Der hat vieles erleichtert.»

Kader

SC Düdingen Saison 20/21

Torhüter: Luca Aebischer (neu, FC Plaffeien), Yoel Tschan, Kai Stampfli (2. Mannschaft).

Verteidigung: Jan Bürgy, Angelo Brünisholz, Samuel Bächler (neu, FC Plaffeien), Manuel Schwarz, Fabian Suter, Chris Vonlanthen, Steve Spicher, Venhar Serifi (neu, Junioren A).

Mittelfeld: Maic Aegerter, Miquel Balvis, Alex Bächler, Christoph Cattilaz, Kevin Knutti (neu, FC Farvagny/Ogoz), Fredy Piller, Cédric Portmann, Diego Sandmeier, Nicolas Schneuwly (neu, Junioren A).

Sturm: Amar Avdukic (neu, FC Breitenrain), Kevin Portmann, David Ragoniesi, Patrick Biwongo (neu, Junioren A), Elias Geiser (neu, Junioren A).

Trainer: Rolf Rotzetter.

Abgänge: Jan Neuhaus Jan (FC Giffers-Tentlingen), Marcel Aegerter (verletzt), Benjamin Nefic (Beruf), Dominik Rotzetter (leihweise zum FC Plaffeien).

«Wenn wir vorne mitspielen wollen, braucht es Breite im Kader. Die haben wir.»

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