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Fische in der Saane verseucht

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Fischereiverbot bis Ende Jahr zwischen den Staumauern Rossens und Schiffenen

Autor: Von WALTER BUCHS

«Das Fischen in einem für die Sportfischer ganz wichtigen Teil des Kantons zu verbieten, ist ein harter Entscheid, der nicht ohne Weiteres akzeptiert werden wird. Der Staatsrat hatte aber keine andere Wahl.» Mit diesen Worten trat Landwirtschaftsdirektor Pascal Corminboeuf am Mittwoch zusammen mit Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre vor die Medien, um das tags zuvor beschlossene und sofort in Kraft gesetzte Fischereiverbot zwischen den Staumauern Rossens und Schiffenen zu erläutern.

Höchstwerte überschritten

Wie der Kantonschemiker Jean-Marie Pasquier dabei ausführte, wurden zwischen Ende April und Juli 2007 zwischen der Staumauer von Rossens und der Bernbrücke in Freiburg Proben von verschiedenen Fischarten, hauptsächlich Forellen, entnommen. Im Rahmen der schweizweit laufenden Untersuchung zu den Einflüssen der Abfalldeponien auf die Umwelt hatte sich gezeigt, dass die frühere offene Deponie «La Pila» direkt an der Saane bei Châtillon besonderer Aufmerksamkeit bedurfte (siehe auch Kasten).Durch das kantonale Labor Bern wurden Proben und Analysen zu verschiedenen Substanzen (vor allem Dioxine, Furane, dioxinähnliches PCB und Schwermetalle) an den Fischen vorgenommen. Bei rund zwei Dritteln der entnommenen Proben lagen die Konzentrationen weit über dem in Europa gültigen Höchstwert für die Gruppe der Dioxine, Furane und namentlich cPCB (In der Schweiz gibt es diesbezüglich noch keinen Grenzwert). Dabei zeigen die Proben gemäss Kantonschemiker Pasquier ganz klar, dass die ermittelten Werte der Proben flussabwärts der früheren Deponie «La Pila» ein Mehrfaches über dem europäischen Höchstwert liegen, was eindeutig auf die Ursache der Verseuchung hinweist. Flussaufwärts war das nicht der Fall und in zwei Referenzproben ausserhalb dieses Gewässerabschnitts wurden nur minimale Spuren der erwähnten giftigen Stoffe ermittelt.Beim PCB (Polychlorierte Biphenyle), vom dem hohe Werte im Frischfleisch der Fische festgestellt wurden, handelt es sich um chemische Verbindungen, die ab Ende der 1930er-Jahre in der Industrie hergestellt wurden. PCB sind in der Schweiz seit 1986 verboten, wie Jean-Marie Pasquier weiter präzisierte. Auf Grund ihrer grossen chemischen und physikalischen Stabilität und der schwachen Bioabbaubarkeit blieben diese Verbindungen in Ablagerungen wie Flusssedimenten erstaunlich lange unverändert erhalten. Dort werden sie von Fischen aufgewühlt und aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette, indem sich diese Moleküle in den Fettgeweben und im menschlichen Körper auch in der Leber anreichern.

Präventionsmassnahme

Aufgrund dieser Feststellungen hat sich der Staatsrat nun im Sinne einer Präventionsmassnahme entschieden, mit sofortiger Wirkung ein allgemeines Fischereiverbot in den betroffenen Gebieten zu verhängen. Dieses gilt bis zum 1. Januar 2008. Auf Grund der wahrscheinlichen Fischwanderungen umfasst die Verbotszone die Flussläufe bis zum nächsten unüberwindlichen Hindernis, wie Jean-Daniel Wicki, Sektorchef Fischerei beim Amt für Wald, Wild und Fischerei, ergänzte.Das Fischen ist somit verboten von der Staumauer Rossens bis zur Staumauer Schiffenen. Bei der Ärgera betrifft es die Strecke von der Einmündung in die Saane bis und mit der ersten Schwelle auf der Höhe der Ilford-Gebäude in Marly. Die Glane bis zum Stauwehr bei Sainte-Apolline (Villars-sur-Glâne) musste in der Verordnung des Staatsrates nicht speziell erwähnt werden, da der Unterlauf der Glane ein permanentes Schongebiet ist. Jean-Daniel Wicki wies zudem darauf hin, dass in dem vom Verbot betroffenen Gebiet keine Berufsfischerei ausgeübt wird.

Gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich

Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre unterstrich vor den Medien, dass für die Konsumenten kein Gesundheitsrisiko bestehe. Dies wäre nur der Fall für Menschen, die über eine lange Zeit Fische essen, deren Gehalt an PCB die Höchstwerte überschreite. Das Verbot sei als vorsorgliche Gesundheitsmassnahme zu verstehen. Zusätzliche, detaillierte Analysen seien im Gang, deren Resultate in den kommenden Wochen erwartet werden. Wichtig sei zudem festzuhalten, dass sowohl der Kontakt mit dem Wasser als auch dessen gelegentliche Einnahme kein Gesundheitsrisiko darstelle.«Wir begleichen heute die Rechnung für das Unwissen und die Unbekümmertheit, die während Jahren im Bereich Umweltvorsorge gang und gäbe waren,» stellte Staatsrätin Demierre zusammenfassend fest. Dies müsse uns heute dazu anhalten, über die Bedeutung nachzudenken, welche wir künftig dem Schutz unseres Lebensraums zukommen lassen wollen.

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