Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Florian Ast hat hier nichts zu suchen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Florian Ast hat hier nichts zu suchen»

Der neue Fri-Son-Programmator Mario Corpataux balanciert zwischen Untergrund und Mainstream

Der Sensler Mario Corpataux ist der neue Programmator des Konzertveranstalters Fri-Son. Mit den FN sprach der Journalist und Musikkenner über die neue berufliche Herausforderung, über die Zukunft des Fri-Son und über gelebte Zweisprachigkeit.

Autor: Mit MARIO CORPATAUX sprach CAROLE SCHNEUWLY

Sie waren Drogist, Behindertenbetreuer, Journalist – und werden jetzt Programmator eines national bekannten Konzertlokals. Welches ist Ihre Motivation für den neuen Job?

Für mich geht damit ein Jugendtraum in Erfüllung. Die Hälfte meines Lebens war ich Gast im Fri-Son, und immer wollte ich hier das Programm gestalten. Dieser subversive Untergrund-Charakter hat es mir angetan, auch wenn er vielleicht über die Jahre etwas verloren gegangen ist.

Welche Voraussetzungen muss man für diesen Posten mitbringen?

Jugend kanns nicht sein; ich war mit meinen 36 Jahren der älteste von etwa zehn Bewerbern. Ich denke, es braucht vor allem einen guten Musikhintergrund, gesunden Menschenverstand und die Fähigkeit, 180 Leute zu führen und ein 1,6-Millionen-Franken-Budget zu verwalten . . .

Eine grosse Herausforderung . . . Macht das manchmal Angst?

Ich schlafe immer noch gut, aber eine Herausforderung ist es sicher. Eine Schwierigkeit ist die sehr flache Hierarchie im Fri-Son. Von den 180 Mitarbeitern arbeiten fast alle auf Freiwilligenbasis. Nur vier Personen sind fest angestellt, und dieses kleine Büro ist Anlaufstelle für alles. Zudem muss ich mich hier in bestehende Strukturen einfügen und möchte gleichzeitig Neues wagen.

Was für Neuerungen haben die Fri-Son-Besucher denn zu erwarten?

Ich möchte keine Details verraten, kann aber versichern, dass sich das Fri-Son nicht grundlegend verändern wird. Vielleicht wird ein bisschen mehr Mainstream Einzug halten, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen . . .

Also weniger Untergrund und mehr Kommerz?

Dieser Balanceakt hat das Fri-Son immer schon geprägt. Die Idee ist, mit bekannten Namen die Halle zu füllen und mit den Einnahmen aus diesen Konzerten andere Veranstaltungen zu ermöglichen. Das Fri-Son soll es sich auch weiterhin leisten können, an bestimmten Abenden bewusst ein Defizit in Kauf zu nehmen, um den Leuten Sachen vorzusetzen, die sie noch nie gesehen und gehört haben. Wenn ich von Mainstream spreche, dann meine ich damit Bands, hinter denen ich immer noch stehen kann, wie Lunik im Dezember oder die Lovebugs Ende Januar. Ein Florian Ast hingegen hat bei uns definitiv nichts zu suchen!

Wie würden Sie sich selbst als Programmator charakterisieren?

Ich bin ausgewogen und wild zugleich, habe offene Ohren für alles und jeden und bin immer auf der Suche nach Neuem und Extremem. Alles andere ist schliesslich schon langweilig genug!

Wie sieht denn der Alltag des Fri-Son-Programmators aus? Auch so spannend?

Jedenfalls vielseitig und voller Überraschungen. Die Tage unterscheiden sich stark voneinander. An einem Konzerttag komme ich schon mal auf 15 bis 17 Arbeitsstunden, dafür geht es an anderen Tagen ruhiger zu und her. Wenn ich morgens ins Büro komme, kontrolliere ich zuerst, wie der Vorverkauf läuft – im Moment sieht es da sehr gut aus. Danach lese und beantworte ich E-Mails, mache und ändere Offerten, suche Programmplätze und löse all die grossen und kleinen Probleme, die an unser Büro herangetragen werden.

Wie funktioniert das traditionell zweisprachige Büro in der Praxis?

Hervorragend! Im Fri-Son herrscht wirklich eine gelebte Zweisprachigkeit, und zwar sowohl intern als auch in Bezug auf das Publikum. Es ist uns wichtig, dass das auch weiterhin so bleibt. Was übrigens den Posten des Programmators angeht, so stammten von bisher sechs Leuten vier aus dem Sensebezirk . . .

Eine Ausnahme in der Stadtfreiburger Szene . . .

Ja, das scheint mir auch so. Um eine Chance auf einen führenden Posten zu haben, muss man sich – ausser im Fri-Son – welsch geben, sonst kommt man zu nichts.

Welche Rolle spielt denn das Fri-Son in der Freiburger Kulturszene?

Wir sind ein nationaler Player, der sich mit eher regionalen Akteuren wie dem Nouveau Monde gut ergänzt. Freiburg selbst zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit und seine Zweisprachigkeit aus. Für die Grösse der Stadt kann sich das kulturelle Angebot durchaus sehen lassen. Wir selber werden in diesem Umfeld die gleichen bleiben wie bisher.

Mehr zum Thema