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Forscher möchten in Freiburg Zentrum für katholische Kirchenmusik aufbauen

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Autor: Irmgard lehmann

FreiburgSeit drei Jahren durchforscht der Sensler Christoph Riedo die Musikarchive der Klöster. Was er dort findet, sind keine vollständigen Partituren mit Geigen, Cello und Orgelstimmen, sondern so genannte Stimmhefte – für jedes Instrument ein Stimmheft. «Da es im Kloster keine Dirigenten gab, waren auch keine vollständigen Partituren notwendig», sagt der Musikwissenschafter. Riedo fügt nun die einzelnen Stimmen zu einem Ganzen zusammen.

In den vergangenen drei Jahren hat der Doktorand zusammen mit den Musikwissenschaftlern Luigi Collarile und Claudio Bacciagaluppi vor allem die Bibliothek des Klosters Einsiedeln unter die Lupe genommen. «Einsiedeln hat die grösste Bibliothek und darum ist der Fundus dort auch immens», sagt Riedo. Die drei Wissenschaftler haben über dreissig Werke transkribiert – eine Auslese aus Hunderten von Stimmheften. Im Rahmen des Nationalfondsprojektes richten sie ihr Augenmerk aber auch auf den Ursprung und die Aufführungspraxis.

Bis jetzt nur ab Manuskript

Fündig geworden sind die drei Forscher ebenfalls in Müstair, Engelberg, Beromünster und St. Urban. Einige musikalische Kostbarkeiten aus diesen Schweizer Klöstern sind nun am Donnerstag in der Kapelle des Bürgerspitals zu hören. Ein Gratiskonzert mit Werken des 16. bis 17. Jahrhunderts, das im Rahmen des internationalen musikwissenschaftlichen Kongresses angeboten wird.

Gespielt wird ab Manuskript; denn bis anhin sind nur wenige Werke veröffentlicht. «Die Veröffentlichung ist ein aufwendiges und kostspieliges Unterfangen», sagt der Musikwissenschaftler. Das sechsköpfige Ensemble – Christoph Riedo spielt Bratsche – führt auf historischen Instrumenten aber auch Werke auf, die in Bibliotheken aufbewahrt werden. So hortet etwa die Zentralbibliothek Solothurn ein «Notenbüchlein» aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, das Johann Viktor Ruossinger (1630- 1700) gehörte, dem Kaplan und späteren Kanonikus der Kathedrale St. Ursen.

Ziel des Kongresses

Das musikwissenschaftliche Institut der Universität Freiburg führt vom Mittwoch bis Samstag einen internationalen musikwissenschaftlichen Kongress durch. Ziel und Zweck definiert Christoph Riedo folgendermassen: «Mit dem Kongress möchten wir die katholische Kirchenmusik ins Zentrum rücken.» Diese sei von der Wissenschaft stark vernachlässigt worden. Die protestantische Kirchenmusik oder auch die Oper des 16. bis 18. Jahrhunderts seien viel besser erforscht. «Mit der Universität und mit dem Konservatorium zusammen in Freiburg ein Zentrum zu schaffen für katholische Kirchenmusik, das ist unser Ziel», betont der Musikwissenschafter.

Kapelle des Bürgerspitals, Spitalgasse 2, Freiburg. Do., 10. Juni, 20 Uhr. Eintritt gratis.

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