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Freiburg verliert ein Aushängeschild

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Es war ein Rücktritt mit Ansage von Doris Trachsel. Bereits Ende Januar hatte sich die 30-Jährige Gedanken über ihre sportliche Zukunft gemacht und gegenüber den FN erklärt, dass sie «sicherlich nicht nochmals 100 Prozent in den Sport investieren» wolle. In den Doris-News, dem Info-Bulletin der Plasselber Langläuferin, hatte Trachsel bereits vor zwei Wochen den Entschluss ihren Fans und Gönnern kundgetan. Nachdem sie letzte Woche auch ihre Sponsoren informiert hatte, trat sie gestern nun an die Öffentlichkeit und machte ihren Rücktritt offiziell.

Zuletzt zu viele Selbstzweifel

Die Wettkampfsaison 2013/14 war nicht nach den Vorstellungen von Doris Trachsel verlaufen. Obwohl sie verletzungs- und krankheitsfrei trainieren konnte, hatte sie es nicht geschafft, die vollständige Olympianorm zu erfüllen. Folglich fanden die Olympischen Winterspielen in Sotschi ohne sie statt. Die Enttäuschung darüber war gross, hatte Trachsel doch 2010 in Vancouver noch zur Schweizer Olympiadelegation gezählt und stets betont, dass sie den olympischen Spirit noch einmal erleben wollte. «Die Erinnerung an Vancouver und die Hoffnung auf Sotschi haben mich in den vergangenen Jahren während der harten Trainings und schwierigen Phasen immer wieder angetrieben», sagt Trachsel. «Trotzdem fehlte mir im letzten Jahr die Energie, um konsequent den Weg des Spitzensports zu gehen und dabei alle Entbehrungen und Strapazen auf mich zu nehmen.»

Trachsels Motivationsprobleme hatten bereits ein Jahr zuvor ihren Anfang genommen. Die Weltcup-Saison 2012/13 war für die Senslerin eine einzige Enttäuschung: kein Top-30-Rang, keine Medaille an nationalen Meisterschaften, keine Selektion für die WM. Zu guter Letzt wurde Trachsel aus dem National-Kader gekippt. «Ich kam nie richtig auf Touren, hatte Probleme mit dem Trainer. Ende Februar war ich ganz unten angelangt.» Wäre nicht der Traum von Sotschi gewesen, hätte Doris Trachsel im letzten Sommer wohl kaum einen erneuten Anlauf genommen.

So unterbrach sie an der PH Bern ihr Studium zur Sekundarlehrerin und setzte nochmals voll auf die Karte Spitzensport. «Mir war klar, dass ich mindestens einen Zacken zulegen musste. Es gelang mir aber nie, den Schalter umzulegen. Die Krise des Vorjahres hatte an meinem Selbstvertrauen genagt. Und wenn man zu viel an sich zweifelt, macht es den Weg zurück nicht einfacher.»

Trachsel als Nachwuchstrainerin

Je länger die vergangene Saison dauerte, desto mehr wuchs in Trachsel die Erkenntnis, dass es eine Änderung brauchte. Doch wie sollte die aussehen? Der Gedanke, weiterzumachen bis zur WM 2015 in Fallun (Swe), wo der Sprint in Trachsels Paradedisziplin, dem klassischen Stil, ausgetragen wird, war verlockend. «Ich habe auch überlegt, mich künftig auf die Rennen in der Langdistanz zu konzentrieren.» Doch wie oft im Leben ging auch bei Trachsel ein Türchen just in dem Moment auf, als es Zeit dafür war. «Ich wurde von der Trainingsgemeinschaft BOSV/SSM angefragt, ob ich als Trainerin tätig sein wolle», sagt Trachsel. «Im Januar habe ich eine Trainerausbildung angefangen, das Angebot kam also zu einem günstigen Zeitpunkt.»

Dass sich Spitzensport, Studium und Trainerjob nicht unter einen Hut bringen lassen würden, war Trachsel bewusst. So fällte sie nach zehn Jahren als Profi-Langläuferin den Entscheid, einen Schlussstrich unter ihre Karriere zu ziehen und sich stattdessen auf ihr Studium zu konzentrieren und sich in der Nachwuchsausbildung zu engagieren. Neben ihrer Tätigkeit beim BSVO/SSV wird Trachsel auch einige Tage als Assistenz-Trainerin bei der Kandidatengruppe der Biathleten in Realp aushelfen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

«Ich verabschiede mich mit einem lachenden und weinenden Auge vom Langlauf. Weinend deshalb, weil der Spitzensport in den letzten Jahren mein Leben war. Ich bin mit dem Langlaufen gross geworden, es hat meinen Tages- und Nachtablauf bestimmt. Mir werden die Saisonvorbereitung mit dem Team und der Wettkampf fehlen.»

Anderseits freue sie sich auf die neuen Herausforderungen, blickt Trachsel in die Zukunft. «Das Leben als Profi war nach zehn Jahren nicht mehr so aufregend wie zu Beginn, vor allem das viele Herumreisen empfand ich je länger desto mehr als Belastung. Zudem war ich als Profi immer einem grossen Leistungsdruck ausgesetzt. Der fällt nun weg, das ist eine Erleichterung.»

Rang 12 als Bestergebnis

Doris Trachsels Bestergebnis in einem Weltcup-Einzelrennen war der 12. Rang im Klassisch-Sprint 2011 in Lahti (Fi). 2010 nahm sie an den Olympischen Spielen in Vancouver teil und wurde 30. «Das war sicherlich der Höhepunkt meiner Karriere. Dass ich es damals nach Vancouver geschafft habe, obwohl der Verband nicht an mich geglaubt und mich aus dem Nationalkader gestrichen hatte, war eine besondere Genugtuung. Die Erlebnisse in Vancouver waren einmalig, die kann mir niemand mehr nehmen.» 2005 in Oberstdorf und 2011 in Oslo war Trachsel zudem bei den Weltmeisterschaften am Start. Im ihrem Palmares stehen auch sechs Schweizer Meistertitel.

«Mir fehlten im letzten Jahr die Energie und die Motivation.»

«Als Profi war ich immer einem grossen Leistungsdruck ausgesetzt. Der fällt nun weg, das ist eine Erleichterung.»

«Wenn man zu viel an sich selber zweifelt, macht es den Weg zurück nicht einfacher.»

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