Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Freiburger Unihockey ein Fall für sich»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Matthias Fasel

Wenn am Wochenende Swiss Unihockey sein 25-jähriges Bestehen mit einem Vierländer-Turnier im Zürcher Hauptbahnhof feiert (vgl. Kasten), ist Patrick Falk an vorderster Front mit dabei. Der 37-jährige Sensler aus St. Antoni ist seit neun Jahren Geschäftsführer von Swiss Unihockey. Zuvor war er bereits acht Jahre als Sachbearbeiter beim Verband tätig.

Patrick Falk, als Sie vor 17 Jahren beim Verband angefangen haben, war Unihockey in der Schweiz eine sehr junge Sportart. Was hat sich bis heute geändert?

Sehr vieles. Damals gab es in der Schweiz 2500 lizenzierte Spielerinnen und Spieler, heute sind es 30 000. Das hatte natürlich Änderungen beim Verband zur Folge. 1993 waren wir zwei Angestellte, heute sind es 14.

Wie erklären Sie sich den Boom dieser Sportart?

Ein Hauptgrund ist sicher, dass Unihockey eine extrem beliebte Schulsportart ist. Heute haben rund 100 000 Schüler jede Woche mindestens einmal einen Unihockey-Stock in der Hand. Es ist damit wohl die Schulsportart Nummer 1. Die Gründe dafür sind, dass Unihockey eine einfache Sportart ist, bei der jeder schnell einmal ein gewisses Level erreicht, und dass man die Sportart sowohl draussen als auch in der Halle ausüben kann.

Nach den vielen Boom-Jahren stagniert die Zahl der Lizenzierten seit zwei Jahren. Hat Unihockey den Zenit erreicht?

So leicht wie in den Boom-Jahren wird es sicher nicht mehr werden, zu neuen Spielern zu kommen. Unihockey ist in der Schweiz bereits heute hinter Fussball und Volleyball die Sportart mit den drittmeisten Lizenzierten. Da ist klar, dass irgendwann die Anzahl Spieler nicht mehr wie selbstverständlich jedes Jahr zunimmt.

Aber das Ziel ist, dass in den nächsten Jahren die Anzahl der Lizenzierten wieder zunimmt. Wir sind momentan am Analysieren, wie das gelingen könnte. Wir müssen wohl auch die Spielgefässe anpassen, so dass die Spieler länger dabei bleiben. Spielende Senioren gibt es heute zum Beispiel kaum.

Wie sieht die Verteilung in Sachen Geschlechter aus?

Von den 30 000 Lizenzierten sind 5000 Frauen. Das ist im Vergleich mit anderen Sportarten akzeptabel, aber für mich als ehemaligen Trainer eines Frauenteams dürften es gerne ein bisschen mehr sein. Das ist schon etwas, das man noch pushen sollte.

Was sagen Sie vor diesem Hintergrund dazu, dass Unihockey Freiburg vor kurzem ein Frauenteam ohne deren Einverständnis ausgeschlossen hat?

Das habe ich mitbekommen. Ich bedauere solche Sachen sehr. Aber das Freiburger Unihockey ist ohnehin ein Thema für sich.

Inwiefern?

Das Hauptproblem ist, dass jeder in seinem eigenen Gärtchen bleiben will. Die Zusammenarbeit zwischen den Clubs funktioniert mehrheitlich überhaupt nicht. Oft spielen Neid und Missgunst mit. Das ist schade. Denn eigentlich ist Unihockey in Freiburg beliebt. Würde man die besten Freiburger Spieler zusammennehmen, würde auch bei den Männern auf jeden Fall ein Nationalliga-Team herausschauen.

Im Fussball gibt es Stimmen, die dasselbe behaupten. Was ist der Grund für das Freiburger Gartenzaundenken?

Das ist schwierig zu sagen. Aber ich beobachte, dass es in anderen Kantonen nicht so ist. Dort herrscht eine andere Philosophie. Der sportliche Erfolg ist dort so wichtig, dass er über einigen Befindlichkeiten steht. Den UHC Sensebezirk hingegen wird es nie geben. Das Phänomen ist übrigens nichts Neues. Als ich 1992 die Frauen von Flamatt trainierte, gab es Bestrebungen, mit Düdingen und Tafers zu fusionieren, um ein schlagkräftiges NLA-Team auf die Beine zu stellen. Geklappt hat es nie. Die anderen Clubs warfen uns vor, dass wir bloss ihre besten Spielerinnen abwerben wollten. Ich hoffe doch sehr, dass man dem begrüssenswerten Projekt UH Freiburg genug Zeit lässt, um sich zu entwickeln. Und dass bei diesem Projekt auch wirklich der Sport im Fokus steht.

Fakt ist: In Freiburg macht man definitiv zu wenig aus dem Potential. Dabei sind die Freiburger Clubs verwöhnt.

Verwöhnt wodurch?

Durch die guten Voraussetzungen in Sachen Grossfeldhallen. Im Sensebezirk hat fast jedes kleine Dörfchen eine Dreifach-Turnhalle. In Bern träumen Erstliga-Clubs von Voraussetzungen, die ihnen erlauben, zwei bis dreimal pro Woche zu trainieren. Das ist dort schlicht unmöglich.

Hallenbelegungen hin oder her, in Sachen Breitensport gehört Unihockey zumindest in der Deutschschweiz zu den Top-Playern. In Sachen Leistungssport hingegen ist es immer noch eine Randsportart.

Das ist so. Man muss realistisch sein. Auch wenn einige Unihockeyaner sich in den letzten Jahren überschätzten, an Realitätsverlust litten und dachten, dass nach Fussball und Eishockey in der Zeitung gleich Unihockey kommen müsste. Man muss zugeben, in Sachen Leistungssport sind wir noch nicht so weit. Unihockey ist nicht so wichtig.

Während im Breitensport ein Boom stattgefunden hat, sieht es in den Hallen der Nationalliga immer noch gleich aus wie vor zehn Jahren. Holzbänke – und Sponsoren-Planen, die mehr schlecht als recht in der Gegend hängen.

Ist es möglich, dass sich in den nächsten Jahren etwas ändern wird?

Es ist schwierig. Das Hallenproblem ist kaum zu lösen. Die Clubs spielen in normalen Turnhallen. Das ist für die Zuschauer nun mal nicht so attraktiv. Wenn es Event-Hallen für 2000 Zuschauer gäbe, sähe es ganz anders aus. Aber solche gibt es in der Schweiz leider nicht. Kommt hinzu, dass Unihockey vor allem in ländlichen Regionen beliebt ist. So variiert der Zuschauerschnitt der NLA-Teams zwischen 750 und 200 Zuschauern.

Bei diesem vergleichsweise geringen Zuschauerinteresse dürfte in der Schweiz für die Spieler finanziell nicht viel zu holen sein …

In der Regel spielt ein Unihockey-Spieler bestenfalls für Spesen und Material. Es gibt einige Ausnahmen. Ausländern wird zum Teil eine Wohnung zur Verfügung gestellt, und bei Meister Wiler-Ersigen sind zehn Spieler zu 20 Prozent angestellt. Aber reich wird im Schweizer Unihockey bestimmt niemand.

Mehr zum Thema