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Gänsegeier kreisten über Kaiseregg

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Autor: Imelda Ruffieux

Gänsegeier sind sehr beeindruckende Tiere: Mit ihren grossen Flügeln mit einer Spannweite von bis zu 2,70 Meter können sie mühelos bis zu 300 Kilometer am Tag fliegen. Ein paar Vertreter dieser Spezies, die grösser ist als ein Adler, ist von Juli bis September im Kanton Freiburg gesichtet worden. Das ist eine Seltenheit, denn hierzulande gibt es bis jetzt keine Kolonie von Gänsegeiern. Bis ins Mittelalter waren die Gänsegeier in Mitteleuropa verbreitet. Über Kolonien in der Schweiz gibt es aber auch aus früheren Zeiten kaum Informationen, wie der Biologe Adrian Aebischer ausführt.

Vereinzelt gesichtet

Man nimmt an, dass die im Kanton Freiburg gesichtete Gruppe von Vögeln aus Frankreich kommt. Anfang der 80er-Jahre wurde dort ein Wiederansiedlungsprogramm begonnen, das sehr gut angelaufen ist. Weil die nächste Kolonie nur 200 Kilometer von Genf entfernt ist, sind in den letzten Jahren immer häufiger auch einzelne Tiere oder kleine Gruppen in der Schweiz gesichtet worden, allerdings meist nur ein bis drei Tage. So zum Beispiel 2009 im Gebiet Dent-de-Lys.

Zwei Besonderheiten

Die Gänsegeier, die im Gebiet Kaiseregg, Schafharnisch und Breccaschlund gesehen wurden, fallen durch zwei Besonderheiten auf, wie Adrian Aebischer einen Bericht der Zeitung La Gruyère bestätigt. «Zum einen ist es mit 25 Tieren eine sehr grosse Gruppe, die gesehen wurde. Zum anderen hielten sich die Gänsegeier nicht nur zwei, drei Tage, sondern mehrere Wochen in der Gegend auf.»

Der Biologe nimmt an, dass der Hauptgrund für den verlängerten Besuch darin liegt, dass die Vögel hier genügend Futter gefunden haben (siehe auch Kasten). Das Futterangebot ist von überlebenswichtiger Bedeutung für Gänsegeier.

Der Biologe Adrian Aebischer erklärt, dass es den Kolonien in Spanien im Gegensatz zu Frankreich sehr schlecht geht. «Bis vor einigen Jahren ging es den spanischen Gänsegeiern gut, denn sie haben sich in der Nähe von üppigen Futterstellen eingerichtet, bei Ablageplätzen für Schlachtabfälle. Als neue Richtlinien der EU solche Schlachtabfallplätze verboten, nahmen die Kolonien innerhalb weniger Jahre drastisch ab», führt Aebischer aus.

Vielleicht in ein paar Jahren ansässig

Trotz der aussergewöhnlichen Sichtung ist es nicht zu erwarten, dass der Gänsegeier demnächst im Kanton Freiburg wieder ansässig wird. «Bei den Ausflüglern aus Frankreich handelt es sich grossteils um Jungtiere, die noch nicht fortpflanzungsfähig sind», sagt Adrian Aebischer. Sie fliegen zum Brüten wieder zurück in ihre Heimatkolonie.

«Aber wenn es ihnen hier gefällt und sie genügend zu fressen haben, wer weiss, vielleicht in zehn bis zwanzig Jahren, halte ich es für möglich.» Schliesslich müssten die Jungtiere sich auch wieder einen neuen Platz suchen, vor allem, wenn die Kolonien immer grösser werden.

 

Biologie

Keine Gefahr für Mensch und Tier

Gänsegeier sind reine Aasfresser. Die Greifvögel ernähren sich also von Tierkadavern, zum Beispiel von verendeten Gämsen oder Schafen, die verunfallt sind oder vom Wolf gerissen wurden. «Der Gänsegeier selbst wird niemals ein lebendiges Tier angreifen – und auch keinen Menschen», sagt Biologe Adrian Aebischer. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass vor 100 Jahren beispielsweise der Bartgeier gejagt worden ist, weil ihm angelastet worden war, dass er Schafe oder sogar kleine Kinder reissen würde. im

Gänsegeier fliegen locker bis zu 300 Kilometer am Tag.

Bild zvg

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