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Gäste stornieren, Hotels schliessen

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Leere Zimmer, ein leeres Frühstücksbuffet und leere Seminarräume. Schon wieder. Die Hotels im Kanton Freiburg dürften geöffnet haben – doch es rentiert sich kaum. Die FN haben stellvertretend mit den Direktoren des Hotels Bad Murtensee in Muntelier und der Hostellerie am Schwarzsee gesprochen.

Erst im Sommer hat Urs Rölli, Direktor des Hotels Bad Murtensee, seine Stelle angetreten. Jetzt ist das Hotel leer. In den letzten Tagen haben alle Gäste ihre Buchungen im Hotel in Muntelier storniert. Grund dafür sei zum einen die Angst vor dem Virus. Zum anderen könne das Hotel unter anderem wegen des geschlossenen Restaurants sein Angebot nicht gänzlich anbieten.

Die Gäste kommen nicht

Auch am Schwarzsee haben die Gäste ihre Buchungen storniert. Um die zweite Welle der Corona-Pandemie zu verkraften, handelte Peter Roodbeen, Direktor der Hostellerie am Schwarzsee, konsequent: Der Betrieb ist geschlossen. Bis Mitte Dezember. Es sei kein anderer Weg möglich. In anderen Jahren ist die Hostellerie durchgehend offen. «Am liebsten bewirten wir Gäste. Wenn sich die Gäste aber nicht vorbeizukommen trauen, dann bringt es nichts», sagt Roodbeen.

Der Herbst ist für beide Hotelbetriebe die Saison der Firmenanlässe. «Seminare und Bankette machen 80 Prozent des Umsatzes in dieser Jahreszeit aus», sagt Urs Rölli. Der Umsatz fällt weg. Das Gruppengeschäft fällt weg. Familien-Kurzferien alleine reichen der Hostellerie am Schwarzsee finanziell nicht aus – Strom, Heizung und vieles mehr, das alles kostet. «Wir müssen den Schaden jetzt minimalisieren», sagt Roodbeen. In den sieben Wochen, in denen das Hotel zu ist, rechnet er mit mindestens 100 000 Franken Fixkosten, die verloren gehen.

Das Hotel am Murtensee ist nicht komplett geschlossen. «Wenn jemand dringend ein Bett braucht, bieten wir das an», sagt der Direktor. Gästen, die des Essens wegen vorbeikommen wollen, müsse er absagen. Ein Frühstück kann er seinen Gästen nicht anbieten.

Das Hotel läuft momentan mit dem geringstmöglichen Aufwand. Zwei Mitarbeitende sind noch vor Ort. Die restlichen sind seit letztem Donnerstag in Kurzarbeit. 24 Mitarbeitende, davon die Hälfte in einem Teilzeitpensum oder auf Abruf, arbeiten für den Betrieb. Für zwei Personen, die im Stundenlohn angestellt sind, habe er noch keine Bewilligung für die Kurzarbeitsentschädigung erhalten. «Es hapert extrem», sagt Rölli. Den Tag vor dem Gespräch mit den FN verbrachte er am Telefon. «Irgendeine Lösung werden wir aber finden», ist er überzeugt. Auch alle 39 Mitarbeitenden der Hostellerie am Schwarzsee sind seit letzter Woche in Kurzarbeit.

Saisonniers sind von der aktuellen Situation nicht betroffen, denn sie arbeiten im Sommer im Hotel Bad Murtensee. In Schwarzsee besteht das Team aus festangestellten Mitarbeitenden.

Team in Kurzarbeit

«Meine wichtigste Aufgabe ist es momentan, die Angestellten zu motivieren», sagt Rölli. Er blickt auf den kommenden Frühling. Dann möchte er mit seinem Team gestärkt in die Sommersaison starten. Der Sommer ist für das Hotel überlebenswichtig. Für die Region Schwarzsee ist auch der Winter wichtig. «In normalen Jahren müssen wir während sieben Monaten Geld verdienen und im restlichen Jahr schauen, dass wir nichts kosten», sagt Roodbeen. Schliesslich zählen aber alle Einnahmen.

Die diesjährige gute Sommersaison hat dem Hotel in Muntelier den ersten Lockdown wettgemacht. Die Region um den Murtensee habe im Sommer davon profitiert, dass viele Schweizer nicht im Ausland Ferien gemacht haben, unterstreicht der Inhaber des Hotels Bad Murtensee, Marcel Jörg. Er möchte sich deshalb nicht beklagen. «Uns werden am Ende des Jahres wohl drei oder gar vier Monate fehlen, und dennoch haben wir den gleichen Umsatz erzielt wie im 2019», sagt er.

Am Schwarzsee ist die Situation anders. Im ersten Lockdown sei ein riesiges Loch entstanden, sagt Roodbeen. «Es ist unmöglich, das mit der guten Sommersaison aufzuholen.» Für die kommenden Monate rechnet Rölli mit keinen Einnahmen. Mit eng geschnalltem Gürtel kann das Hotel Bad Murtensee aber die fehlenden Einnahmen verkraften.

Beide Hoteldirektoren klingen im Telefongespräch nicht wütend. Sie akzeptieren die Situation und setzen sich für ihre Mitarbeitenden ein. Roodbeen zeigt Verständnis. «Es ist ein Mittel zu dem Zweck, das Coronavirus unter Kontrolle zu bringen.» Wenn das gelingt, hat die Hostellerie am Schwarzsee eine gute Wintersaison. Und das Hotel Bad Murtensee Gäste, die auch frühstücken dürfen.

«Uns werden Ende Jahr drei oder vier Monate fehlen, und dennoch haben wir den gleichen Umsatz erzielt wie 2019.»

Marcel Jörg

Inhaber Hotel Bad Murtensee

«Es ist unmöglich, den Verlust mit der guten Sommersaison aufzuholen.»

Peter Roodbeen

Direktor Hostellerie am Schwarzsee

«Meine wichtigste Aufgabe ist es momentan, die Angestellten zu motivieren.»

Urs Rölli

Direktor Hotel Bad Murtensee

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