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Gefängnis für Pädophilen

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Gefängnis für Pädophilen

Bezirksgericht Saane folgt Staatsanwalt

Wegen Unzucht mit Kindern, sexueller Nötigung und Pornografie ist ein 38-jähriger Saanebezirkler gestern zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die zwei Buben einer befreundeten Familie misshandelt.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

Eine Saanebezirkler Familie hatte Patric* im Juni 2003 an einem Grillfest getroffen. Noch am gleichen Tag fragte dieser die Eltern, ob er mal mit den Knaben – damals 14- und 12-jährig – ausgehen könne. Das Treffen verlief ohne Zwischenfälle. Patric lud die beiden daraufhin regelmässig zu sich nach Hause ein. Der jüngere der Brüder war während vier Monaten ein- bis zweimal in der Woche bei ihm, der ältere insgesamt viermal. Oft blieben sie gleich von Freitag bis Sonntag.

In dieser Zeit schaute der Mann mit den Knaben Softpornos. Er masturbierte dabei, es kam zu sexuellen Übergriffen und Zungenküssen. Der Jüngere hatte auch mehrmals im Bett des Pädophilen übernachtet.

Absolut kein Verdacht der Eltern

Die Eltern hatten keinerlei Verdacht geschöpft. «Er war ein sympathischer Mann, der nett zu unseren Kindern war», sagte der Vater vor dem Bezirksgericht Saane. Mit den Knaben hatten die Eltern ein sehr schwieriges Verhältnis, die Eltern wurden fast täglich aufs Übelste beschimpft. Die Knaben waren anfangs gern zu Patric gegangen. Gerade der Jüngere habe sogar ein Pfadilager absagen wollen, weil er in dieser Zeit lieber bei Patric sein wollte. «Er hat mich aufgefordert ihn zu streicheln», sagte dieser.

Das sah Raphaël Bourquin, Substitut der Staatsanwaltschaft, ganz anders. «Er hat die Unschuld zweier Kinder gebrochen, um seine egoistischen, perversen Gelüste zu befriedigen», sagte er. Und dass dies systematisch über Monate und gleich mit zwei Knaben geschehen sei, mache es noch schlimmer. Die Knaben hätten nicht zu widersprechen gewagt, sagte Bourquin.

Ein psychiatrisches Gutachten beschied Patric eine leicht eingeschränkte Verantwortlichkeit; vor allem aber eine relativ grosse Rückfallgefahr, wenn keine Psychotherapie über mindestens drei Jahre durchgeführt werde. Er habe die Therapie schon angefangen, sagte Patric, der beweisen wollte, dass es ihm ernst war.

Ein anderes Gutachten attestierte der ganzen Familie der Opfer eine intellektuelle Unreife. Dies erkläre einen Teil des naiven Verhaltens sowohl der Eltern wie der Knaben.

«Patric hat zwar die Taten gestanden, aber Sie als Richter müssen fair bleiben. Er ist kein Dutroux und hat in diesem Fall keine sexuelle Nötigung begangen», sagte sein Anwalt Benoît Sansonnens. Die Kinder hätten stets zu ihm gehen wollen.

Die Verteidigung baute ihr Plädoyer auf den Unterlassungssünden der Eltern auf. «Das unverantwortliche Verhalten der Eltern ist unglaublich. Gegen diese müsste man eine Untersuchung führen», sagte Sansonnens. Dies wiederum fand Bourquin alles andere als fair. Und Zivilklägerin Manuela Bracher Edelmann sagte, dass die Familienverhältnisse überhaupt nichts mit diesem Fall zu tun hätten.
Das Gericht unter Präsident Pierre-Emmanuel Esseiva verurteilte Patric zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. «Sie müssen akzeptieren, dass man Kindern nicht weh tun darf», sagte Esseiva zum Angeklagten. Neben den längst zugegebenen sexuellen Übergriffen verurteilte das Saanegericht Patric auch wegen sexueller Nötigung und Pornografie.

* Phantasiename

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