Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Gefordert sind: Tore, Tore, Tore

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am Montag spielt die Schweiz gegen Bulgarien in Luzern und im Fernduell gegen Italien um die direkte Teilnahme an der WM-Endrunde 2022 in Katar. Für den 1. Platz in der Gruppe C braucht sie wohl mindestens drei Tore. Und dies ohne sieben Stammspieler.

Am Freitag beim erstaunlichen 1:1 in Rom gegen Europameister Italien spielte die Schweiz eine Halbzeit lang erfrischend offensiv und verteidigte nach der Pause das Unentschieden mit einer guten Defensivleistung. Am Montag in Luzern gegen Bulgarien braucht es nun 90 Minuten lang Offensivfussball. Nationalcoach Murat Yakin sagte bereits in Rom: «Gegen Bulgarien lautet die Devise Offensive.»

Will die Schweiz die fünfte Teilnahme in Folge an einer WM-Endrunde schon am Montag mit dem Gruppensieg und nicht erst im März in den kniffligen Playoffs realisieren, braucht sie im Fernduell mit den punktgleichen Italienern, die gleichzeitig auswärts gegen Nordirland antreten, wohl Tore, Tore und nochmals Tore. Sie muss gegenüber Italien das Handicap von zwei Treffern aufholen, also um zwei Tore höher gewinnen.

Mit dem Taschenrechner in der Hand

Die Ausgangslage ruft die Experten der Ranglisten-Arithmetik auf den Plan. Nicht benötigt werden diese im unwahrscheinlichen Fall, dass die Schweiz und Italien nicht beide gewinnen. Direkt qualifiziert ist dann, wer am Montag mehr Punkte holt. Enden beide Partien unentschieden, sind die Italiener aufgrund der besseren Tordifferenz im Vorteil. Kompliziert wird es, wenn die Schweiz und Italien wie erwartet gewinnen. Dann ginge es zur Ermittlung des Gruppensiegers um die Tordifferenz und allenfalls um die höhere Anzahl erzielter Tore. Italien steht derzeit bei 13:2 Toren, die Schweiz bei 11:2.

Vereinfacht erklärt, ist es so, dass die Schweiz im Vergleich mit Italien nicht nur um mindestens zwei Tore höher gewinnen, sondern auch mindestens zwei Tore mehr erzielen muss. Gewinnt Italien, braucht die Schweiz also mindestens drei Tore. Ein 3:0 der Schweiz reicht, wenn Italien 1:0 gewinnt. Allerdings reicht ein 4:1 nicht, wenn Italien 3:2 gewinnt. Sind am Ende Schweizer und Italiener auch im Torverhältnis gleich, ist die Schweiz im Vorteil, denn in diesem Fall kommt der direkte Vergleich zur Anwendung. Hier hat die Schweiz dank der Auswärtstorregel (0:0 in Basel, 1:1 in Rom) die Nase vorn.

Trotz kleinem Rückstand ist die Ausgangslage für die Schweiz vor den letzten 90 Minuten äusserst gut. Ein Heimspiel gegen Bulgarien scheint auf dem Papier deutlich einfacher als ein Auswärtsspiel gegen Nordirland, das von den letzten 19 Qualifikationsspielen zu Hause nur drei in der regulären Spielzeit verloren hat (darunter gegen die Schweiz in den WM-Playoffs im November 2017). Doch die Bulgaren sind nicht zu unterschätzen und unberechenbar zugleich. Gegen die Schweiz kassierten sie zum Auftakt in der WM-Qualifikation in Sofia in der ersten Viertelstunde drei Gegentore, im September aber überraschten sie mit einem 1:1 auswärts gegen Italien.

Ohne sieben Stammspieler

«Drei Tore? Scheint machbar, aber man muss gegen Bulgarien auch erst einmal gewinnen», sagte Yakin. Zumal sich die personelle Situation bei den Schweizern nochmals zugespitzt hat. Am Sonntag wurde bekannt, dass mit Ricardo Rodriguez ein weiterer Stammspieler ausfällt. Der Aussenverteidiger muss wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel passen. Und weil zudem Manuel Akanji gesperrt und Nico Elvedi schon gar nicht erst angereist ist, fehlen Yakin drei Viertel der Stammverteidigung.

Hinzu kommen wie schon in Italien in Mittelfeld und Sturm die Ausfälle von Captain Granit Xhaka, Steven Zuber, Breel Embolo und Haris Seferovic. Alles in allem muss Yakin gegen Bulgarien auf sieben Spieler verzichten, die an der EM im Sommer zur Startformation gehört hatten.

Das alles darf die Zuversicht der Schweizer nicht schmälern; sie haben vor einem Monat in Litauen ebenfalls mit einigen Absenzen – damals fehlten fünf Leistungsträger – gewonnen. Litauen ist zwar etwas schwächer als Bulgarien, dafür wurde dort auf einem fürchterlichen Kunstrasen und vor fremder Kulisse gespielt. Am Ende gab es ein 4:0 für die Schweiz – ein solches Resultat könnte am Montag reichen für den grossen Coup.

Yakin: «Wir brauchen keinen Systemwechsel»

Aufgrund der Ausgangslage muss die Schweiz am Montag im letzten Spiel der WM-Qualifikation gegen Bulgarien in Luzern einen hohen Sieg anstreben. Murat Yakin denkt trotzdem und trotz der vielen Ausfälle aber nicht an einen Systemwechsel.

Nach exakt drei Jahren kehrt die Schweizer Nationalmannschaft zurück in die Luzerner Swissporarena. Beim letzten Mal gab es ein erstaunliches 5:2 gegen Belgien mit drei Toren vor der Halbzeit innerhalb von 18 Minuten. Ähnliches wünscht sich der Schweizer Trainer Murat Yakin auch am Montag gegen Bulgarien im Fernduell und im Wettschiessen mit Italien (in Nordirland) um den Gruppensieg. «Ein frühes Tor hilft immer. Das haben wir am Freitag in Rom gesehen. Dann spielt man mutiger.»

Mario Gavranovic ist einer der Spieler, der den entsprechenden Auftrag hat. Von ihm werden Tore erwartet. Gavranovic hat in Pflichtspielen für die Schweiz acht Treffer erzielt, allerdings fünf davon als Joker. «Das ist nur eine Statistik. Ich sehe keinen Unterschied, ob ich von Beginn weg spiele oder später reinkomme. Auch als Stammspieler habe ich genug oft bewiesen, dass ich gefährlich sein kann.»

Mario Gavranovic ist einer der offensiven Trümpfe.
Keystone

Gavranovic wird dieses Mal von Beginn weg stürmen. Noah Okafor, der gegen Italien als Mittelstürmer eine Halbzeit lang überragend war, dürfte demnach auf den Flügel ausweichen. Denn einen Zweimannsturm schloss Yakin mit seinen Worten indirekt aus. «Wir brauchen keinen Systemwechsel. Die Automatismen sitzen. Auch gegen Nordirland und Litauen haben wir mit diesem System offensiv gespielt.» Es brauche nicht fünf Stürmer auf dem Platz, sondern das, was die Schweiz in den letzten Spielen ausgezeichnet habe: «Ruhe, Organisation und Intensität.»

Wenn Yakin möglichst wenig ändern will an System und Personal, dann wird er den verletzten Ricardo Rodriguez durch Ulisses Garcia ersetzen. Dieser verschuldete zwar in Italien etwas unbedarft den späten Penalty, hat aber seine Stärken sowieso eher in der Offensive. Yakin: «Wir brauchen Aussenverteidiger, die hoch stehen.» Für den gesperrten Innenverteidiger Manuel Akanji stehen Eray Cömert oder Fabian Frei als Ersatz bereit.

Ein offensiver Schlüsselspieler kommt gegen Bulgarien zu einem Jubiläum. Captain Xherdan Shaqiri bestreitet das 100. Länderspiel und wird damit zum fünften Schweizer nach Heinz Hermann, Alain Geiger, Stéphane Chapuisat und Stephan Lichtsteiner, der diese Marke erreicht. «Xherdan hat viele wichtige und schöne Erlebnisse gehabt mit der Schweiz. Jetzt hoffen wir, dass ein weiteres Schönes hinzukommt», so Yakin. Ob er sich von Xherdan zum Jubiläum besonders viele Tore wünscht? Yakin: «Mir reicht es, wenn er ein paar Assists liefert.»

Ausgangslage: Ein 0:0 kann reichen, ein 4:0 womöglich nicht

Im Fernduell um den Gruppensieg könnte für die Schweiz (zu Hause gegen Bulgarien) und Italien (auswärts gegen Nordirland) jedes Tor entscheidend sein. Der Schweiz kann aber schon ein 0:0 reichen, wenn Italien gleichzeitig verliert. Handkehrum könnte ein 4:0 zu wenig sein, wenn Italien gleichzeitig 3:1 gewinnt.

Grundsätzlich gilt für die Schweiz: Sie muss entweder mehr Punkte holen als Italien oder um (mindestens) zwei Tore höher gewinnen und dabei (mindestens) zwei Tore mehr erzielen.

Die Ausgangslage in der Gruppe C: 1. Italien 15 Punkte, 13:2 Tore. – 2. Schweiz 15 Punkte, 11:2 Tore.

Einige Resultat-Beispiele und ihre Auswirkungen im Detail:
• Die Schweiz gewinnt 1:0, Italien spielt 0:0. – Die Rechnung ist einfach: Die Schweiz holt am Montag mehr Punkte als Italien und wäre mit 18 Zählern Gruppensieger. Italien müsste als Zweiter mit 16 Punkten in die Playoffs (das gleiche Beispiel gilt auch umgekehrt). Grundsätzlich gilt: Wer am Montag mehr Punkte holt als der Gegner, ist direkt für die WM qualifiziert.
• Die Schweiz gewinnt 3:0, Italien gewinnt 1:0. – Somit hätten beide Teams 18 Punkte und eine Tordifferenz von 14:2. Diese absolute Gleichheit lässt die Direktbegegnungen zur Anwendung kommen. Diese endeten zweimal unentschieden, doch wäre die Schweiz dank der Auswärtstorregel (0:0 in Basel, 1:1 in Rom) im Vorteil und als Gruppensieger direkt für die WM qualifiziert.
• Die Schweiz gewinnt 4:0, Italien gewinnt 3:1. Wieder wären beide Teams punktgleich und hätten mit plus 13 die gleiche Tordifferenz. Allerdings wären die Italiener im Vorteil, weil sie ein Tor mehr erzielt hätten als die Schweizer (16:3 gegenüber 15:2).
• Die Schweiz gewinnt 5:1, Italien gewinnt 2:0. Beide Teams hätten 18 Punkte und wieder eine Tordifferenz von plus 13. In diesem Fall wäre die Schweiz direkt qualifiziert, weil sie mehr Tore erzielt hat als Italien (16:3 gegenüber 15:2).
• Die Schweiz gewinnt 5:0, Italien gewinnt 3:1. Die Schweiz ist mit 18 Punkten und 16:2 Toren Gruppensieger und direkt für die WM qualifiziert, weil Italien die um ein Tor schlechtere Tordifferenz hätte (16:3).

Modus: Der Sieger fährt an die WM, der Zweite kommt in die Playoffs

In der WM-Ausscheidung in Europa qualifizieren sich nur die zehn Gruppensieger direkt für die Endrunde im nächsten Jahr in Katar. Die zehn Gruppenzweiten ermitteln mit zwei Gruppensiegern aus der Nations League im nächsten März in Playoffs mit drei Poules zu je vier Teams (Halbfinal und Final, ohne Hin- und Rückspiel) die drei letzten WM-Teilnehmer aus Europa.

Für die Festsetzung der Rangliste in den Gruppen kommen folgenden Kriterien zur Anwendung:

1. Höhere Anzahl Punkte aus allen Gruppenspielen

2. Bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen

3. Höhere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen

Haben zwei oder mehr Teams die gleiche Anzahl Punkte sowie erzielte und erhaltene Tore, kommen folgende Kriterien zur Anwendung:

1. Höhere Anzahl Punkte aus den Direktbegegnungen

2. Bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen

3. Höhere Anzahl erzielter Tore aus den Direktbegegnungen

4. Höhere Anzahl erzielter Auswärtstore aus den Direktbegegnungen

5. Niedrigere Anzahl Minuspunkte durch Gelbe, Gelb-Rote und Rote Karten aus allen Gruppenspielen

6. Losentscheid

Anmerkung: Im Fernduell zwischen der Schweiz und Italien können die Punkte 5 und 6 nicht mehr zur Anwendung kommen. Sollten die Schweiz und Italien nach allen Gruppenspielen die gleiche Anzahl Punkte sowie erzielte und erhaltene Tore aufweisen, ist die Schweiz dank der Auswärtstorregel in den Direktbegegnungen im Vorteil (0:0 in Basel, 1:1 in Rom).

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema