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Gierig essen, bis einem schlecht wird

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Autor: Imelda Ruffieux

Models werden trotz warnenden Stimmen immer dünner – ein Frust für alle normalen Frauen, die es nie schaffen, diesem unnormalen Schönheitsideal zu entsprechen. Die diplomierte Ernährungsberaterin Heike Hinsen versucht am 16. November einen ernährungspsychologischen Ansatz für Essattacken zu finden (siehe auch Kasten).

Heike Hinsen, was versteht man unter Essattacken?

Von einer Essattacke spricht man, wenn das Gefühl von Kontrollverlust entsteht. Wenn sehr schnell, zu viel und ohne wirklichen Genuss, also gierig, gegessen wird. Dabei handelt es sich nicht um einen Mehrverzehr von einer Scheibe Brot oder einer Reihe Schokolade, sondern um eine wesentlich grössere Menge, Grössenordnung 1000 bis 10000 Kalorien. Oder anders gesagt: einer halben bis einer ganzen Einkaufstasche voller Esswaren.

Gibt es verschiedene Arten von Essattacken?

Es gibt die geplante Essattacke und die ungeplante: Entweder entsteht der Kontrollverlust erst im Laufe einer Mahlzeit oder der Moment und das Überessen wurden im Voraus festgelegt. Es gibt Essattacken, die dauern nur kurz, beispielsweise eine Stunde, und solche, die dehnen sich auf den ganzen Abend aus.

Welche Ursachen haben Essattacken?

Das ist eine schwierige Frage, eine genaue Ursache kann nicht definiert werden. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass meistens drei Faktoren vorhanden sind: Die Betroffenen ernähren sich zu kohlenhydratarm, essen also zu wenig Stärkeprodukte wie Brot, Teigwaren, Reis. Wenn der Kohlenhydratspeicher tief ist, besteht die Gefahr eines Blutzuckerabfalls. Das löst Heisshunger aus. Der zweite Faktor: Kurz vor der Attacke ist meist eine hohe innere Anspannung vorhanden, Druck, Stress oder Frustration. Es entsteht das Bedürfnis nach einem Ventil. Wenn ausserdem Müdigkeit oder Erschöpfung vorhanden sind, sinken Bereitschaft und Fähigkeit, sich zu kontrollieren.

Um abzunehmen, verzichten viele auf Kohlenhydrate. Warum ist das in Ihren Augen mehr schädlich als nützlich?

Kohlenhydrate sind unsere Hauptenergielieferanten im Stress. Wenn der Puls steigt, verbrennen wir kaum Fett, sondern vorwiegend Zucker. Wer zu lange zu wenig Stärkeprodukte konsumiert, hat eher mit Esslust, Süsshunger usw. zu kämpfen. Auch besteht die Gefahr, dass der Körper sich an diese Unterversorgung anpasst und den Energieverbrauch drosselt. Ständiges Kalthaben oder Frieren könnten Alarmzeichen für eine Stoffwechselreduktion sein.

Was sagen Sie zum Trend, dass schlanker besser wäre. Kommen wir je einmal von diesem unmöglichen Schlankheitsideal weg?

Ich hoffe sehr, dass wir uns von dem Magerideal wieder lösen können. Gerade junge Frauen stehen unter einem nie da gewesenen Druck, einen unerreichbar dünnen Körper haben zu müssen. Was passieren müsste? Wir brauchen Aufklärung und Mut zum natürlichen Frausein – wir müssen uns von dem kontrollierten, hungernden Magerideal verabschieden. Wir brauchen normalgewichtige Vorbilder und Idole, das bedeutet, Menschen aus der Werbe-, Schönheits- und Filmindustrie sollten konsequenter Frauen mit natürlichen Rundungen auswählen.

Eine Essattacke kann kurz dauern oder sich über einen ganzen Abend ausdehnen.Bild Keystone/a

Zum Netzwerk

Anlaufstelle für Essstörungen

Das Netzwerk Essstörungen wurde vor etwa 15 Jahren als Interessengemeinschaft gegründet und umfasst Fachpersonen aus den Bereichen Medizin, Ernährungsberatung, Körpertherapie, Psychologie usw. Das Ziel ist es, sich zu vernetzen, das Wissen über Essstörungen zu verbreiten und präventiv tätig zu werden. Am 16. November spricht Heike Hinsen in Tafers zum Thema «Was, wenn der Körper uns zu Essattacken zwingt». Der Anlass ist offen für alle am Thema Interessierten. im

Spital Tafers, Saal Moleson (1. Stock). Mi., 16. Nov., 19 Uhr. Eintritt 20 Franken für Nicht-Netzwerk-Mitglieder.

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