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Gottéron gleicht Serie mit Heimsieg aus

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Autor: kurt ming

Als offensiven Wahnsinn würde Altmeister John Slettvoll den gestrigen Match in der prallvollen St.-Leonhard-Halle betiteln. Praktisch ohne jede defensive Absicherung – beim Heimklub fehlte der gesperrte Heins in dieser Beziehung an allen Ecken und Enden – rannten die zwei Teams 60 Minuten nach vorne. Ganz unter dem Motto «Wir werden am Schluss schon das eine Tor mehr erzielen als der Gegner». Am Ende ging diese Russisch-Roulette-Taktik für das Pelletierteam auf, auch deshalb, weil der HCD vor den zwei Siegestoren der Freiburger im Powerplay das vierte Tor verpasst hatten.

Beim Sieger erzielten vier verschiedene Schützen die fünf Tore, Geoffrey Vauclair gelang zum ersten Mal seit langer Zeit eine Doublette. Mit riesigem Einsatz hatte sich der Jurassier, der ja Ende Saison die Schlittschuhe an den Nagel hängt, den Preis für den besten Freiburger verdient.

Gelungenes Comeback von Chouinard und Mowers

Punkto Intensität und Spannung war dieses erste Playoff-Halbfinalspiel kaum zu überbieten, bis weit ins letzte Drittel hinein konnte auch niemand in der Halle mit ruhigem Gewissen den Sieger voraussehen. Einmal mehr konnte Gottéron dann in der Schlussphase ein Spiel aus dem Feuer reissen, weil ihnen die Bündner im eigenen Drittel zu viel offenes Eis liessen. Gestohlen haben die Saanestädter den Sieg allerdings nicht, denn vorweg im Startdrittel schmeichelte das 1:1 den pfeilschnellen Boys von Arno del Curto doch ein wenig.

Erstmals seit dem September 2008 standen Freiburgs «Orginalausländer» Marc Chouinard und Mark Mowers wieder in der Startaufstellung der Drachen – und der gewagte Schachzug von Coach Pelletier sollte sich im Resultat auszahlen. Der lange Center gewann einige Bullys und konnte die Wirkung des RvA-Sturms im Vergleich zum Startspiel einschränken, und Mowers war Passgeber zum 5:3 von Law, das den Boden unter den Füssen der Steinböcke endgültig wegzog.

Auch wenn bei den Freiburgern noch bei weitem nicht alles Gold war, was glänzte, zeigte die Mannschaft doch erneut Moral und viel Einsatz und machte die technischen Defizite mit einer starken Chancenauswertung mehr als wett.

Eindrücklich beim Gast war einmal mehr das Tempo, dass man 60 Minuten lang durchzog. Die Frage bleibt jedoch offen, ob der HCD, sollte er in der Serie mal hinten liegen, weiterhin so powern kann. Denn irgendwann werden die Batterien bei Turbospielern wie Ambühl, Guggisgerg oder Reto von Arx auch mal leer sein. Auf der anderen Seite scheint Gottéron in vielen Bereichen noch Reserven zu haben.

Tore am Laufband

Acht Treffer in einem zweiten Spiel einer Playoff-Halbfinalserie, da muss man in den Geschichtsbüchern weit zurückblättern, bis man so etwas findet. Nach 20 Minuten stands nach Toren von Taticek und Wirz – es war seit langem die erste Mouche des Lugano-Rückkehrers – 1:1.

Die eigentliche Torflut sahen die 7125 Fans dann im zweiten Umgang. Innert 144 Sekunden kachelte es nicht weniger als viermal, schön ordentlich zweimal bei Caron und zweimal bei Genoni. Besonders wichtig und schön war Laupers 2:2, als er von der Strafbank kommend im Stile eines Penaltyschützen erfolgreich war. Die Freude im Lager der Drachen war jedoch nur von kurzer Dauer. Eine Minute später zeigte Riesen mit einem Knaller ins Lattenkreuz, warum er beim HCD mit dem Goldhelm herumfährt. Gleich nach seinem Ausgleich knallte Taticek die Scheibe an den Pfosten, Freiburg gelang es mit Ausnahme der letzten Minuten nie, einen Vorsprung einen Moment über die Zeit zu bringen.

Hektische Schlussphase

Viele Mannschaften in der Liga und vorweg im Playoff lauern normalerweise im letzten Drittel auf einen Konter. Nicht so die Davoser, die energisch den Siegestreffer suchten und bei der einen oder anderen harten Strafe vom Schiriduo die Möglichkeit hatten, den Sieg ins Trockene zu bringen. In diesen Phasen hielt jedoch Caron, der grippegeschwächt seine Sache trotz drei Gegentoren gut machte, seine Mannschaft im Spiel. Und als es um alles oder nichts ging, hatte Freiburg die besseren Nerven.

Ausgerechnet Sandy Jeannin, an dem die beiden letzten Spiele ein bischen vorbeigelaufen waren (0:3 Bilanz), legte von der Strafbank kommend Vauclair die Scheibe pfannenfertig zum 4:3 hin. Zweimal hatte sich der HC Davos so gesehen auf die gleiche Art und Weise übertölpeln lassen (53.).

Als kurz danach Law nachdoppelte, brachen die Dämme im St. Leonhard und die einheimischen Fans konnten den Erfolg ihrer Lieblinge feieren.

Was objektiv schon vor dieser Serie Kenner der Szene voraussagten, ist zuletzt zweimal eingetroffen. Spiele gegen den HCD haben überhaupt nichts mehr zu tun mit jenen gegen Zürich. Wollen die Freiburger auch diese hohe Hürde überspringen, müssen sie sich vorab im defensiven Bereich steigern.

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