Freiburg 24.02.2020

Mit Nachtschwärmern am Laternenumzug

Charles Ellena
Bereits zum vierten Mal hat am Samstagabend der Nachtumzug der Bolzenfasnacht stattgefunden. Das Wetter trug zum Erfolg bei.

Paukenschläge ertönen von der Bernbrücke her, ein Gewirr aus Stimmen summt in der Dunkelheit. Um genau 20.20 Uhr erlöschen am Samstagabend die Strassenlaternen des Auquartiers und versetzen die wartenden Freiburger in gespannte Erwartung. Ein riesiger, grün leuchtender Luftballon steigt über den Köpfen der Menge in die Luft, in der die Spannung jetzt greifbar ist. Und dann, mit einem Mal, wird es Licht in der Balmgasse: Wild dreinschauende Wikinger entzünden ihre Fackeln, bunt blinkende Handschuhe dirigieren die einsetzenden Guggenmusiken.

Milde Nacht lockt Besucher

Das Lichterspektakel im Herzen der Freiburger Unterstadt hat begonnen. Was 2017 mit einigen Gruppen seinen Anfang nahm, ist heute fester Bestandteil des Fasnachtswochenendes. Dreizehn Cliquen und sechs Guggenmusiken haben eigens für den Anlass Laternen entworfen, sich in leuchtende Girlanden gekleidet und ihre Instrumente mit bunten Lichtern verziert. Am Samstagabend schwebten sie dann als Glühwürmchen durch die Gassen, und sogar die beleuchtete St.-Nikolaus-Kathedrale tanzte an den Schaulustigen vorbei. Die Freiburger kamen in Scharen. «Dieses Jahr haben an die 2000 Besucher am Nachtumzug teilgenommen», schätzt Christelle Corpataux vom Organisationskomitee der Bolzenfasnacht, «so viele wie noch nie». Dieser Umstand sei auch dem milden Wetter zu verdanken: «Die Leute waren bei den angenehmen Temperaturen noch mehr zum Feiern aufgelegt», freut sie sich.

Feiern bis in die Nacht

Und gefeiert wurde, was das Zeug hält. Musizierend und tanzend bahnte sich der leuchtende Umzug seinen Weg Richtung Werkhof. Nach einer kurzen Verzögerung auf der Mittleren Brücke, wo ein Feuerwerk seine Funken auf die Besucher niederprasseln liess, spielten die Guggenmusiken vor der atemberaubenden Kulisse der Saaneschlucht auf. Anschliessend ging die Party in den Bars und Kellern des Auquartiers weiter. «Es war wirklich beeindruckend, wie viele Leute bis spät in die Nacht geblieben sind», staunt Christelle Corpataux und resümiert: «Es war der pure Wahnsinn!»