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Habt Salz in euch!

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wort zum sonntag

Habt Salz in euch!

Autor: Renate Put

In einigen Gegenden des deutschsprachigen Raums wird an diesem Sonntag Salz gesegnet. Immer wieder haben in der Vergangenheit Menschen wichtige, kostbare und notwendige Dinge des alltäglichen Gebrauchs in gottesdienstlichen Feiern gesegnet oder geweiht. Sie sollten Heilung und Heil bewirken und auch vor Schaden jeglicher Art schützen. Wir kennen in unseren Kirchen vieler solcher Segnungen oder Weihen, die oft auch regional stark im religiösen Bewusstsein verankert sind.

Die Segnung von Salz verknüpfte sich in mir schnell mit einem Wort Jesu aus der Bergpredigt. Dort heisst es: «Ihr seid das Salz der Erde! (Mt 5,13) Wenn das Salz seine Kraft verliert, womit kann man dann noch salzen? Es taugt zu nichts anderem mehr, als weggeworfen und zertreten zu werden.»

Ein recht gängiges Bildwort. Schon häufiger hat mich dieses beschäftigt und sich mit zwei weiteren überlieferten jesuanischen Salzworten verbunden: «Jeder wird mit Feuer gesalzen werden und habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander» (MK 9,49 f).

Das Bedenkenswerte am Salz ist, dass es nicht salz- oder kraftlos werden kann. Es sei denn, es handelte sich um das verunreinigtes Mischsalz der armen Leute. Dies wurde durch Fäulnis ungeniessbar und darum auch weggeworfen. Mit Salz wird gewürzt, gereinigt, konserviert. Es peppt jede Suppe auf. Ohne Salz in der Suppe unseres Lebens wird manches schal oder gar langweilig.

Jesus spricht im Salzwort die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer direkt an: sie sind Salz der Erde!

Zwei Bedeutungen sind möglich: Salz aus/von der Erde und: Ihr seid das Salz für die Erde, das die Erde braucht. Kraft und Energie gehen verloren, wenn die «Bodenhaftung» fehlt. Ebenso gilt, dass Kraft und Energie nie nur allein für sich selbst ist, sondern immer auch für andere oder das andere: Denn Menschheit und Schöpfung sind «Erde». Alle sind Salz mit der je eigenen zugemessenen Kraft der Erde.

Salz sein bedeutet auch, den Mut zu haben, sich zuzumuten. Während und nach dem 2. Weltkrieg galt in Deutschland der Dreifaltigkeitssonntag als Bekenntnissonntag. Vor allem in katholischen Jugendverbänden war dies Anlass, sich zum eigenen Glauben und zu Gott zu bekennen, besonders in Abgrenzung zu allen nationalsozialistischen Bekenntnissen und Strömungen. Wir leben heute in anderen Zeiten.

Und was bedeutet es heute, Salz der Erde, Salz für die Erde zu sein? Im Versuch, dem «Salz-sein» auf die Spur zu kommen, habe ich mich auf folgende Übung eingelassen. Wie ein Mantra habe ich mir vergegenwärtigt: Ich bin Salz von der Erde – Ich bin Salz für die Erde!

Es war erstaunlich. Ich spürte mehr und mehr Kraft, Feuer und auch Macht. Ich ahnte etwas von dem, was die Würze des Lebens ausmachen kann. Gestärkt mit neuer Energie hilft es das «Kraftlose, Schale» zu wandeln. Ich fühlte mich gleichzeitig geerdet und neu ausgerichtet. Diese Erfahrung war eine Überraschung für mich.

Eine mögliche Einübung auch für Sie?

Die TheologinRenate Put ist Mitglied des Katharina-Werkes und wohnt in Basel.

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