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Identifikationsfigur und Goalgetter

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Was haben Fran­cesco Totti, der Superstar der AS  Roma, und Kevin Portmann vom FC Ueberstorf gemeinsam? Sie beide haben in ihrer Karriere nur für einen einzigen Fussballverein gespielt. 783 Einsätze hat der inzwischen zurückgetretene Totti für die Römer absolviert; Portmann trägt seit 23 Jahren, seit der Fussballschule, durchgehend das Trikot des FCÜ. Mit seinem Verein hat der heute 29-Jährige so ziemlich alles erreicht, was man im Amateurfussball erreichen kann: Er war dabei, als die Sensler 2012 von der 3. in die 2. Liga aufgestiegen sind, er wurde Freiburger 2.-Liga-Meister und Freiburger Cupsieger, er stand im Schweizer Cup den Super-League-Spielern des FC  St.  Gallen gegenüber, und er schaffte mit Ueberstorf die Promotion in die 2. Liga interregional.

«Wenn etwas ­anders kommt, muss es besser sein als das, was du ­gerade hast. Sonst lohnt sich ein Wechsel nicht.»

Kevin Portmann

Spieler des FC Ueberstorf

 

Portmann hätte in seiner Karriere durchaus Gelegenheiten gehabt, um zu anderen Teams zu wechseln und in höheren Ligen aufzulaufen. Unter anderen waren auch die 1.-Liga-Vereine Grenchen und der SC Düdingen an ihm interessiert. «Als mich der SCD seinerzeit angefragt hat, spielte ich in der 3. Liga und war in der Rekrutenschule. Mir war klar, dass ich unter diesen Umständen keine Chance haben würde, mich bei Düdingen in der 1. Liga durchzusetzen. So war das Thema schnell erledigt.»

Autogramme für die Jungen

Bereut er rückblickend, es nie bei einem anderen Verein, in einer höheren Liga versucht zu haben? «Überhaupt nicht», erwidert Portmann, ohne zu zögern. «Es ist doch so: Wenn etwas anders kommt, muss es besser sein als das, was du gerade hast. Sonst lohnt sich ein Wechsel nicht. Das, was ich in Ueberstorf hatte und habe, das lässt sich aber kaum überbieten. Ich bin hier aufgewachsen, meine Mitspieler sind auch privat meine besten Kollegen. Der Verein ist perfekt organisiert, alles ist wie in einer grossen harmonischen Familie. Was will ich mehr?»

Dass der Stürmer heute immer noch dieselben Farben trägt, ist in einer Zeit, in der die meisten Fussballer auch in unteren Ligen früher oder später dem Lockruf des Geldes erliegen, mehr als eine erfreuliche Randnotiz. Geld sei für ihn nie ein Anreiz gewesen, Fussball zu spielen, versichert Portmann. «Bei vielen 2.-Liga-Vereinen werden die Spieler bezahlt, in Ueberstorf berappen wir sogar den Jahresbeitrag selber. Dafür erhalten wir für unsere Leistungen sehr viel Anerkennung neben dem Platz.» So werde man im fussballverrückten Dorf immer wieder von Leuten persönlich angesprochen und beglückwünscht. «Und für viele junge Spieler des Vereins sind wir so etwas wie Helden. Sie fragen uns sogar für Autogramme», erzählt Portmann mit einem Schmunzeln.

Identifikationsfigur

Seine Klubtreue hat den Mittelstürmer – wie einst Totti bei der AS Roma – in Ueberstorf zur Identifikationsfigur gemacht. Im Team ist er der Captain und der unbestrittene Leader. «Kevin ist nicht der Typ, der in der Kabine grosse Reden schwingt», sagt Trainer Daniel Spicher über seinen Team­senior. «Wenn er aber etwas sagt, dann hat es immer Hand und Fuss und Gewicht. Er strahlt eine gewisse Grund­autorität aus und geniesst innerhalb des Teams grosses Ansehen.»

Auch auf dem Platz ist Portmann einer, den man lieber mit als gegen sich hat. Allein seine physische Präsenz – 190 cm gross, muskelbepackt und mit den in Fussballerkreisen fast schon obligaten Tattoos auf seinem linken Arm – macht Eindruck. Seine körperlichen Stärken weiss der Polizist in den Zweikämpfen geschickt und effektiv einzusetzen. Letzte Saison erzielte der Mittelstürmer 20 Tore. Damit war er bester Skorer seiner Mannschaft und die Nummer drei der Liga.

Ladehemmungen

In der aktuellen Saison läuft es Kevin Portmann allerdings noch nicht wunschgemäss. In drei Meisterschaftseinsätzen hat er erst einmal getroffen, beim 7:1-Sieg beim Saisonauftakt gegen Echichens. Beim 0:0 gegen Payerne sündigte er in der 12. Minute, als er einen Penalty verschoss. «Das hat mich eine Kiste Bier für die Mannschaft und eine schlaflose Nacht gekostet», ärgert sich der Ueberstorfer Goalgetter noch heute. «Ich bin sehr ehrgeizig, solche Sachen wurmen mich immer besonders.»

«Dass wir jetzt ­gegen Düdingen spielen, hätte vor zwei Jahren wohl niemand für ­möglich gehalten.»

Kevin Portmann

Stürmer des FC Ueberstorf

 

Seit drei Meisterschaftsbegegnungen warten Portmann und seine Kollegen auf einen Torerfolg. Für die erfolgsverwöhnten Ueberstorfer, die letzte Saison bloss in einem einzigen Spiel nicht getroffen hatten, eine ungewohnte Situation. Ähnliche Ladehemmungen hatten sie zuletzt 2015, als bei ihnen ebenfalls dreimal in Folge auf der Resultattafel die Null aufleuchtete. «In den letzten Saisons haben wir sehr viele Tore erzielt, es hat immer irgendwie angehängt. Momentan wollen die Bälle aber nicht ins Tor», kommentiert Portmann die aktuelle Torflaute. «Woran das liegt, ist schwer zu erklären. Oftmals sind es kleine Dinge, die entscheiden. Wir machen uns deswegen aber keinen Kopf.» Gegen Payerne habe man die beste Leistung seit langem abgeliefert und hätte eigentlich den Sieg verdient. Auch am letzten Wochenende gegen Farvagny/Ogoz habe man sehr gut mitgehalten und sich gute Torchancen kreiert. «Früher oder später fallen auch wieder die Tore.»

Wie Dortmund gegen Bayern

Am liebsten würden die ­Ueberstorfer natürlich morgen (15.30 Uhr) im Derby zu Hause gegen den SC Düdingen wieder jubeln. 17 Jahre ist es her, seit die Fanionteams der beiden Vereine letztmals gegeneinander gespielt haben. 7:0 gewann damals Düdingen das 2.-Liga-Duell. «Dass wir uns jetzt erneut gegenüberstehen, hätte vor zwei Jahren wohl niemand für möglich gehalten», sagt Portmann.

Möglich wurde dies, weil sich die Erfolgskurve der beiden Clubs in den letzten Jahren diametral entwickelt hat: Während der SCD in der 1. Liga immer öfters in den Abstiegskampf verstrickt und letzte Saison schliesslich relegiert wurde, mischte Ueberstorf in der 2. Liga regelmässig vorne mit und schaffte im Sommer erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Aufstieg in die 2. Liga  inter. War das Birchhölzli-Team bisher die klare Nummer eins im Sensebezirk, so schickt sich Ueberstorf heuer an, dem SCD diesen Titel streitig zu machen. «Düdingen hat sich in den letzten Jahren selber auf einen hohen Sockel gestellt. Wir würden sie gerne von da herunterholen», sagt Portmann. Zwischen den beiden Vereine herrsche eine anständige Rivalität. «So wie bei Borussia Dortmund und Bayern München.»

Für den Ueberstorfer Captain liegt die Favoritenrolle beim Gegner. «Wir haben zuletzt zweimal verloren, Düdingen hat sein letztes Spiel gewonnen. Sie werden mit entsprechend viel Selbstver­trauen zu uns kommen.» Man werde sich aber zu wehren wissen, verspricht Portmann. «Wir müssen als Mannschaft auftreten, viel laufen und die Zweikämpfe annehmen. Wenn wir so gut verteidigen wie bisher und in der Offensive unsere Angriffe sauber fertig spielen, dann können wir gewinnen.» Wie hoch? «Ich tippe auf ein 2:0 für uns», orakelt der Mittelstürmer. Und wie viele Treffer erzielt er selber? «Mindestens einen, hoffe ich. Es ist mein Anspruch, Tore zu schiessen.»

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