Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Informationen zu atomaren Störfällen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Ein Plastikmäppchen zum Aufbewahren der Jodtabletten samt zwei Fächern für die Broschüren «Hintergrundinformationen bei einem Kernkraftwerksunfall» und «Checkliste bei einem Kernkraftwerksunfall»: das erhalten in den kommenden Tagen alle Haushalte, die in einem Radius von zwanzig Kilometern rund um ein Atomkraftwerk (AKW) liegen. Dazu gehören auch Freiburger Gemeinden wie Belfaux, Freiburg, Murten und Schmitten: Sie liegen in der Nähe des Berner AKW Mühleberg. Schweizweit sind gut eine Million Menschen betroffen.

Freiburger Projekt

Die Verantwortlichen im Kanton Freiburg haben vor einigen Jahren festgestellt, dass ihre Informationsunterlagen zu Unfällen in Atomkraftwerken nicht mehr auf dem neusten Stand waren. Sie haben neue Unterlagen entworfen; und 2010 haben sich alle betroffenen Kantone zusammengeschlossen, um ausgehend vom Freiburger Projekt gemeinsame Unterlagen zu erarbeiten. «Das Ziel ist, dass diese Unterlagen mindestens fünf bis zehn Jahre – also bis die Kernkraftwerke vom Netz genommen werden – aktuell sind», sagte Philippe Knechtle, Chef des Freiburger Bevölkerungsschutzes, gestern in Bern vor den Medien.

Gemeinde hat Tabletten

Bereits 2004 und 2005 haben alle Bewohnerinnen und Bewohner in einem Umkreis von zwanzig Kilometern um Atomkraftwerke Kaliumiodid-Tabletten erhalten. Die rechtzeitige Einnahme der Jodtabletten verhindert, dass sich eingeatmetes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert. Wer seine Tabletten nicht mehr findet, kann sie bei der Einwohnerkontrolle seiner Gemeinde anfordern – und dann in der Plastikmappe aufbewahren, die verteilt wird.

Keine Übersetzungen

Die neuen Unterlagen werden auf Deutsch und Französisch gedruckt und verteilt. Ob sie auch in andere Sprachen wie Spanisch, Serbokroatisch, Portugiesisch und Albanisch übersetzt werden sollten, wurde laut Knechtle im Vorfeld diskutiert. «Die Informationen am Radio werden aber auch nur in Deutsch und Französisch gelesen – und schliesslich sind auch alle aufgerufen, ihre Nachbarn zu informieren.» So sollten alle Betroffenen erreicht werden können.

Die Realisierung und das Verteilen der neuen Unterlagen kostet rund 2,5 Millionen Franken. Diese Kosten müssen die Betreiber der Atomkaftwerke übernehmen.

Bisherige Berechnungen zeigen, dass die Zonen eins und zwei um das AKW Gösgen im Idealfall innert eines halben Tages evakuiert werden könnten. Diese Berechnungen führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz zusammen mit der ETH Zürich und der Universität Berlin durch. Nun folgen Simulationen, bei denen beispielsweise Unfälle die Strassen versperren. Ende Jahr wollen die Kantone und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz dem Bundesrat einen Bericht zu den Evakuierungen vorlegen.

Das Kernkraftwerk Mühleberg liegt im Kanton Bern – nahe an der Grenze zu Freiburg.Bild Keystone/a

Atomunfall:Ins Haus und Radio hören

Heute heulen die Sirenen um 14 Uhr – aber nur zur Probe. Wenn die Sirenen aber einmal wegen eines Notfalls losgehen, heisst es: Rein ins Haus und Radio einstellen. Über das Radio verbreiten die Behörden ihre Anweisungen. Damit wirklich alle informiert werden, sollen die Leute auch Nachbarn mit Neuigkeiten versorgen.

Bei einem atomaren Störfall ist der Aufenthalt im Haus oder im Schutzraum besonders wichtig: So kann beim Durchzug der radioaktiven Wolke die Belastung durch äussere und innere Bestrahlung massiv reduziert werden. «Ins Auto sitzen und wegfahren ist nicht empfehlenswert», sagte Diego Ochsner, Chef des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Solothurn, gestern vor den Medien: «Das Auto schützt nicht gegen radioaktive Strahlen, und man bleibt im Stau stecken.» Vielmehr solle eine behördlich angeordnete Evakuierung abgewartet werden.njb

 

Mehr zum Thema