Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Jetzt ist der Pfarrspeicher Museumsobjekt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Jetzt ist der Pfarrspeicher Museumsobjekt

Im Freilichtmuseum Ballenberg gesellte sich ein Speicher aus Heitenried zum Haus aus Tentlingen

Noch fehlt ein Ofenhaus, dann ist eine typische Gebäudegruppe eines Sensler Bauernhofes auf dem Ballenberg komplett. Im Rahmen eines Apéros wurde gestern Mittag der alte Pfarrspeicher seiner neuen Bestimmung als Museumsobjekt übergeben.

Von ANTON JUNGO

Am 17. Juni 1983 wurde im Freilichtmuseum Ballenberg ein Mehrzweck-Bauernhaus aus dem Sensebezirk eingeweiht. Aus alten Katasterplänen wusste man, dass beim so genannten «Tentlinger Haus» früher einmal auch ein Speicher und ein Ofenhaus standen. Als das Bauernhaus in Tentlingen dem Neubau der Gemeindeverwaltung weichen musste, standen aber die beiden Kleinbauten schon seit einiger Zeit nicht mehr. Das Freilichtmuseum hatte sich zum Ziel gesetzt, die Gebäudegruppe eines Sensler Bauernhofes wieder zu rekonstruieren.

Es war der Freiburger Bauernhausforscher Jean-Pierre Anderegg, der die Stiftung Ballenberg auf den Heitenrieder Pfarrspeicher aufmerksam machte. Nachdem die Pfarreiversammlung von Heitenried am 6. März 1998 den Kredit von 20 000 Franken für die Renovation des Speichers abgelehnt hatte, sah das Gebäude einer unsicheren Zukunft entgegen. Am 18. Juni 1999 reichte der Pfarreirat ein Abbruchgesuch ein – mit dem Gedanken im Hinterkopf, den Speicher zu verlegen. Als die Idee, dass der Speicher auf den Ballenberg verlegt werden könnte, konkret wurde, zog der Heimatkundeverein seine Einsprache gegen das Abbruchgesuch wieder zurück.

Finanzierung haperte

Alt Nationalrat Hanspeter Seiler, Präsident der Ballenberg-Stiftung, zeigte sich bei der gestrigen Einweihungsfeier erfreut darüber, dass der Pfarrspeicher gerettet werden konnte. Er wies aber auch darauf hin, dass es schwierig war, die notwendigen finanziellen Mittel für den Abbruch und den Wiederaufbau zusammenzubringen. An den Kosten von rund 100 000 Franken beteiligen sich Bund und Kanton zu je einem Drittel. Für das restliche Drittel mussten private Sponsoren gesucht werden.

Der Speicher hielt einige Überraschungen bereit. Über der Eingangstür war eine Jahrzahl eingeschnitzt. Doch bei einem späteren Umbau war diese teilweise verdeckt worden, so dass sie nicht genau gelesen werden konnte. Eine Holzaltersuntersuchung hatte ergeben, dass die verwendeten Bäume 1652/53 gefällt worden sein mussten. Umso grösser war die Überraschung, als beim Abbau die Zahl 1652 zum Vorschein kam. Die Zahl 5 ist aber spiegelverkehrt geschrieben.

Die ganze Inschrift lautet: 16 H IHS R 51. IHS ist als Christusmonogramm bekannt. Schwieriger zu deuten sind die Buchstaben H und R. Edwin Huwyler, wissenschaftlicher Leiter des Freilichtmuseums, geht davon aus, dass die beiden Buchstaben auf den Namen «HeitenRied» hinweisen. Würden sie nämlich die Initialen des Baumeisters bezeichnen, wären sie zusätzlich mit einem M verbunden.

Speicher wurde 1761 aufgestockt

Beim Abbau zeigte sich, dass nur der untere Teil des Bauwerks aus dem Jahre 1652 stammt. Er ist in der Blockbauweise erstellt. 1761 wurde der Speicher in der Ständerbauweise aufgestockt. Und mit Schindeln eingedeckt und verkleidet. Hier stiessen die Fachleute auf eine weitere Überraschung. Ein schöner Teil der Schindeln, mit denen die Wände eingekleidet waren, stammen aus dem Jahr 1761. Schindeln haben sonst eine Lebenszeit von rund 50 Jahren. Gemäss Edwin Huwyler dürfte es sich um den ältesten, datierten Schindelschirm der Schweiz handeln. Bewusst hat man die alten Schindeln beim Aufbau auf dem Ballenberg wieder verwendet.

Noch nicht geklärt ist die Frage, weshalb der Speicher 1761 aufgestockt wurde. Wurde der Zehnten vergrössert, der an den Pfarrer abgeliefert werden musste? Beim Umbau waren die «Krummen», in welchen das Getreide gelagert wurde, in den obern Stock verlegt. Diese Einrichtung blieb bis heute erhalten. Gemäss Jean-Pierre Anderegg ist rund 90 Prozent der Bausubstanz erhalten. Nicht mit auf den Ballenberg verlegt wurde im Dezember 2002 der gewölbte Keller. Dieser war schon am ursprünglichen Standort eingestürzt.

Mehr zum Thema