FN Generalversammlung 21.04.2018

«Stolz, zufrieden und zuversichtlich»

Nationalratspräsident Dominique de Buman (links) und Daniel Schorro, Verwaltungsratspräsident der Freiburger Nachrichten AG.
Die Freiburger Nachrichten AG konnte ihren Aktionären an der gestrigen Generalversammlung in Plasselb ein hocherfreuliches Resultat präsentieren. Sowohl bei den Leserzahlen als auch auf dem regionalen Inseratemarkt sind die FN sehr stabil unterwegs.

Die Freiburger Nachrichten AG führte am Freitagabend in der Mehrzweckhalle Plasselb ihre Generalversammlung durch. Einstimmig genehmigten die 104 Anwesenden den Jahresbericht und die Jahresrechnung, den Bericht der Revisionsstelle sowie die Verwendung des Bilanzgewinns. Sie erteilten den Mitgliedern des Verwaltungsrats und den geschäftsführenden Organen für das Jahr 2017 Entlastung. Gemäss den entsprechenden Anträgen des Verwaltungsrats wird der Bilanzgewinn von rund 365 000 Franken den freiwilligen Gewinnreserven zugewiesen. Der Saldo im Umfang von rund 380 Franken wird auf die neue Rechnung vorgetragen. Und es wurde eine Ausschüttung aus den gesetzlichen Kapitalreserven an die Aktionäre von insgesamt 76 500 Franken beschlossen, was 60 Franken pro Aktie entspricht.

«Klein sein macht stark»

«Wir dürfen stolz, zufrieden, dankbar und zuversichtlich sein», hielt Verwaltungsratspräsident Daniel Schorro fest. Stolz sei er vor allem deshalb, weil die Freiburger Nachrichten AG eine einzigartige Aktionärsstruktur habe, die den Namen Publikumsgesellschaft wirklich verdiene wie kaum ein anderes Unternehmen. Auch 2017 habe man wieder zehn neue Aktionäre dazugewinnen können.

«Ein Leben ohne ‹Freiburger Nachrichten› sollte für einen Deutschfreiburger nicht möglich sein.»

Gilbert Bühler

Direktor

 

Zufrieden sei er deshalb, weil die Firma auch in einem nicht einfachen wirtschaftlichen Umfeld ein schönes Resultat präsentieren könne, so Schorro. Dankbar sei er, weil sich die Freiburger Bundespolitiker in Bern immer wieder für die Anliegen der FN engagieren würden. Und zuversichtlich sei er nicht zuletzt dann, wenn er an die motivierten Lehrlinge des Unternehmens denke. «Die Lokalzeitungen gelten als weitaus robuster als die überregionalen Titel», sagte FN-Chefredaktor Christoph Nussbaumer. In diesem Umfeld habe die FN «keine Angst, eine kleine Nummer zu sein, denn klein zu sein, macht heute in unserer Branche auch stark».

Trotzdem treibe alle dieselbe Frage um: «Wir fragen uns, wie sich die publizistische Leistung – unser Kerngeschäft – in Zukunft finanzieren lässt.» Denn davon hänge es ab, ob sich eine freie und unabhängige Presse erhalten lasse. Gilbert Bühler, Direktor der Freiburger Nachrichten AG, doppelte humorvoll nach: «Ein Leben ohne FN sollte für einen Deutschfreiburger nicht möglich sein.» Das vergangene Jahr sei aus seiner Sicht für die FN ein gutes, für die ganze Branche aber ein schwieriges, bewegtes gewesen. Umso erfreulicher sei: «Dieses Resultat lässt sich wirklich sehen.«

Erfreulich stabil

Der Schweizer Werbemarkt ist laut dem Jahresbericht im Jahr 2017 insgesamt um brutto 4,5 Prozent auf über sechs Milliarden Franken gewachsen. Dieses Wachstum ist aber erneut vor allem den digitalen Medien zugutegekommen. Die Marktanteile der einzelnen Mediengattungen haben sich auch im vergangenen Jahr zuungunsten der Printwerbung verschoben. Auf diese entfiel ein Marktanteil von 33 Prozent, auf das Fernsehen 30 Prozent, auf das Internet 22 Prozent, auf den Out-of-Home-Bereich 11  Prozent, auf Radio drei Prozent und aufs Kino ein Prozent.

Die lokal ausgerichteten Printmedien sind von dieser Entwicklung auch nicht verschont geblieben, heisst es weiter. Doch ist der lokale Werbemarkt nach wie vor sehr stabil. Dank der starken Verankerung in den Erscheinungsgebieten der Freiburger Nachrichten AG hat sich der Rückgang in engeren Grenzen gehalten. Nachdem das Unternehmen in den beiden Vorjahren gar Zunahmen von 3,0 Prozent respektive 0,4 Prozent verzeichnen konnte, ist für das Jahr 2017 ein Rückgang von 6,4 Prozent zu vermelden.

«Wir haben eine Aktionärsstruktur, die den Namen Publikums­gesellschaft wirklich verdient.»

Daniel Schorro

Verwaltungsratspräsident

 

Die Umsätze im Lesermarkt sind allerdings mit einem Plus von 0,8 Prozent erfreulich stabil und widerspiegeln die hohe Verbundenheit der Leserschaft mit ihren Zeitungen. Die Inserate-Erträge der FN, des «Murtenbieters» und des «Anzeigers von Kerzers» betrugen im vergangenen Jahr rund 6,3 Millionen Franken. «Dank des konsequenten Kostenmanagements und un­ter Berücksichtigung der Erhöhung der Rückstellungen können wir ein gutes Ergebnis ausweisen», heisst es im Jahresbericht. «Mit ihrer Ertragskraft und der äusserst soliden Bilanz ist die Freiburger Nachrichten AG für die Zukunft gewappnet.» Mit knapp 440 Aktionären ist die Unternehmung auch sehr breit abgestützt.

Der höchste Schweizer

Klar, dass diese Generalversammlung auch ein gesellschaftlicher Anlass war. So gab sich Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP) ebenso die Ehre wie der amtierende Grossratspräsident Markus Ith (FDP, Murten) und sein Vorgänger Bruno Boschung (CVP, Wünnewil) sowie der Ammann von Plasselb, Jean-Daniel Feller. «Ich bin seit über 20 Jahren FN-Aktionär», bekannte Dominique de Buman in seinem Grusswort. Ein weiterer Gast war der FN-Kolumnist und Buchautor Stephan Moser. Er las während des Abendessens zwei Kolumnen aus seinem Buch «Flou-Flou für den Weltfrieden».

Podiumsgespräch

«Mit Online-News lässt sich kein Geld verdienen»

Anschliessend an den statutarischen Teil der Generalversammlung widmete sich ein hochinteressantes Podiumsgespräch der Frage, wohin die Entwicklung der Schweizer Medien in Zukunft hinführt. Die Gäste auf dem Podium waren Manuel Puppis, Professor für Mediensysteme und Medienstrukturen an der Universität Freiburg, sowie Gilbert Bühler, Direktor der Freiburger Nachrichten AG. Moderiert wurde das Gespräch von FN-Chefredaktor Christoph Nussbaumer.

«Der regionalen Presse geht es viel besser als der nationalen», hielt Manuel Puppis im Verlauf des Gesprächs fest. «Gerade die Freiburger Zeitungen sind bei der Auflage fast schon unglaublich stabil.» Ein Fakt sei demgegenüber, dass die grossen Verlagshäuser angesichts der Online-Konkurrenz sparen, Synergien nutzen und Zentralredaktionen schaffen müssten. «Mit Online-News lässt sich aber kein Geld verdienen – und das gilt weltweit», hielt dem Gilbert Bühler entgegen. Es sei etwa auch höchst fraglich, ob Online-Zeitungen wie etwa die «Republik» nach der anfänglichen Euphorie langfristig finanzierbar seien. Ein weiteres Thema war die Meinungsvielfalt. «National ist sie tatsächlich am Abnehmen, und das ist schade», war sich Puppis sicher. Denn unterschiedliche Regionen hätten an sich einen unterschiedlichen Blickwinkel in Richtung Bundesbern, und mit der Schaffung von grossräumigen Zentralredaktionen gehe dies tatsächlich ein Stück weit verloren.

Zukunft der «Südostschweiz»?

Auf Nussbaumers Frage, wer denn diesbezüglich der nächste mögliche Kandidat sei, antwortete der Professor dezidiert: «Die Südostschweiz». Diese hätte bislang ihren Mantelteil zusammen mit der Aargauer Zeitung zusammen produziert. Und da diese künftig im Zug der «Neuen Zürcher Zeitung» mitfahre, müsse sich die «Südostschweiz» gut überlegen, wie sie inskünftig agieren wolle.

«Gewisse Entwicklungen sind tatsächlich schlecht für die Branche», räumte seinerseits Gilbert Bühler ein. «Aber es gibt Vorgänge, von denen wir als FN sogar profitieren können.» So müsste etwa die Übernahme der «Basler Zeitung» durch Tamedia einen positiven Einfluss auf die Einkaufspreise haben.

jcg

 

Zahlen und Fakten

Eine solide Bilanz

Die Erfolgsrechnung 2017 weist einen Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen von rund 12,1 Millionen Franken, einen Betriebsertrag von rund 12,3 Millionen, einen Bruttogewinn von 8,5 Millionen Franken und einen Jahresgewinn von 365 000 Franken aus. Die Inserate-Erlöse machen mit rund 6,3 Millionen Franken rund 52,4 Prozent des Betriebsertrags aus, die Abonnementserlöse mit rund 5,7 Millionen 47,6 Prozent. Die Bilanz präsentiert per 31.  Dezember Aktiven und Passiven von je rund 11,8 Millionen Franken, ein Anlagevermögen von rund 7,6 Millionen Franken und ein Eigenkapital von rund 4,2 Millionen Franken. Die Freiburger Nachrichten AG beschäftigten per Ende des letzten Jahres 68 Mitarbeitende, was 48,9 Vollzeitäquivalenten entspricht. Das Aktienkapital des Unternehmens beträgt 127 500 Franken, die Anzahl der Aktien 1275 und der Gewinn pro Aktie 286 Franken. Im vergangenen Jahr erschienen 300 FN-Ausgaben – zwei weniger als im Vorjahr – mit 5527 Textseiten und 1405 Inserateseiten, ausserdem 101 «Murtenbieter»-Ausgaben mit 934 Textseiten und 294 Inserateseiten sowie 50  Ausgaben des «Anzeiger von Kerzers» mit 370 Textseiten und 228 Inserateseiten. «Auf dem lokalen Werbemarkt waren wir im vergangenen Jahr sehr stabil unterwegs und haben sogar zugelegt» sagt Gilbert Bühler, Direktor der Freiburger Nachrichten AG, im Gespräch. «Das ist eine positive Entwicklung, und ich bin mit diesem Geschäftsjahr zufrieden.» Die Verbundenheit mit den «Freiburger Nachrichten» sei sowohl bei den Werbekunden als auch bei den Lesern sehr gross. Die Normalauflage der FN sei seit 2013 stabil geblieben, die verbreitete Auflage beim «Murtenbieter» und «Anzeiger von Kerzers» in dieser Zeit sogar gewachsen. Auch die Bilanz sei als extrem solide zu beurteilen, so Bühler weiter. Auch das Eigenkapital habe das Unternehmen von rund 4,2 Millionen auf 4,9 Millionen Franken erhöhen können, was ebenfalls sehr erfreulich ist, ebenso wie die Entwicklung bei der Erfolgsrechnung. «Unter Berücksichtigung der Erhöhung der Rückstellungen haben wir ein gutes Resultat erzielt», sagt Bühler. «Unser Rückstellungsbedarf ist gleich null. Das ist nicht selbstverständlich in der Branche.» Und mit derzeit 438 Aktionären sei das Unternehmen auch diesbezüglich sehr breit abgestützt.

jcg