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Kein Heilsbringer

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Damit keine falschen Hoffnungen aufkommen: Janis Sprukts allein wird Gottéron nicht ins gelobte Land, sprich die Playoffs, führen können. Zu diesem Zeitpunkt der Saison lässt sich nur höchst selten eine Verstärkung finden, die die Dynamik einer ganzen Mannschaft verändern kann. Oder anders formuliert: Es gibt Gründe dafür, dass der bald 33-jährige Lette auf dem Transfermarkt zu haben gewesen ist. Im Falle Sprukts’ liegt eine Trainerentlassung am Ursprung seiner Verfügbarkeit. Ende September, als in der KHL gerade einmal neun Runden gespielt waren, musste Sean Simpson seinen Platz an der Bande von Lokomotive Jaroslawl räumen. Während der frühere Schweizer Nationaltrainer bei den Kloten Flyers einen neuen Job fand, brachen für Sprukts unter Simpsons Nachfolger Anatoli Chomenko düstere Zeiten an. «Der neue Trainer hat nicht mehr auf mich gesetzt.» Nach 16 Saisonspielen (1 Tor, 4 Assists) wurde die Zusammenarbeit beendet.

 Fortan hielt sich Sprukts in Erwartung von Angeboten zu Hause in seiner lettischen Heimat fit. «Bei zwei Teams fand ich Unterschlupf und konnte mittrainieren.» Am dortigen Meisterschaftsbetrieb teilzunehmen, war für ihn derweil keine Option. «Das Niveau der lettischen Liga ist nicht allzu gut.» Interessiert hätte ihn allenfalls ein Engagement bei Dinamo Riga, das in die KHL eingebunden ist. Für den Klub aus seiner Geburtsstadt hatte er von 2009 bis 2012 drei Saisons bestritten und in 186 Partien immerhin 42 Tore und 63 Assists erzielt. «Aber der Verein hatte keinen Bedarf.» Als schliesslich die Freiburger Offerte eintraf, musste Sprukts nicht lange überlegen. «Es ist die Chance, mich in einer neuen Liga präsentieren zu können. Für nächste Saison habe ich noch keine Pläne. Ich hätte Lust, in der Schweiz zu spielen. Nun liegt es an mir.»

Einst Nati-Captain

Ob Sprukts dem Anforderungsprofil eines NLA-Klubs entspricht, ist indes zweifelhaft. Gewiss, als Zwei-Weg-Center hat der Lette durchaus Qualitäten. 61 WM-Spiele mit der Nationalmannschaft sind kein Zufall. 2012 führte er während der Weltmeisterschaften in Schweden und Finnland die Landesauswahl gar als Captain an. Des Weiteren stehen zwei Teilnahmen an Olympischen Spielen auf seiner Vita. 2014 in Sotschi schlugen die Letten mit Sprukts in der Viertelfinal-Qualifikation die Schweiz. Und dennoch ist fraglich, ob er hierzulande eine dominante Rolle übernehmen können wird. Sprukts bevorzugt zwar ein gradliniges Spiel, Skorerpunkte sind jedoch nicht seine primäre Stärke. Dafür kann der zweifache Familienvater seine physischen Attribute (190 cm, 102 kg) in die Waagschale werfen. Damit wird er Gottéron, das vor dem gegnerischen Tor Defizite aufweist, sicher gut tun. Sprukts selbst sieht sich als Spielmacher. «Ich versuche, meine Teamkollegen mit guten Pässen in Szene zu setzen, und weiss mich, gut zu positionieren.» Das Penaltykilling sei ebenfalls eine seiner Vorzüge. Für eine Karriere in Übersee hatte dies nicht gereicht. Von 2007 bis 2008 bestritt er 13 Spiele in der NHL für die Florida Panthers (1 Tor), die grösste Zeit verbrachte er aber in der AHL bei den Rochester Americans. «Ich war damals bereits 25 Jahre alt und stand in Konkurrenz mit jüngeren Spielern, die zudem viel früher gedraftet wurden. Aber ich war dort und hatte dennoch eine gute Zeit. Ich will mich nicht beklagen.»

In der Checker-Linie

Inwiefern Sprukts ein Support für Gottéron sein wird, hängt auch von seinem körperlichen Zustand ab. Am Dienstagabend bestritt er in der NLB mit Martigny, das den Letten mitfinanziert und ihn bis zu den Playoffs einsetzen kann, seinen ersten Ernstkampf seit dem vergangenen Oktober. Bei der 2:3-Niederlage der Walliser steuerte Sprukts eine Torvorlage bei. Gestern, nach dem ersten Training mit den Freiburgern, pumpte der finnische Meister von 2006 mit Hämeenlinna ziemlich heftig. Er sei jedoch fit, liess er verlauten. Dies gilt es am Samstag im St. Leonhard im kapitalen Spiel gegen den EHC Biel unter Beweis zu stellen. Weil Verteidiger Joel Kwiatkowski mit einer Gehirnerschütterung ausfällt, dürfte Sprukts zusammen mit Tristan Vauclair und John Fritsche eine Checker-Linie bilden. Allein diese Tatsache unterstreicht, dass Sprukts die Rolle eines Heilsbringers nicht erfüllen können wird. Gelingt es ihm aber, Präsenz im gegnerischen Slot zu markieren, etwa im Powerplay, kann er durchaus ein Plus sein.

Zur Person

Finnischer Meister und sieben WMs

Janis Sprukts wurde am 31.Januar 1982 in Riga geboren. Der 190 Zentimeter grosse und 102 Kilogramm schwere Center spielte bis 2005 in der lettischen Meisterschaft, zuletzt für HK Riga. Es folgte der Wechsel zu Hämeenlinna. Mit den Finnen wurde Sprukts 2006 Landesmeister. In der folgenden Saison versuchte er sich, in der NHL bei den Florida Panthers, die ihn 2000 gedraftet hatten, durchzusetzen. Da er die meiste Zeit in der AHL bei den Rochester Americans verbracht hatte, kehrte Sprukts 2009 nach Europa zurück und spielte drei Saisons in der KHL für Dinamo Riga. Nachdem er ein weiteres Jahr bei ZSKA Moskau gespielt hatte, wurde sein Vertrag mit Lokomotive Jaroslawl im Herbst aufgelöst. Für Lettland bestritt er sieben Weltmeisterschaften und zwei Olympische Spiele.fs

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