Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Leandro Zbinden: «Ich lief den ganzen Tag mit einem Schmunzeln herum»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Leandro Zbinden ist im Super-League-Knaller gegen den FC Basel zu seinem ersten Profi-Einsatz im Tor der Young Boys gekommen. Gross feiern konnte der 19-jährige Freiburger seinen Einstand aber nicht.

Seit Mittwochabend steht in den Leistungsdaten von Goalie Leandro Zbinden bei den Super-League-Einsätzen eine 1, bei den Einsatzminuten steht 90 und in der Kolonne der Gegentore 1. Bisher hatte der 19-Jährige aus Plaffeien, der im Sommer bei den Young Boys seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben hat, nur das Tor der U21 in der Promotion League gehütet. Weil bei YB aber gleich drei Torhüter verletzt sind, kam Zbinden ausgerechnet beim Knüller gegen den FC Basel zu seiner Super-League-Premiere.

Leandro Zbinden, wie haben Sie am Mittwochabend nach dem 1:1 Ihre Super-League-Premiere gefeiert?

Nicht besonders. Ich bin zu meiner Familie in den Schwarzsee gefahren und habe dort übernachtet. Mit ihnen habe ich das Spiel nochmals Revue passieren lassen. Dann wollte ich eigentlich zeitig ins Bett, weil ich am nächsten Tag morgens zur Arbeit und nachmittags in die Schule musste. Allerdings konnte ich nicht einschlafen, die ganzen Emotionen und das Adrenalin hielten mich noch lange wach.

Konnten Sie sich nach dem emotionalen Abend überhaupt richtig auf die Arbeit und den Schulstoff konzentrieren?

Bei der Arbeit ist es gut gegangen. Ich mache die KV-Lehre beim Schweizer Fussballverband, da war der Match eh ein grosses Thema. Am Nachmittag in der Schule hatte ich mehr Mühe. Ich wurde viel auf das Spiel angesprochen, da war es schwierig, mich auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren und diesen in den Kopf zu bringen. Ich habe auch viele SMS erhalten, die ich noch gar nicht Zeit hatte, alle zu beantworten.

Wie gross war Ihre Überraschung, dass Sie für das wichtige und prestigeträchtige Spiel gegen Basel erstmals aufgeboten worden sind?

YB gegen Basel, das ist die geilste Affiche der Schweiz. Um bei solchen Spielen dabei zu sein, trainiert man jeden Tag. Ich lief den ganzen Tag mit einem Schmunzeln im Gesicht herum, nachdem mir der Trainer am Morgen mitgeteilt hatte, dass ich spiele.

Wie haben Ihre Kollegen im Goalie-Chat reagiert, nachdem klar war, dass Sie spielen werden?

Im Chat haben sie nichts geschrieben, Guillaume (Faivre) und David (von Ballmoos) haben mir aber später ein Video geschickt und mir viel Glück gewünscht. Das hat mir sehr gutgetan. Zu spüren, dass sie hinter mir stehen, hat mir viel bedeutet. Auch sonst hat mich das Team wunderbar unterstützt. Ich hatte schon am Dienstag eine Ahnung, dass ich spielen könnte. Ich bin dann zu Fabian (Lustenberger, Captain von YB) gegangen und habe ihm gesagt, dass ich seine Unterstützung brauche, wenn ich tatsächlich auf dem Platz stehen sollte. Das Team hat sich dann voll ins Zeugs gelegt, Basel ist kaum durchgekommen und hatte keine richtigen Torchancen.

Es gab Torhüter, die hatten gegen den FC Basel schon deutlich mehr zu tun. Hätten Sie sich etwas mehr Beschäftigung gewünscht oder waren Sie ganz froh, dass Sie bei Ihrer Premiere nicht allzu oft im Mittelpunkt stehen mussten?

Das kann man auf beide Seiten sehen. Wenn die Defensive stark spielt und keine Torchancen zulässt, ist das gut fürs Team. Andererseits möchte man sich als Goalie auch auszeichnen. Gegen Basel einen super Match zu machen, die gegnerischen Chancen zunichtezumachen und einen wichtigen Teil zum Sieg beizutragen, davon träumt jeder Goalie.

Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Am Anfang war ich schon etwas nervös. Zu Beginn ist mir eine Flanke durch die Handschuhe gerutscht, bei der Aktion hatte ich zu viel herumstudiert. Danach atmete ich dreimal tief durch, so wie es unser Goalie-Trainer immer sagt, und dann war alles gut. Ich habe mich von der kleinen Unsicherheit zum Glück nicht aus dem Konzept bringen lassen. Als ich kurz darauf eine weitere Flanke sicher fangen konnte, war die Nervosität weg.

Wie schwierig ist es für einen Goalie, den Anschluss an ein Spiel zu finden, in dem man so wenig Beschäftigung hat?

In solchen Situationen ist es wichtig, verbal dabei zu sein, die Mannschaft wachzuhalten und zu dirigieren. Ich versuche, als Goalie Präsenz zu zeigen und die Mannschaft spüren zu lassen, dass ich da bin und dass ich jederzeit bereit bin.

Sie waren bereits der fünfte Goalie, der in dieser Saison bei YB im Tor stand. Inwiefern ist dies eine Herausforderung für eine Mannschaft?

Fünf verschiedene Torhüter in einer Saison, das gibt es wahrlich nicht oft. Aber ich denke nicht, dass dies für die Spieler ein grosses Problem darstellt. Man trainiert jeden Tag zusammen und man kennt von jedem seinen Spielstil. Natürlich ist ein Match etwas anderes als ein Training, aber das kriegt man schon hin.

Sie haben anfangs Saison in einem Interview mit den FN gesagt, dass es für Sie dieses Jahr darum gehe, «Spuren zu hinterlassen und die Vereinsverantwortlichen zu überzeugen, dass sie Ihren Profivertrag verlängern». Wie gut ist Ihnen das bisher gelungen?

Ich bin gut in die Saison gestartet, konnte gute Leistungen zeigen. Dann habe ich innerhalb von vier Wochen zwei Gehirnerschütterungen erlitten. Da bin ich in ein Tief gefallen. Ich hatte lange Mühe, mit den Augen den Ball einzuschätzen, und ich litt auch lange unter Kopfschmerzen. Aber jetzt ist alles wieder gut und ich denke, ich konnte wieder an meine anfänglichen Leistungen anknüpfen.

Im Spiel gegen Basel konnten Sie Ihrem Trainer zeigen, dass er auf Sie zählen kann, wenn er Sie braucht. Welchen Einfluss könnte das auf die Kaderplanungen im Winter haben?

Ich habe einfach meinen Job gemacht. Es ist die Aufgabe des dritten Goalies, bereit zu sein, wenn es ihn braucht. Ich habe mein Bestes gegeben und hoffe, ich konnte damit die Verantwortlichen überzeugen. Mein Vertrag läuft Ende Saison aus, wie es weitergeht, wird sich zeigen. Es haben diesbezüglich noch keine Gespräche stattgefunden, aber das hat ja auch noch etwas Zeit.

Nach dem Match bekamen Sie in der Kabine Besuch von Roger Federer. Er ist bekennender Basel-Fan. Was hat er zu Ihnen gesagt?

Er hat mit einigen Spielern lange geredet. Ich habe allerdings nur ein Foto gemacht und ging dann duschen. Ich hatte das Bedürfnis, Zeit und Ruhe für mich zu haben.

Wissen Sie schon, ob Sie am Wochenende in Lugano wieder das YB-Tor hüten dürfen?

Das weiss ich noch nicht. Ich hoffe es. Ich hoffe, der Trainer hat meine Leistung als genug gut taxiert, damit er mich wieder aufstellt.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema