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Massentierhaltungsinitiative ist unter Bauern umstritten

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Am 25. September kommt die Tierhaltungsinitiative zur Abstimmung. Sie ist umstritten. Während Befürworterinnen die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern wollen, bezeichnen Gegner die Initiative als unnötig und kontraproduktiv.

«In der Schweiz und im Kanton Freiburg geht es den Nutz- und Zuchttieren gut», stellt Fritz Glauser, Präsident des Freiburgischen Bauernverbandes, klar. Dieser hat sich zusammen mit der kantonalen Landwirtschaftskammer klar gegen die Initiative ausgesprochen. Die einheimische Tierhaltung zeichne sich durch ein hohes Tierschutzniveau aus, ist Glauser überzeugt, habe die Schweiz doch das weltweit strengste Tierschutzgesetz.

«Die Tiere, die wir sehen, denen geht es gut. Das stimmt», entgegnet Urs Altmann, der seit rund 20 Jahren in Kerzers einen Biobauernhof führt. Er befürwortet die Initiative. «Das Problem sind die Tiere, die wir nicht sehen.» Altmann denkt dabei an industrielle Grossbetriebe. In diesen dürfen in der Schweiz laut Gesetz maximal 27’000 Masthühner oder bis zu 18’000 Legehennen gehalten werden. Über 80 Millionen Tiere aller Arten wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz zur Fleischgewinnung gemästet und geschlachtet. «Die industrielle Tierproduktion orientiert sich nicht am Tierwohl, sondern an der Gewinnmaximierung», so Altmann. «Das muss sich ändern.»

Micarna in Saint-Aubin wäre gefährdet

Der Bundesrat und die bürgerliche Mehrheit im Parlament lehnen die Initiative ab. Die Gegner sind überzeugt, dass ein Ja zur Initiative statt Lösungen viele Probleme bringen würde. Bei Annahme der Initiative müssten rund 3300 Betriebe den Tierbestand reduzieren oder die Betriebsfläche vergrössern. Die Kosten der Tierhaltung und mit ihnen die Preise für tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier oder Milch würden um 20 bis 40 Prozent steigen. Das rechnet Grossrätin Esther Schwaller-Merkle (Mitte, Düdingen) vom überparteilichen Nein-Komitee im Sensebezirk vor. Die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz würde drastisch reduziert. Als Folge müsste mehr aus dem Ausland importiert werden.

Schwaller-Merkle ist überzeugt: 

Gerade heute, da wir die Abhängigkeit vom Ausland reduzieren und den Selbstversorgungsgrad von heute 57 Prozent erhöhen möchten, wäre dies kontraproduktiv.

Mögliche «Bio-Importauflagen» könnten zudem internationale Handelsabkommen verletzen. «Nebst der Landwirtschaft wären auch vor- und nachgelagerte Betriebe im ganzen Kanton betroffen», ergänzt sie. Beispielsweise wäre die Zukunft des geplanten Geflügelverarbeitungsbetriebs von Micarna in Saint-Aubin gefährdet.

«Angstmacherei» und «unwahr»

Von «Angstmacherei» spricht dagegen Altmann und wirft den Vertretern der Nein-Kampagne vor, sie argumentierten mit Falschaussagen: «Sogar im offiziellen Abstimmungsbüchlein und in der Fernsehsendung ‹Arena› war die Rede davon, dass im Fall einer Annahme künftig alle Betriebe die Bio-Suisse-Richtlinien von 2018 einhalten müssten. Das stimmt so nicht.» Tatsache sei: Nur im Bereich der «tierfreundlichen Unterbringung» und des «Zugangs ins Freie» orientiere man sich am Biolabel. Altmann betont zudem, dass auch bei einer Annahme der Initiative der Konsument, die Konsumentin weiterhin die Wahlfreiheit hätte zwischen Produkten in Bioqualität und konventionellen Erzeugnissen.

Von der Initiative wären etwa 7 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe betroffen. Diesen würden zudem Übergangsfristen von bis zu 25 Jahren gewährt, etwa für bauliche Massnahmen. Für Altmann geht es bei der Tierhaltungsinitiative vor allem um einen Richtungsentscheid, gerade auch in Bezug auf das Klimaziel 2050:

Wir wollen eine Entwicklung anstossen. Und wann sollen wir anfangen, etwas zu ändern, wenn nicht jetzt?

Massentierhaltungsinitiative

Mehr Platz und mehr Auslauf für Tiere

Die Initiative will den Schutz der Würde von Nutztieren wie Rindern, Hühnern oder Schweinen in die Verfassung aufnehmen. Sie will zudem die Massentierhaltung verbieten, weil dabei das Tierwohl systematisch verletzt werde. Der Bund müsste strengere Kriterien festlegen für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege der Tiere, den Zugang der Tiere ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse pro Stall. Sind bis jetzt hierzulande 27’000 Masthühner oder 18’000 Legehennen pro Betrieb erlaubt, so will die Initiative eine Limite von maximal 2000 Tieren pro Stall festlegen. Zum Vergleich: In Deutschland leben 35 Prozent aller Legehennen in Betrieben mit mehr als 100’000 Tieren. Tiere und Tierprodukte, die mit in der Schweiz verbotenen Methoden produziert worden sind, dürften gemäss Initiative nicht mehr importiert werden. Den Landwirtschaftsbetrieben würde eine Übergangsfrist von 25 Jahren gewährt, um die Initiative umzusetzen. fos

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