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Misten, melken und Kinder hüten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Na, habt ihr gestern ein bisschen zu lange gefeiert?», sagt Gaston Nicolier zu den zwei Ferkeln, die in einer Ecke des Stalls am Boden liegen und dösen. Es sind jedoch nicht seine Tiere, die der gelernte Landwirt liebevoll neckt, sie gehören einem Bauern, der für einige Tage verreist ist.

Gaston Nicolier ist Betriebshelfer (siehe Kasten). «Ich vertrete den Patron», antwortet er auf die Frage, was seine Aufgabe als Betriebshelfer sei. Konkret bedeutet dies: den Stall misten, Kühe melken oder Tiere füttern. «Der grösste Teil meiner Arbeit betrifft das Vieh», erklärt er. Dabei bleibt es aber nicht immer: So kommt es auch vor, dass er die Kinder hütet, auf einem Hof übernachtet, um auf den betagten Grossvater aufzupassen, bei einem Todesfall die Angehörigen tröstet oder den Schülern bei den Hausaufgaben hilft. Einmal sei er bei einer Familie gewesen, die frisch ins Welschland gezogen war. «Da die Eltern selbst kaum Französisch konnten, habe ich die Aufgaben der Kinder korrigiert», erzählt der Waadtländer lachend.

«Ich mag die Mentalität»

Obwohl Gaston Nicolier Französisch spricht, kommt er gerne nach Deutschfreiburg. «Ich mag die Mentalität hier. Und wenn man sich verstehen will, dann klappt das immer irgendwie.» Abgesehen davon, dass die Arbeit hier normalerweise früher beginnt und er dementsprechend auch früher Feierabend machen kann, schätzt er die Offenheit und das Vertrauen, die er erlebt. «Ich weiss von vielen, wo sie ihre Schlüssel verstecken», meint er schmunzelnd.

Immer wieder neu

Dass er sich auf jedem Hof den neuen Gegebenheiten anpassen muss, stört ihn nicht. «Man lernt, irgendwie zurechtzukommen», sagt er. Zudem werde einiges auch zur Routine. Dies umso mehr, da er viele der Bauernhöfe seit Jahren kennt. «Da entwickeln sich manchmal richtige Freundschaften.» Grosse Probleme habe er noch nie gehabt. Es sei besonders wichtig, dass er die Zeiten beibehalte, um das Vieh nicht zu verwirren, sagt er. «Ansonsten arbeite ich auf meine Weise–aber natürlich mache ich keine Dummheiten.»

Ein Hof mit zwei Kühen

Noch ein Jahr dauert es, bis der 64-Jährige in die «grossen Ferien» gehen kann. Auch nach seiner Pensionierung möchte er nicht auf Tiere verzichten. «Wenn es die Gesundheit zulässt, werde ich wohl noch temporär als Betriebshelfer tätig sein», meint Gaston Nicolier. Noch lieber hätte er jedoch etwas Eigenes: «Ich möchte einen kleinen Hof mit zwei, drei Kühen.»

«Ich weiss von vielen, wo sie ihre Schlüssel verstecken.»

Gaston Nicolier

Betriebshelfer

Betriebshelfer: Organisierte Unterstützung seit 40 Jahren

S eit 40 Jahren gibt es die Freiburgische Vereinigung für den landwirtschaftlichen Betriebshelferdienst (Secada). Diese vermittelt qualifizierte Hilfskräfte an die Höfe im Kanton Freiburg. Für Mitglieder beträgt der Preis zwischen 24 und 26 Franken pro Stunde. Zurzeit habe der Secada zwei fest angestellte Betriebshelfer und sieben temporäre, sagt Geschäftsleiterin Monika Bineau. «Diese Zahl wechselt jedoch ständig.» Am häufigsten benötigen Landwirte die Unterstützung von Betriebshelfern wegen Unfällen oder Krankheiten. Weitere Gründe sind Todesfälle, Militärdienst, Überbelastung oder Ferienabwesenheit.

In der Regel sei der Dienst im Winter besser ausgelastet als im Sommer, sagt Monika Bineau. «Die Landwirte wissen, dass es im Sommer viel Arbeit gibt. Deshalb verschieben sie Ferien und – wenn möglich – Operationen eher auf den Winter.» Trotzdem sei die Planung sehr schwierig. «Manchmal kommen alle Anfragen auf einmal. Dann müssen wir manchen eine Absage erteilen.» rb

 

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