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Mit Maultier gegen die zweite Röhre

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Mit Maultier gegen die zweite Röhre

Gegner der Avanti-Vorlage machten Zwischenstopp in Murten

Ein Komitee zieht mit dem Maultier «Bellina» von Le Locle nach Altdorf, um gegen die Avanti-Initiative zu mobilisieren, über welche im Februar abgestimmt wird. Am Mittwoch machte der Tross Halt in Murten.

Von PATRICK HIRSCHI

1992 transportierten Maultiere die Unterschriften der Alpen-Initiative, welche zwei Jahre später vom Volk angenommen wurde, nach Bern. Seit dem 11. Dezember marschiert nun das Maultier «Bellina» durch die Westschweiz, um gegen die Avanti-Initiative zu protestieren.

Maultiere in der
Bundesversammlung?

«Das Maultier symbolisiert die Parlamentsmehrheit in Bern – störrisch und stur», meint Mitwanderin Renate Zauner. Am 3. Oktober hatte die Bundesversammlung einen Gegenentwurf zur Volksinitiative «Avanti – für sichere und leistungsfähige Autobahnen» angenommen. Unter anderem ist der Bau einer zweiten Autobahnröhre durch den Gotthard vorgesehen.

«Wir können aber ebenfalls störrisch und stur sein», fügt Christa Mutter vom Freiburger Komitee der Initiativgegner hinzu. Es gehe darum, jene Errungenschaften zu behalten, die man mit der Annahme der Alpen-Initiative vor zehn Jahren erreicht habe. Sie befürchtet, dass mit der Avanti-Vorlage die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene unterwandert wird.

Wirtschaftliche, ökologische und
demokratische Probleme

Der Murtner Verfassungsrat Alexandre Grandjean sieht vor allem die Nachhaltigkeit gefährdet, die nicht zuletzt durch die Alpeninitiative erreicht worden sei. Man setze mit dem Avanti-Beschluss vom wirtschaftlichen Standpunkt her ein falsches Zeichen. Mit dem Ausbau der Autobahnen entstehe eine grosse Konkurrenz zur Neat. Diese riskiere dadurch, unrentabel zu werden. Ausserdem werde mit einem derartigen Vorhaben (vorgesehen sind rund 30 Milliarden Franken) die Schuldenbremse buchstäblich ausgehebelt.

Grandjean macht auch ökologische Aspekte geltend. Die Luftbelastung werde bei Annahme der Initiative enorm zunehmen. Zudem sei die Vorlage zu heterogen und demzufolge nicht demokratisch. Sie verlangt einen separaten Fonds für den Strassenbau und die zweite Gotthardröhre und sieht zudem kleinere Beiträge für den Agglomerationsverkehr vor. Kurz: Die Initiative sei zu verzettelt. Zudem sei gerade beim Thema Agglomeration nicht klar, wieviel Geld schliesslich in den Strassenbau fliesse und wie viel der öffentliche Verkehr profitieren werde.
Christa Mutter nennt die Agglomerationsbeiträge ein «Zückerli», um die Initiative der Stadtbevölkerung schmackhaft zu machen. Doch von einer Annahme der Initiative würden bestenfalls die grossen Städte profitieren: «In Agglomerationen wie Bern oder Zürich existieren bereits kostspielige Projekte», sagt Mutter. Da könne eine kleinere Agglomeration wie Freiburg nicht mehr viel Geld vom Bund erwarten, um zum Beispiel die Poyabrücke realisieren zu können.

Rüebli und Schokolade

Besitzer Michael Tanner ist mit «Bellina» am 11. Dezember in Le Locle im Neuenburger Jura gestartet. Ende Januar will man den Urner Kantonshauptort Altdorf erreichen. Überall unterwegs kann das Maultier gestreichelt oder mit Rüebli gefüttert werden. Dazu werden Schoggitaler verteilt, auf denen sich Wilhelm Tell mit dem Zeigefinger auf die Stirn tippt. Die Schoggi sei leicht an die Leute zu bringen, meint Christa Mutter. Darüber hinaus wolle man aber auch mit Argumenten überzeugen. Abgestimmt wird am 8. Februar 2004.

Weitere Daten der Maultier-Reise: Freitag, 19. Dezember: 9 Uhr Start in Murten, 11 Uhr in Salvenach, 13 Uhr in Jeuss, 14.30 Uhr in Gurmels, 18 Uhr in Bösingen. Samstag, 20. Dezember: 10 Uhr in Laupen (Läubliplatz), 15 Uhr in Wünnewil, 18 Uhr in Neuenegg. Sonntag, 21. Dezember: 10 Uhr Start beim Gemeindehaus Neuenegg, 15 Uhr in Niederwangen.

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