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Mit Postkarten Generationen verbinden

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Ab dem 28.  August sind in Murten rund 280 alte Postkarten zu sehen. Ausgestellt werden sie im Stadtgraben beim Berntor auf 70 Heinzen, also auf hölzernen Gestellen zur Heutrocknung. Die ins A4-Format vergrösserten Postkarten mit Ansichten von Murten und Umgebung stammen aus der Sammlung des Düdingers Eugen Aebischer. Er zeigte Teile seines Fundus bereits in Schwarzsee, Tafers, Düdingen und Freiburg (siehe Kasten).

«Jeder Ort hat seinen eigenen Charakter», sagt Aebischer. Das Besondere an Murten sei, dass das Stedtli heute noch so aussehe wie auf den Postkarten von vor 120 Jahren. Die alten Häuser, die Gassen und die Stadtmauern sind erhalten geblieben. Eine Postkarte von 1903 zeigt ein geschäftiges Treiben in der Hauptgasse: Frauen mit Körben unter dem Arm betrachten das Angebot der zahlreichen Marktstände, Kinder vertreiben sich die Zeit, Marktkarren sind um einen Brunnen herum abgestellt. Auf einer nicht datierten Postkarte ist die Französische Kirchgasse zu sehen: Zwei Männer mit Hut sprechen miteinander. Vor einem Haus sind mehrere hölzerne Wagenräder angelehnt.

«Was sich verändert hat, ist der Bereich um die Stadt herum», sagt Aebischer. Auf mehreren Postkarten ist das Hafenareal abgebildet, dessen Aussehen sich im Vergleich zu heute stellenweise merklich verändert hat. So ist die auf Pfählen errichtete alte Badi zu sehen. 1924 liegen fünf Ruderboote am abfallenden Seeufer, im Hintergrund befinden sich das Rathaus und der Schlossturm. Auf einer farbig gestalteten Postkarte von 1921 ist ein Dampfschiff zu sehen, das am Hafen angelegt hat. Wo sich heute die Mehrfamilienhäuser der Quartiere Engelhard und Vissaula befinden, waren früher Felder, beweist eine nicht datierte Luftaufnahme.

Aebischers Murtner Postkarten zeigen nicht nur Stadtansichten von früher, sondern auch Personengruppen. Über ein Dutzend Männer in Uniform, davon einer mit Gewehr und Bajonett, haben sich vor einem Depot der Pioniertruppen zum Gruppenfoto aufgestellt. Im grossen Garten der Brasserie Murten sind 1921 zahlreiche Männer und Frauen zu einem Festessen versammelt, wie es scheint.

Sich in ein Motiv einleben

Weil früher Fotoapparate nicht verbreitet waren, wurden Postkarten verschickt. So konnten Reisende ihren Verwandten und Bekannten Bilder von Murten senden. In Aebischers Sammlung hat es mehrere Karten von 1902 mit einem gezeichneten Panorama der Stadt und dem Aufdruck «Gruss aus Murten». Auch Offiziere, die weit weg von zu Hause waren, schickten Postkarten an ihre Familien. Die Gemeinde Murten hatte sogar eigene offizielle Postkarten, sagt Aebischer.

Welchen Umfang seine Sammlung mittlerweile erreicht hat, kann Aebischer nicht sagen. Für ihn sei es eine Faszination, immer neue Bilder und Motive zu haben. Gestempelte Postkarten seien besser als ungestempelte, sagt er. «So ist eine zeitliche Einordnung möglich.» Gute Postkarten würden es dem Betrachter ermöglichen, sich in das Motiv einzuleben, ist Aebischer überzeugt.

Kontakt und Solidarität stärken

Die Ausstellung wolle den Kontakt und die Solidarität zwischen den Generationen stärken, sagt Joseph Zosso aus Schmitten. Er kümmert sich um die organisatorischen Belange der Postkartenausstellung. Viele Schulklassen und auch Grosseltern mit ihren Enkeln hätten die vergangenen Ausstellungen besucht. «Das Betrachten der alten Motive animiert die Personen zu erzählen, wie es früher war. So werden Erinnerungen wieder aufgeweckt.» Die Freude der Ausstellungsbesucher sei sein Lohn, sagt Aebischer.

Stadtgraben, Murten. Dauerausstellung von Mi., 28. August bis Do., 3. Oktober. Freier Eintritt. Vernissage am Mi., 28. August um 11 Uhr.

Chronologie

Von Schwarzsee über Freiburg nach Murten

Der Schreinermeister Eugen Aebischer begann 2014 unter dem Titel «De Seisa na» eine Ausstellungsserie mit Postkarten. Die Premiere war in Schwarzsee. Dort testete er, ob eine solche Ausstellung auf Interesse stösst. Aufgrund zahlreicher positiver Rückmeldungen beschlossen Eugen Aebischer und Joseph Zosso, auch anderen Gemeinden die nostalgischen Postkarten zugänglich zu machen. 2015 zeigten sie in Tafers Postkarten mit alten Ansichten des Dorfes, 2016 stellten sie in Düdingen aus. Die Stadt Freiburg war im Jahr 2017 der thematische Schwerpunkt, als Aebischer 250 Karten aus seinem Fundus in der Freiburger Unterstadt präsentierte. Nach einer Pause 2018 zeigen Eugen Aebischer und Joseph Zosso nun Postkarten von Murten und Umgebung im Stadtgraben vor dem Stedtli. Ihre Ausstellung trägt den Titel «Murten-Morat in alten Zeiten».

jmw

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