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Momentaufnahme kurz vor dem Jahreswechsel

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Mitleid im spöttisch- abgelöschten Blick der jungen Frau am Bahnhof Freiburg war nicht zu übersehen. Es galt der Journalistin, die tatsächlich etwas über den Jahreswechsel schreiben muss. «Es ist alles wie immer. Silvester ändert nichts.» Die Antwort auf die Frage nach den Vorsätzen fürs neue Jahr geht im Lärm des heranfahrenden Zuges unter. Gefühlt sagte sie so etwas wie: «Vorsätze sind affig.»

Die vage Wiedergabe der Konversation ist bewusst gewählt, von erfundenen Geschichten ist nach dem Betrugsfall des Spiegel-Journalisten Claas Relotius abzuraten. Plötzlich tat sich die Journalistin leid. Obwohl von «müssen» keine Rede sein konnte. Freiwillig und motiviert machte sie sich am Montag zum Bahnhof auf, um am Vorabend des Jahres 2019 etwas über die Menschen zu erfahren. Was genau, wusste sie nicht, aber irgendwie hoffte sie auf eine tolle Aussage.

Laut dem Uno-Glücksbarometer 2018 gehören die Schweizer zu den glücklichsten Menschen der Welt. Auf einer Skala von 1 bis 10 beträgt ihr Glückswert 7,487. Doch was sagt diese Zahl aus? Verbirgt sich dahinter individuelles Glücksempfinden? Oder drückt sie bloss pauschale Zufriedenheit aus? Wo die Aussage der 53-jährigen Hedi vom Walensee einzuordnen ist, die Weihnachten bei Freunden in Freiburg verbrachte und auf dem Weg nach Hause war, um dort wiederum mit Freunden und Nachbarn aufs neue Jahr anzustossen, sei dem Leser überlassen. «Es soll einfach alles gleich weitergehen, mit der Gesundheit und so weiter. Ja, auf der Welt läuft nicht alles rund, aber dafür habe ich jetzt keine Zeit.»

Zeit zum Nachdenken fand dagegen die zehnjährige Jona, die mit anderen Kindern erwartungsfroh ins Erlebnisbad nach Bern fuhr. «Es wäre gut, wenn es im nächsten Jahr auf der Welt nicht so viel Streit gäbe.»

«Ich nehme es, wie es kommt», sagte die 23-jährige Hanna. Sie arbeitet im Verkauf, die Zeit über die Festtage war kurzweilig. «Es gab viel zu tun.» 2018 hat sie geheiratet. «Jetzt wünsche ich mir ein Baby», verriet sie.

«Wir leben heute und nicht morgen», sagte die 23-jährige Ariana mit einem überzeugten Lächeln. Sie stand mit ­ihren Verwandten und viel Gepäck in der Bahnhofshalle. Aus Österreich, Frankreich und der Schweiz seien sie angereist. «Wir sind Muslime. Und weil wir keine Weihnachten feiern, ist für uns Silvester das Fest, an dem die Familie zusammenkommt.»

Happy und zufrieden mit sich und dem Leben zeigten sich auch Nadine und Cindy. Die beiden jungen Frauen wollten Neujahr in Berlin verbringen. «Wir freuen uns auf die grosse Party am Brandenburger Tor.»

Nichts mit Silvester anfangen konnte jener junge Single, der sich nach Liebe sehnt. «Dass wieder ein Jahr um ist, mache ich vielmehr an den Sommerferien fest. Die Erwartungen, die mit Neujahr verbunden sind, hasse ich.»

Für manch einen ist der Jahreswechsel dennoch ein Moment des Inne­haltens. «Ich überlege mir, was ich nächstes Jahr besser machen kann», sagte die Studentin Catherine. «Bessere Noten schreiben», das wollte der 13-jährige Mohamed; «anderen Menschen helfen», Marion. «Wenn ich an meinen Sohn denke oder sehe, was die Schweiz alles hat, empfinde ich Dankbarkeit.»

Das Problem der Klimaerwärmung sahen viele der Angesprochenen als grosses Problem der Zukunft. Die elfjährige Lidia sagte: «Ich habe Angst, dass uns wegen der Umweltverschmutzung etwas passieren könnte.» Der 24-jährige Jules meinte: «Es ist stressig, sich für etwas verantwortlich zu fühlen, was andere zu verantworten haben.» Félicien ergänzte: «Seit wir klein sind, sagt man uns, dass etwas getan werden muss, aber nichts geschieht. Die Welt ist verloren.»

Das darf nicht sein, dachte die Journalistin und freute sich über die Familie, die erzählt hatte, dass sie seit zwei Wochen bewusst kein Auto mehr hat.

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