Julian Leopold 18.07.2014

«Es war das beste Jahr meines Lebens»

In seinem Austauschjahr in den USA sammelte Julian Leopold viele neue Erfahrungen und fand unzählige Freunde.Bild Aldo Ellena
Der Gymnasiast Julian Leopold aus St. Ursen verbrachte ein Austauschjahr in den USA, wo er bei einer Gastfamilie wohnte und eine Highschool besuchte. Mit den FN sprach er über seine Erfahrungen mit der amerikanischen Kultur.

«Am liebsten würde ich gleich wieder in die USA fahren, um dort meine vielen Kollegen zu besuchen», sagt Julian Leopold. Der 19-jährige Gymnasiast aus St. Ursen verbrachte die letzten zehn Monate in Grand Ledge im US-Bundesstaat Michigan. Der Austausch wurde von der Organisation Youth for Understanding (siehe Kasten) organisiert. In den USA wohnte Leopold in einer Gastfamilie und besuchte zusammen mit rund 18 000 anderen Schü- lern die örtliche Highschool. Wenn er von seinem Austauschjahr erzählt, kommt er aus dem Schwärmen nicht mehr hinaus. «Es war das beste Jahr meines Lebens», sagt er den FN.

Grosse Autos

 Während seines Austauschjahrs erlebte Leopold die amerikanische Kultur hautnah. «Vieles ist in Grand Ledge anders als hier in der Schweiz», sagt er. Dem Sensler ist als Erstes die amerikanische Auto-Versessenheit aufgefallen. «Dort haben fast alle Familien drei, vier oder sogar fünf Autos.» Zudem bekämen fast alle Jugendlichen zum 16. Geburtstag ein eigenes Auto geschenkt. Dass die Leute in Grand Ledge alle so auf ihre Autos fixiert seien, hänge mit den riesigen Distanzen im ländlich geprägten Gebiet zusammen, wo überdimensionale Mais- und Bohnenfelder sowie endlos lange, gerade Strassen das Landschaftsbild prägten. Erstaunlich sei auch gewesen, dass die Leute mit ihren Autos überall hinfahren und es neben Drive-in-Restaurants sogar Drive-in-Bankomaten gebe.

Begeisterung für Sport

Gefallen hat Julian Leopold, dass an seiner Highschool der Sport einen sehr grossen Stellenwert hat. So sei die schuleigene Football-Mannschaft zum Beispiel jeweils frenetisch gefeiert worden. «Mehr als 90 Prozent der Schüler schauen sich die Spiele der Highschool-Mannschaft an», sagt er.

Er habe sich in seiner Highschool sehr gut aufgehoben gefühlt und schnell neue Freunde gefunden. «Ich konnte mich gut integrieren. Die Amerikaner lieben Austauschschüler.»

Ein kontrastreiches Land

Während seines Aufenthalts ist Leopold auch viel gereist und hat unter anderem New York, San Francisco, Washington und Hawaii besucht. Dabei sei ihm aufgefallen, wie unterschiedlich die verschiedenen Staaten der USA seien. «Jeder Bundesstaat ist eine eigene Welt», sagt er. «Die Leute sind überall anders, auch wenn sie alle Amerikaner sind und überall Englisch gesprochen wird.» Eine Reise führte ihn zusammen mit ein paar Kollegen an den legendären Spring Break, eine riesi- ge Studentenparty in Florida. «Für Familien ist der Spring Break nicht zu empfehlen», sagt er schmunzelnd. Er habe mit seinen Kollegen jedoch viel Spass gehabt.

Zum Austauschprogramm

Fremde Sprachen und Kulturen kennenlernen

Die Organisation Youth for Understanding (YFU) ist eine der weltweit grössten gemeinnützigen Jugendaustausch-Organisationen. Sie wurde 1951 in Ann Arbor (Michigan, USA) gegründet. Heute besteht das Netzwerk der Organisation aus über 50 unabhängigen nationalen Komitees. Die meisten Aufgaben werden von Freiwilligen übernommen, die fast ausnahmslos selber ein Jahr im Ausland verbracht haben. YFU vermittelt seinen Austauschschülerinnen und Austauschschülern Gastfamilien, in denen sie während ihres Aufenthalts leben, und sorgt dafür, dass sie in den örtlichen Schulen und Universitäten aufgenommen werden. 1967 wurde der Verein YFU Schweiz gegründet. Die Schweizer Sektion ist Gründungsmitglied von Intermundo, dem Schweizer Dachverband für nicht kommerzielle Jugendaustausch-Organisationen.lr