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Neustart am 19. Juni

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Mit 17 Stimmen dafür, zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme fiel das Ergebnis für den Wiederanpfiff mit Geisterspielen am 19. Juni deutlich aus. «Ich bin sehr froh, dass der Entscheid so gefallen ist, und auch, dass er so eindeutig gefallen ist. Eindeutige Entscheide haben mehr Akzeptanz», kommentierte SFL-Präsident Heinrich Schifferle. Auch dass die vom Challenge-League-Leader Lausanne beantragte Aufstockung der Super League auf zwölf Klubs und die damit verbundene Verkleinerung der Challenge League auf acht Klubs abgelehnt wurde, war im Sinne der Ligaspitze. «Die Konsequenzen mit dem Modell 12/8 wären gewaltig gewesen», so Schifferle.

Kaum Verschnaufpausen

Der Fahrplan für die Klubs, die ein eingeschränktes Training mit wenigen Ausnahmen (Sion, Xamax) bereits aufgenommen und ab dem 6. Juni die Möglichkeit für Testspiele haben, präsentiert sich nun sehr sportlich. Ab dem 19. Juni und über die planmässig letzte Meisterschaftsrunde am 2. August hinaus gibt es kaum mehr Verschnaufpausen, zumal im August noch drei Cuprunden im Kalender stehen sowie die Fortsetzung der Europacup-Wettbewerbe mit dem FC Basel in der K.o.-Phase der Europa League. Bereits am 11./12. September – oder, falls es der internationale Kalender erlauben sollte, noch ein bisschen früher – soll der Startschuss zur Spielzeit 2021/22 erfolgen, mit verkürzter Winterpause.

«Es wäre schade, müssten Gerichte bemüht werden. Ich gehe aber nicht davon aus.»

Heinrich Schifferle

SFL-Präsident

Die Zustimmung für die Weiterführung der Meisterschaft in drei Wochen geht einher mit einem Übergangsreglement, das unter anderem den Punkt mit den Ende Juni auslaufenden Spielerverträgen klärt: Spielern, die den Verein wechseln und den bisherigen nicht aufgrund des Coronavirus verlassen, kann die SFL die Spielerlaubnis für die aktuelle Spielzeit verweigern. Wie in der Bundesliga sind bis Saison­ende fünf Auswechslungen (bei drei Wechselgelegenheiten) erlaubt. Diese Möglichkeit zur Belastungsreduzierung genehmigte die Fifa unlängst generell für den weiteren Spielbetrieb.

Maximal 300 Leute im Stadion, keine Corona-Tests

Wie in Deutschland gilt beim Neustart ein striktes Hygienekonzept zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus – mit dem Unterschied, dass die Spieler nicht getestet werden. Das Bundesamt für Gesundheit habe geraten, den Passus aus dem Hygienekonzept zu streichen, erklärte SFL-CEO Claudius Schäfer. Ein negativer Test wähne einen in falscher Sicherheit.

Maximal sind in den Stadien 300 Leute zugelassen, wobei nur wenige Plätze für zahlende Zuschauer bleiben. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern bleiben vom Bundesrat bis Ende August untersagt. Über allfällige Zwischenschritte wird der Bund am 24. Juni informieren. «Geisterspiele wünscht sich niemand, aber im Moment gibt es nichts anderes», sagte St.  Gallens Präsident Matthias Hüppi dazu.

Nicht nur aufgrund seiner Position als Vertreter des überraschenden Titelanwärters und aktuellen Leaders aus der Ostschweiz begrüsste Hüppi den Entscheid zur Wiederaufnahme. «Als Athlet willst du Erfolge sportlich erreichen und nicht am grünen Tisch. Dank der jüngsten Entwicklung der Coronavirus-Pandemie kann man Fussballer auch wieder mit einem besseren Gewissen aufeinander loslassen. Finanziell hilft uns der Entscheid dabei, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen können – wenngleich wir uns Geisterspiele nicht ewig leisten können.»

Die Vertreter der Titel-Mitstreiter YB und Basel äusserten sich in eine ähnliche Richtung. Nicht so der FC Sion, der sich im Vorfeld vehement gegen eine Fortsetzung gestemmt und mit einer Klage gedroht hatte. Ob es dazu kommt, ist offen. Heinrich Schifferle räumte ein, dass es diesbezüglich kein Agreement gibt. Der Liga-Präsident hofft indes auf den Solidaritätsgedanken auch im Wallis. «Es wäre schade, müssten Gerichte bemüht werden. Ich gehe aber nicht davon aus.»

Sions CEO Marco Degennaro, der nach der Abstimmung in Bern das Verständnis für die Haltung der Walliser vermisste, überliess die weiteren Schritte dem nicht anwesenden Präsidenten Christian Constantin.

Klare Mehrheit gegen Aufstockung

Lausannes Begehren nach einer Aufstockung der Super League war chancenlos. Mit 5:14 Stimmen (bei einer Enthaltung) hätte auch das Einfache Mehr anstelle der Zweidrittelmehrheit nichts am jetzigen Modus geändert. Damit bleibt es bei je zehn Teams in den höchsten zwei Schweizer Fussball-Ligen. Am 23. April hatten sich die Klubs schon einmal gegen eine Modusänderung und eine damit verbundene Aufstockung der Super League auf übernächste Saison ausgesprochen.

Die bisher letzten Spiele in der Super League, in der noch 13  Runden ausstehen, waren am 23. Februar über die Bühne gegangen. Damals endete das Spitzenspiel zwischen Leader St. Gallen und YB 3:3.sda

Reaktionen der Freiburger

Aebischer: «Es ist einfacher mit einem Ziel vor Augen»

Michel Aebischer (Young Boys): «Ich bin glücklich, dass es bald wieder losgeht. Endlich haben wir mit dem 19.  Juni ein Datum, auf das wir hinarbeiten können. Das Trainieren fällt einfacher, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Ich bin froh, dass die sportlichen Entscheide nun auf dem Rasen herbeigeführt werden können und es nicht irgendwo am grünen Tisch Diskussionen um den Meistertitel oder die Europacupplätze geben wird.

Die Titelverteidigung bliebt das Ziel von YB. Dass nun englische Wochen durchgeführt werden, ist sicherlich kein Nachteil für uns. In der Champions League und in der Europa League haben wir bereits Erfahrungen sammeln können mit Spielen unter der Woche.»

Léo Seydoux (Neuenburg Xamax): «Ich bin froh, dass es weitergeht. Wir haben alle Lust zu spielen. Für Xamax wäre es eigentlich praktisch gewesen, wenn die Saison abgebrochen worden wäre. Jetzt müssen wir uns den Ligaerhalt halt erkämpfen. Aber das ist in Ordnung so. Wir haben die Möglichkeiten, den Ligaerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Es wird sehr intensive Wochen geben mit den Matches unter der Woche. Da braucht es das ganze Team und nicht nur die Stammelf.»

Felix Mambimbi (Young Boys): «Der Entscheid macht mich in doppelter Hinsicht glücklich. Zum einen bin ich froh, wieder spielen zu dürfen, ich habe den Fussball vermisst. Zum anderen zeigt es, dass die Corona-Krise langsam zu Ende geht. Wir tragen auch weiterhin Sorge, halten Abstand und benutzen verschiedene Kabinen, aber es geht vorwärts. Die vielen verletzten Spieler, die uns Anfang Saison zu schaffen gemacht hatten, sind inzwischen fast alle zurück. Wir haben wieder eines der breitesten Kader der Liga, was in Anbetracht der kommenden Wochenspielen eher ein Vorteil ist. Und wegen der Geisterspiele mache ich mir persönlich keine Sorgen. Von den U21 bin ich es gewohnt, im Stade de Suisse vor wenig Zuschauern und mit wenig Stimmung zu spielen. Die leeren Rängen werden uns aber nicht daran hindern, den Fans zu Hause am TV Spektakel zu zeigen.»

Joaquim Adao (FC Sion): «Ich bin etwas hin- und hergerissen. Zum einen bin ich froh für den Fussball. Es ist gut, dass der Sport zurückkehrt, umso mehr die Meisterschaft in dieser Saison extrem spannend und umkämpft ist, sowohl an der Spitze wie auch am Ende der Tabelle. Zum anderen sind für mich aber noch viele Fragen unbeantwortet betreffend Logistik und Organisation der Verträge, die wie meiner eigentlich am 30. Juni auslaufen; die Saison wird sich aber bis in den August hineinziehen. Und ohne Zuschauer in der Schweiz spielen zu müssen ist eine traurige Premiere. Dass der Spielkalender ziemlich vollgepackt sein wird, erhöht meine Chancen auf Einsätze.»

Marco Schneuwly (FC Aarau): «Ich hatte gehofft, dass sich die Liga auf eine Weiterführung der Meisterschaft einigen kann. Dass dies ohne Fans geschehen wird, ist zwar schade, aber lieber Spiele ohne Zuschauer als gar keine Spiele. Aufgrund des Saisonabbruchs in der Promotion League gibt es in diesem Jahr keinen Absteiger, wir können uns also voll nach vorne orientieren. Unser Rückstand auf den Barrageplatz ist ziemlich gross (13  Punkte), und es wird nicht einfach; aber im Fussball kann alles passieren, und wir glauben an unsere Chance.» ms

 

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