Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Nur der 100-km-Weltmeister vor Moritz Boschung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Nur der 100-km-Weltmeister vor Moritz Boschung

Zweiter Rang des Plasselbers am 20. Swiss-Alpine-Marathon in Davos

Nach dem neunten Rang im Vorjahr hatte Moritz Boschung am Samstag am Swiss-Alpine-Marathon in Davos einiges vor. Der 38-jährige Hirt vom Stoos musste sich auf den 78 Bergkilometern nur von einem schlagen lassen, dem Russen Grigori Murzin, der diesen Lauf nun zum vierten Mal gewinnen konnte.

Von GUIDO BIELMANN

78 Kilometer mit 2300 m Höhendifferenz – das ist der Swiss-Alpine-Marathon. Dieser Berglauf gehört damit zu den so genannten Ultra-Langstreckenläufen. Mit Start und Ziel in Davos passiert der Lauf das Domleschg und das Engadin. Der Sieger, Grigori Murzin benötigte dazu 6:00:09 Stunden. Moritz Boschung war 6:20:15 Stunden unterwegs, war also knapp zwanzig Minuten langsamer als der Sieger. Für den in Fiesch wohnhaften Plasselber war es die dritte Teilnahme; dabei war er 24:40 Minuten schneller als im Vorjahr.

«Letzthin hat mir jemand gesagt, dass Ultralangstreckenlauf doch nichts anderes als Joggen sei. Dazu möchte ich festhalten, dass manche unter den Ultra-Weltklasseläufern im 42 km langen Marathon schneller als 2:20 Stunden sind. Der Italiener Fattore zum Beispiel hat eine Bestzeit von 2:12 Stunden, ist also auch ein Weltklassemarathon-Läufer.»
Moritz Boschung – gelernter Zimmermann, jetzt Stoos-Alphirte, ehemaliger Greenpeace-Aktivist, dann von 1997 bis 2000 Grossrat. Wieso widmet er sich nun so intensiv dem Laufen: «Ich habe schon früher einmal ein wenig trainiert, aber nur sporadisch. Ich habe aber gemerkt, dass ich mit ernsthafterem Training mithalten könnte. Im Frühling 2004 war plötzlich der Zeitpunkt da. Jetzt bin ich eben in dieser Laufphase.» Und wieso die Ultra-Langstrecke? «Man muss dazu eine gewisse mentale Stärke haben. Ich habe das Gefühl, die Härte zu haben, die es dazu braucht. Ein wichtiger Faktor seit dem Vorjahr ist Patrick Riedo, der bei mir Senn ist und in der Leichtathletik tätig ist. Ich habe von ihm allerlei im mentalen Bereich gelernt.»
Moritz Boschung benutzte auf diesen 78 Kilometern die offiziellen Verpflegungsposten, nur einen Posten hatte er selber organisiert: «Ich habe hauptsächlich Wasser getrunken. Dazu nahm ich den Himalaya-Salzstein mit und nahm immer ein Stückchen in den Mund. Einmal trank ich auch eine dieser flüssigen Kohlehydratpäcklein.» Eigentlich wenig Nahrung, wenn man sich den Effort vor Augen hält. Aber Boschung kam ohne jegliche Schwäche durch.
Zur Frage, was er von Sieger Murzin hält, meint Moritz Boschung: «An diesem Tag unschlagbar. Er hat in den Steigungen unheimlich Power in den Oberschenkeln.» Aber Boschung war mit seinem zweiten Rang mehr als zufrieden: «Man muss bedenken, dass alle, die im Ultra-Langstreckenlauf einen Namen haben, am Start waren, gerade von den Italienern, die es aber verblasen hat.»

Oftmals Stoos-Schwyberg und zurück

Man fragt sich, wie viel Training es für ein solches Rennen über 78 Kilometer benötigt. Moritz Boschung trainierte monatelang praktisch täglich. Den Weg von der Stoos-Alp hinüber zu Fuchses Schwyberg, wo er Tiere auf der Weid hat, machte er fast täglich: «Manchmal war ich schon etwas kaputt. Aber die Tiere waren dort. Deshalb musste ich einfach gehen. Aber gerade das gab mir vielleicht auch die nötige Härte für dieses Rennen.» So kam er pro Woche auf 7000 m Höhendifferenz. Es dürften an die 200 km Distanz wöchentlich gewesen sein.

In der Vorbereitung bestritt Boschung nur vier Bergläufe von der normalen Länge um die 10 km und 1000 m HD. «Zwei Wochen vor dem Swiss Alpine konnte ich mich plötzlich nicht mehr erholen. Ich musste das Training drastisch zurückschrauben. Ich begann zu zweifeln.» Hinzu kam, dass er sich bei der Arbeit eine Zehenspitze aufgerissen hatte und diese für das Rennen gut verbinden musste: «Ich musste nur abwärts vorsichtig sein. Aber es war kein Problem.»

Es drängt sich die Frage nach dem nächsten Ziel auf: «Nächstes Jahr die 100-km-WM.» Und die 100 km von Biel: «Die würde ich gerne laufen. Aber wenn ich die laufe, kann ich den Swiss Alpine vergessen. Die Zeit dazwischen ist zu kurz, um sich zu erholen und noch vernünftig trainieren zu können.»
Auf dem
Landwasser-Viadukt

Es waren die Italiener in einer Fünfer-Spitzengruppe, die am Samstag unter guten Bedingungen den Swiss-Alpine-Marathon lancierten. Moritz Boschung und Murzin liessen sich nicht verleiten und gingen die 78 Kilometer gemächlicher an. Als die beiden den 25. Kilometer auf dem 6. und 7. Rang passierten, konnte Boschung das Tempo des Russen nicht mehr mitgehen. Es war just bei jener Passage, wo es bei Filisur über den legendären Landwasser-Viadukt geht, und zwar auf einem 60 cm breiten Weg parallel zum Bahntrassee, auf welchem ja der Glacier-Express fährt. «Ich habe einen kurzen Moment probiert mitzugehen. Aber es war mir zu riskant, denn ich wusste, dass Murzin in Form war, weil er ja kürzlich Weltmeister über 100 Kilometer geworden war. Sein Tempo war mir einen Zacken zu schnell.»

Murzin nahm Boschung im anschliessenden Aufstieg mit 330 m HD von Filisur (31. km) nach Bergün (40. km) die entscheidende Zeit ab. Dort stiess Boschung auf den vierten Rang vor.
Von Bergün hinauf zum Kulminationspunkt zur Keschhütte (52. km, 2632 m ü. M.) sind es 12 Kilometer und vor allem 1300 m Höhendifferenz. In diesem Streckenabschnitt gewann Boschung einen weiteren Rang.
Erst im Gefälle nach Davos näherte sich Boschung dem Zweiten, Christophe Jaqueroud (Genf). Beim 70. Kilometer lag er noch eine Minute hinter ihm. 2,5 Kilometer vor dem Ziel, in der letzten Steigung, überholte er ihn. So lief Boschung als Zweiter ein. bi
Murzins vierter Sieg

Der Russe Grigori Murzin, im Vorjahr Zweiter, gewann nach 2000, 2002 und 2003 zum vierten Mal den Swiss Alpine Marathon in Davos, der über 78,5 km führt und in dessen Verlauf es 2320 Höhenmeter berg- oder talwärts zu bewältigen gilt. Bei der 20. Austragung wurde eine Rekordzahl von 5500 Teilnehmenden auf verschiedenen Distanzen registriert. Si

Davos. 20. Swiss-Alpine-Marathon. 78,5 km mit +/-2320 HD. Männer: 1. Grigori Murzin (Russ) 6:00:09 (vierter Sieg nach 2000, 2002 und 2003). 2. Moritz Boschung (Fiesch, Plasselb, Jg. 1967) 6:20:15. 3. Christophe Jaquerod (Genf) 6:21:03. 4. Thomas Miksch (De) 6:29:31. 5. Markus Kellenberger (Vaduz) 6:32:00. 6. Ulrich Gross (It) 6:45:56. – Ferner: 99. Colin Munro (Freiburg, 1964) 8:07:03; 265. Daniel Guidon (Schmitten, 1958) 9:10:35. – 527 kl. Frauen: 1. Jasmin Nunige (Davos) 6:59:42. 2. Raffaela Frey (Au/SG) 7:23:04. 3. Gaby Steigmeier (Brülisau) 7:49:34. – 54 kl.
42 km. Männer: 1. Mohamad Ahansal (-) 3:12:53. – Ferner: 22. Adrian Lehmann (Oberschrot) 4:01:28; 79. Roland Jungo (Flamatt) 4:32:22; 114. Thomas Rindlisbacher (Oberschrot) 4:40:12. – 579 kl. Frauen: 1. Carolina Reize (Zürich) 3:47:03. – 162 kl.

Mehr zum Thema