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Nur mit Humor lässt es sich überleben

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Autor: IRMGARD LEHMANN

Mit dem Steppenwolf, dem berühmten Roman von Hermann Hesse, hat das «Theater in Freiburg» am Freitag seine Theatersaison abgeschlossen und nochmals ein zahlreiches Publikum in die Aula gelockt. Die Neugierde, wie man es schafft, einen so komplexen, höchst philosophischen Roman in ein Bühnenstück umzuwandeln, mag Schulklassen, Lehrpersonen und Theaterfans motiviert haben. Das Stück hat die Besucherschar denn auch in zwei Lager gespalten. Entweder machte sich uneingeschränkte Begeisterung breit oder aber entschiedene Ablehnung.

Geister geschieden und zum Diskutieren geblieben

Nach der Aufführung des Euro-Studio Landgraf (Titisee-Neustadt D) jedenfalls blieb das Publikum ungewohnt lange in der Eingangshalle, und das nicht nur wegen dem Gläschen Wein, das der Vorstand traditionsgemäss seinem Publikum zum Saisonabschluss offerierte.

«Die Schauspieltruppe hat mit minimalen Mitteln eine optimale Wirkung erzielt», kommentierte etwa ein Gymnasiallehrer, der mit seiner Klasse – die Studierenden waren durch die Lektüre des Romans gründlich vorbereitet – die Aufführung besuchte und hell begeistert war. «Das Theaterstück ist besser als der Roman.»

Eine treue Theaterbesucherin widerspiegelte die andere Meinung. «Der Klamauk, die Übertreibungen, die den Sachverhalt an den Rand des Kitschs brachten, gingen mir echt auf die Nerven.»

«Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!»

Der Steppenwolf ist die Geschichte einer tiefen seelischen Erkrankung der Hauptfigur Harry Haller. Der 50-jährige Einzelgängers – grandios interpretiert von Jochen Horst, auch wenn er zeitweise allzu schnell sprach – leidet an einer tiefen Spaltung seiner Persönlichkeit: Seine menschliche, bürgerlich-angepasste Seite und seine steppenwölfische, einsame, sozial- und kulturkritische Seite bekämpfen sich.

Auf einem seiner nächtlichen alkoholisierten Streifzüge beschliesst der 50-Jährige seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch da begegnet ihm die Kurtisane Hermine – hervorragend interpretiert von Jacqueline Zebisch – und lehrt ihn zu leben, zu lachen und zu tanzen.

Fazit: Der Weg der Heilung ist die Versöhnung beider Seiten im Humor, im Lachen – über sich selbst und das Ungenügen in Kultur und Gesellschaft.

67 Mal gespielt

Ähnlichkeiten der Figur Hallers zu Faust von Goethe (Haller zitiert das berühmte Zitat «Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!») sowie zu Hermann Hesse selbst (man beachte z. B. auch die Initialen des Protagonisten) sind offensichtlich.

Unter der Regie von Joachim Lux liess das Ensemble Euro-Studio Landgraf auf der Bühne eine eigentümliche tragisch-komisch-melancholisch-ironische Stimmungsmischung entstehen – überzeugend untermalt mit jazzartigen Musikelementen.

Bis Anfang Juni wird das Ensemble den Steppenwolf 67 Mal aufgeführt haben.

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