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Oberschullehrer und einiges mehr . . .

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Marcel Crottet, Bösingen/Düdingen, tritt nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand

Autor: Von ANTONJUNGO

Schuldirektor Werner Zurkinden dürfte doch einiges Staunen geweckt haben, als er bei der Abschiedsfeier kurz die Schulkarriere von Marcel Crottet umriss. Er war noch nicht ganz 19-jährig, als er im Sommer 1959 das Freiburger Lehrerseminar verliess. Im gleichen Herbst trat er in Bösingen die Stelle als Lehrer an der Oberschule an.

In den damals noch nicht volljährigen Junglehrer setzte man grosse Erwartungen, waren doch innerhalb kurzer Zeit die beiden Bösinger Lehrer verstorben. Ihm wurden nicht nur die rund 40 Schüler der 6. bis 9. Klasse anvertraut. Man erwartete von ihm auch, dass er in der Kirche den Organistendienst übernimmt und den Männerchor leitet. Das verwaiste Zivilstandsamt musste er ebenfalls übernehmen. In einem Dorf Oberschullehrer sein, hiess auch, Fortbildungsschule halten für die schulentlassenen Burschen, die die Rekrutenprüfung ablegen mussten.

Den Schülern Chancen öffnen

Marcel Crottet hat während seiner 41-jährigen Dienstzeit die langsam einsetzende Schulentwicklung aktiv mitgestaltet. Anfänglich hatte er als Oberschullehrer noch die Sechstklässler auf die Sekundarschulprüfung vorzubereiten. Er musste aber auch die Neuntklässler beschäftigen, für die damals noch keine besonderen Lehrmittel existierten. «Ich bin froh, dass es schon damals Schüler gab, die sich selbständig beschäftigen konnten», betonte Marcel Crottet rückblickend.

Als in Deutschfreiburg die Orientierungsschule eingeführt wurde, liess er sich – berufsbegleitend von 1970 bis 1974 – zum Reallehrer ausbilden. Es war Marcel Crottet ein besonderes Anliegen, dass Schüler und Schülerinnen, die die Sekundarschulprüfung nicht schafften, trotzdem ihre Chance für eine Berufslehre erhielten. Er engagierte sich nicht nur im Schulzimmer für die Anliegen der Schule und seines Berufsstandes. So war er Mitglied des pädagogischen Arbeitskreises der Erziehungsdirektion, war im Vorstand des Lehrervereins und für einige Zeit dessen Präsident.
Als Lehrer in Bösingen hat er nicht nur den Bau des neuen Schulhauses zu Beginn der siebziger Jahre begleitet, sondern auch gleich noch dessen Renovation und Erweiterung in den Neunzigerjahren. Er musste auch miterleben, wie die Realklassen in den Dörfern langsam aufgelöst wurden. So absolvierte auch er seine letzten sieben Dienstjahre an der Orientierungsschule in Düdingen.

«Was war ich für ein Totsch»

Werner Zurkinden ist überzeugt, dass es die ausgeglichene Persönlichkeit seines Kollegen ist, die ihm geholfen hat, dieses Arbeitspensum zu bewältigen und offen zu bleiben für die neuen Entwicklungen in der Schule. Marcel Crottet selbst hat dafür noch eine andere Erklärung. «Ich habe immer gern Schule ge-
halten und mochte meine Schülerinnen und Schüler», betonte er. Tröstlich waren für ihn die – wenn auch oft späten – Einsichten seiner Schüler in den Sinn des Unterrichts. Etwa wenn eine Schülerin, die es
im Leben geschafft hat, zu ihm meinte: «Was war ich doch für ein Totsch.»

Marcel Crottet dankte aber auch seinen Kolleginnen und Kollegen und vor allem seiner Familie für das Verständnis, das sie ihm auch in schwierigen Situationen entgegenbrachten.

Gefühl der Leere

«Eigentlich erleben wir jetzt etwas Ähnliches», heisst es im fingierten Aufsatz eines Musterschülers, der zu Marcel Crottets Abschied von der Schule vorgetragen wurde und: «Wir gehen beide in die Leere: ich zum Schreiner und Ihr in die Pension. Und wir beide wissen nicht so genau, was uns die Zukunft bringt; darum das Gefühl der Leere.»

Arbeitslos wird Marcel Crottet auch im Ruhestand allerdings nicht werden. Es bleibt ihm aber vermehrt Zeit zur Pflege seiner Hobbys, die Musik und das Reisen. Er dirigiert zudem den Männerchor Bösingen und ist Vizeorganist. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass in den Sechzigerjahren die Bösinger Mooser-Orgel nicht «entsorgt», sondern fachgerecht restauriert wurde. Die Abschiedsfeier für Marcel Crottet wurde umrahmt von musikalischen und gesanglichen Vorträgen seiner Schülerinnen und Schüler und der Lehrerkollegen. Er liess es sich dabei nicht nehmen, das
Lehrerchörli auch selbst zu diri-
gieren.

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