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Pergamentrollen, ledergebundene Bücher und Betty Bossy

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Pergamentrollen, ledergebundene Bücher und Betty Bossy

Autor: Corinne Aeberhard (Bilder und Text)

Die grosse Bibliothek des Klosters ist im 4. Stock – also unmittelbar unter dem Dach – eingerichtet und derzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Vorhänge sind geschlossen, um die kostbaren Werke vor dem Lichteinfall zu schützen. Die Luft ist trocken, Spinnweben und Staub reizen die Nase. Dabei muss man beim Anblick der meterhohen Buchreihen sowieso den Atem anhalten und kann nur staunen: 35 000 Bücher sind im Kloster gelagert. Die grosse Bibliothek ist in einen alten und einen kleinen neuen Teil gegliedert.

Im Kloster verteilt gibt es verschiedene kleine Handbibliotheken sowie das Archiv mit den alten Pergamentrollen und den handgeschriebenen Büchern. Die Türe zum Archiv ist gut «getarnt». Auf den ersten Blick sieht man eine Wand. Erst bei genauerem Hinschauen entdeckt man, dass es sich um eine Türe handelt. Öffnet man sie, stösst man auf eine schwarze schwere Eisentüre, und schon steht man drinnen im «intellektuellen Herz» des Klosters. «Früher war im Franziskanerkloster zusammen mit dem Klosterarchiv auch das Staatsarchiv untergebracht», erläutert Pater Pascal.

Eine der bedeutendsten Bibliotheken

«Die Bibliothek des Freiburger Klosters nimmt unter den Franziskanerbibliotheken eine besondere Stellung ein», wie in einem Sonderdruck der Freiburger Geschichtsblätter von 2004 festgehalten ist. Sie gehört zu den ganz wenigen Sammlungen, die seit dem Mittelalter in ungebrochener Tradition dem Orden erhalten geblieben sind. Aus dem Gesamtbestand ragen die 90 mittelalterlichen Handschriften und die 143 Wiegedrucke in 136 Bänden hervor. «Als Ganzes ist die Sammlung als eine der bedeutendsten und repräsentativsten Barfüsserbibliotheken überhaupt anzusehen», heisst es in der Publikation weiter.

Ziel wäre es, nach der Sanierung des Klosters die Bibliothek so anzulegen, dass sie auch für interessierte Aussenstehende zugänglich wäre. Unter anderem auch für Forschungszwecke. Dafür müssten die Werke, welche derzeit in einer Zettelkartei erfasst sind, neu gegliedert und in einem elektronischen System katalogisiert werden, was die Anstellung einer Fachperson nötig macht, wie Pater Pascal erklärt. Weiter besteht die Absicht, die Bibliothek immer wieder zu aktualisieren und künftig jährlich ein Budget für Neuanschaffungen vorzusehen.

Drei Bücher im Internet

Einen Schritt zur Öffnung der Bibliothek hat das Kloster bereits getan. Drei Werke sind auf der Internetseite www.e-codices.unifr.ch zugänglich, einem Internetportal der Universität Freiburg, welches antike und mittelalterliche Handschriften der Schweiz erfasst.

Ein weiteres Ziel ist es, Père Grégoire Girard (1765- 1850), ein bedeutender Franziskaner und der Gründer der Volksschule Freiburgs, einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen. Das Kloster will dafür Raum schaffen sowie – in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen der Stadt und des Kantons – ein entsprechendes Nutzungskonzept entwickeln.

In den meterlangen Gestellen der Klosterbibliothek stehen zwar Tausende von antiken ledergebundenen Werken, aber dass sich die Franziskaner auch mit aktuellen Themen beschäftigen, zeigen Buchtitel, die auf zeitgenössische Themen hinweisen. Zuweilen dürften sie sich auch noch ganz anderen Dingen im Leben zuwenden: Dies lassen jedenfalls die fein säuberlich aufgereihten Kochbücher von Betty Bossy erahnen.

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