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Pila-Deponie: Kanton plant Aushub der gesamten oberen Zone

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Laut Bundesamt für Umwelt und Amt für Umwelt des Kantons Freiburg ist ein vollständiger Aushub der gesamten oberen Zone der ehemaligen Deponie La Pila notwendig. Es habe zu viele toxische Substanzen im Boden.

Die Deponie La Pila muss saniert werden, die Notwendigkeit, dies zu tun, ist unbestritten. In dem Boden befinden sich rund 31 Tonnen polychlorierte Biphenyle – kurz PCB. Wie und in welchem Umfang die Sanierung genau vonstattengehen soll, war bis anhin jedoch noch nicht abschliessend bestimmt. In einer Medienmitteilung schreibt die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) nun, dass der Aushub der gesamten oberen Zone der Deponie nicht vermieden werden könne und deshalb die sogenannte Variante V2 die optimale Lösung darstelle. Die RUBD bezieht sich dabei auf Stellungnahmen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) und des Amts für Umwelt (AFU) des Kantons. Die Kosten für diese Variante schätzen die Verantwortlichen auf rund 150 Millionen Franken.

Die Grundlage für den Entscheid, den gesamten oberen Teil der ehemaligen Deponie auszuheben, bilden Bodenerkundungen. Diese fanden zwischen September 2020 und März 2021 statt. Ein Ingenieurbüro hatte den Auftrag, abzuklären, ob ein teilweiser Aushub des oberen Bereichs der Deponie ausreichen könnte. Im Anschluss an diese Untersuchungen schlugen das Konsortium und das beauftragte Ingenieurbüro laut der Medienmitteilung der RUBD die Sanierungsvariante V2 minus vor, bei der ein Teil des Materials aus der oberen Zone an Ort und Stelle bleiben würde.

Zu viele Unsicherheiten

Laut RUBD schätzten das Amt für Umwelt und das Bafu das Material, das in der von Konsortium und Ingenieurbüro vorgeschlagenen Variante liegen bleiben würde, in Bezug auf die PCB-Konzentration und das Freisetzungspotenzial jedoch als kritisch ein. Das Grundwasser in dem
Bereich, der stehen bleiben würde, weise sehr hohe PCB-Konzentrationen und Öl auf. Die
Variante V2 minus enthalte zu viele Unsicherheiten, und es bestehe das Risiko, dass die Sanierungsziele nicht erreicht würden. «In einem solchen Fall müsste die Sanierung des Standorts nach Abschluss der geplanten Arbeiten ausgeweitet werden, was zu erheblichen Mehrkosten führen könnte», schreibt die RUBD. Auch weise die Variante V2 minus im Vergleich zur Variante V2 ein ungünstiges Nutzen-Kosten-Verhältnis auf. Der Betrag für die Variante V2 minus beläuft sich laut Mitteilung auf rund 135 Millionen Franken.

Gerichtsverfahren laufen

Wer welche Kosten für die Sanierung übernimmt, ist noch nicht abschliessend geregelt. Als Verursacher gelten der Kanton Freiburg, die Stadt Freiburg, die Firma CFR Properties und unbekannte Abfallablagerer. Nach gescheiterten Verhandlungen legte die RUBD 2020 fest, dass die Stadt Freiburg als Betreiberin der Deponie 45 Prozent der Kosten tragen soll, CFR Properties als Abfallablagerer 25 Prozent, der Staat Freiburg für seine ungenügende Überwachung der Deponie 10 Prozent, unbekannte Abfallablagerer 5 Prozent sowie Bereitsteller des Grundstücks 5 Prozent und Inhaber des Grundstücks 10 Prozent. Gegen diese Aufteilung wehrten sich sowohl die Stadt Freiburg als auch die Firma CFR Properties: Die Frage der Kostenverteilung ist beim Kantonsgericht hängig. Ein weiteres Verfahren ist in Bezug auf die Finanzgarantie der Firma CFR Properties am Laufen. 

Zusätzliche Sondierungen

Der Syndic der Stadt Freiburg, Thierry Steiert (SP), gibt auf Anfrage bekannt, das er die Mitteilung der RUBD im Gemeinderat nun analysieren werde. Eine Stellungnahme sei verfrüht. 

Jean-François Steiert (SP), Staatsratspräsident und Direktor der RUBD, sagte auf Anfrage, dass sich seine Direktion beim Entscheid für die Variante V2 im Wesentlichen auf die Stellungnahme des Bundes, aber auch auf das Amt für Umwelt des Kantons gestützt habe: «Nach zusätzlichen Bohrungen ist klar, dass mehr toxische Substanzen vorhanden sind, als die ersten Sondierungen aufzeigten.» Auch seien diese zum Teil schwieriger zu extrahieren als ursprünglich gedacht, und es bestehe die Gefahr, dass sich diese weiter ausbreiten. Dabei handle es sich insbesondere um Öl. Jean-François Steiert betont, dass die Kosten der Variante V2 minus mit 135 Millionen Franken gegenüber V2 mit 150 Millionen Franken nur geringfügig tiefer seien, «der Unterschied beträgt nur zehn Prozent». Es mache nicht nur aus Sicht der Umwelt, sondern auch aus finanzieller Sicht Sinn, das gesamte Material im oberen Teil abzutragen, «um höhere Folgekosten zu vermeiden». Jean-François Steiert betonte jedoch, dass sich das Sanierungsprojekt in einer frühen Phase befinde und die Kosten 25 bis 30 Prozent höher oder tiefer ausfallen könnten. 

Zahlen und Fakten

Seit 1986 in der Schweiz verboten

Rund 31 Tonnen polychlorierte Biphenyle – kurz PCB – sind in der Deponie La Pila abgelagert. Diese aromatischen Chlorverbindungen wurden ab den 1930er-Jahren industriell hergestellt. Ihre isolierenden Eigenschaften sind ideal für elektrische Transformatoren, ihre chemische und physikalische Stabilität für Schneideöle und Anstrichstoffe. Seit 1986 sind sie in der Schweiz verboten. Die Eigenschaften einiger PCB entsprechen jenen von Dioxinen. Die Stadt Freiburg hat La Pila von 1952 bis 1973 betrieben; die Deponie liegt auf dem Gebiet von Hauterive. PCB verschmutzen den Boden und fliessen via Grundwasser in die Saane. Unterdessen wird das Wasser gereinigt, bevor es in den Fluss gelangt. njb

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