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Plaffeien mit mehr Kraft und Ausdauer

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Aus epidemiologischer Sicht ist Fussball ein Albtraum. 22 Spieler, die sich vor dem Anpfiff beim Handshake die Hand reichen, sich während des Matchs in Zweikämpfen ans Trikot gehen, auf den Boden spucken und zu guter Letzt verschwitzt und eng beisammen in der Garderobe sitzen. Gewohnheiten, die in Corona-Zeiten nicht gern gesehen sind und gegen die der Freiburger Regionalfussball seit diesem Wochenende ankämpft. Auch der FC  Plaffeien versuchte am Samstag beim Auftakt der 2.-Liga-Meisterschaft gegen Siviriez, den neuen Begebenheiten Rechnung zu tragen. Dort, wo der Verein bisher das Eintrittsgeld kassiert hatte, stand nun ein verwaistes Tischchen. Einzig ein Mäppchen mit Blättern, ein Kugelschreiber und ein kleines Plakat, das die ankommenden Zuschauer zum Hinterlassen ihrer Kontaktdaten aufforderte, lagen bereit. Fleissig trugen die Leute Namen und Telefonnummern ein. Ob allerdings alle ihre Eigenverantwortung wahrgenommen haben, lässt sich schwer nachvollziehen. Kontrolliert hat es niemand. Das bereitgestellte Desinfektionsmittel wurde nach dem Eintragen der Kontaktdaten ebenfalls fleissig auf die Hände aufgetragen. Der Kugelschreiber ging aber regelmässig vergessen, so dass der Stift die meiste Zeit ohne Desinfektion von der einen Hand in die nächste wanderte.

Schwierige Umsetzung

Nach und nach füllte sich die kleine Tribüne unterhalb der Buvette. Rund 280 Personen waren gekommen, um bei bestem Fussballwetter die Auftaktpartie mitzuverfolgen. Ein schöner Zuschaueraufmarsch, der aber auch dafür sorgte, dass die Distanz von 1,5 Metern nicht überall konsequent eingehalten wurde. Auch auf dem Sellen zeigte sich, dass es auf den Plätzen des regionalen Fussballs oft viel schwieriger ist als in den grossen Stadien, alle Vorgaben einzuhalten, die für einen sicheren Ablauf nötig wären. Nicht zuletzt deshalb müssen immer wieder – und in immer kürzeren Abständen – ganze Fussballmannschaften in Quarantäne. So auch der FC  Kerzers, der am Samstag seine geplante Auftaktpartie gegen St. Aubin/Vallon nicht austragen konnte, weil einer seiner Spieler mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen war.

Thomas Müller schockt Plaffeien

In Plaffeien wurde derweil gespielt, und die Zuschauer bekamen eine unterhaltsame Partie zu sehen. Als kurz vor 18 Uhr die Akteure der beiden Mannschaften auf den Platz einliefen, gab es kein Shakehands – nicht mit dem Gegner, nicht mit den Schiedsrichtern. Auf das teaminterne Ritual, bei dem sich die Spieler im Kreis besammeln, die Köpfe zusammenstecken und sich gegenseitig lautstark anfeuern, wollte indes keine Mannschaft verzichten. Dass dabei etliche Tröpfchen und Aerosolwolken, über die sich das Coronavirus verbreitet, in die Luft geschleudert wurden, nahm man beidseitig in Kauf. Teambuilding-Aktionen und die Massnahmen zur Corona-Eindämmung lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen. Bei Siviriez schien das gegenseitige Anfeuern besser gewirkt zu haben. Die Gäste sorgten mit schnellen Vorstössen über die rechte Seite immer wieder für Unruhe in der Sensler Defensive und hatten schon nach drei Minuten ihre erste Torchance. Zudem wurde ihnen wenig später ein klarer Handspenalty vorenthalten. Ihre verdiente Führung fiel in der 23. Minute aber doch noch: Thomas Müller – Nomen est Omen – schloss die schöne Vorarbeit von Leandro Carmona mit einem platzierten Schuss zum 0:1 ab.

Plaffeien kam erst nach dem Rückstand etwas in Schwung. Allerdings war die Passqualität ungenügend, und in Sachen Athletik war man unterlegen, so dass es kaum gelang, den Gegner unter Druck zu setzen. Und doch leuchtete nach 36 Minuten auf der Anzeigetafel ein 1:1. Yves Käser, langjähriger Plaffeier Skorer und regelmässig so etwas wie die Lebensversicherung seines Teams, glich mit einem Drehschuss aus 16  Metern aus. «Es war ein schmeichelhafter Ausgleich, aber ein wichtiger», sagte Plaffeiens Trainer Stefan Sojcic nach dem Spiel. «Es war zentral, dass wir rasch ausgleichen konnten. Denn wenn man gegen Teams, die so defensiv agieren wie Siviriez, in Rückstand gerät, wird es schwierig.»

Drei Lattenschüsse und ein Doppelschlag

In der Pause musste kein Zuschauer auf sein kühles Bier und eine leckere Bratwurst verzichten, obwohl die Buvette geschlossen war. Im Aussenbereich wurden die hungrigen und durstigen Zuschauer fleissig bedient. Nach dem Wiederanpfiff hatte Plaffeien Gegner und Spiel unter Kontrolle. Während bei Siviriez schon bald die Kräfte nachliessen, offenbarten die Einheimischen keine konditionellen Mängel und bestürmten regelmässig das gegnerische Tor. Bloss der Führungstreffer wollte nicht fallen. Zuerst traf Philippe Messerli bei einem Foulpenalty nur die Latte (65.), dann tat es ihm Käser nach einer schönen Einzelleistung gleich (67.), und schliesslich landete auch noch der gefühlvolle Heber von Dean Piller am Querbalken (70.). Bei all diesen Aktionen hatte der eingewechselte Piller seinen Fuss im Spiel. Obwohl erst 17-jährig, sorgte er auf der linken Aussenbahn für sehr viel Schwung und liess seine Gegenspieler ein ums andere Mal alt aussehen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die längst fällige Plaffeier Führung Tatsache werden würde. In der 83. Minute war es dann so weit. Käser setzte sich auf der linken Seite durch, passte scharf vors Tor, wo Damian Brügger vor dem herauslaufenden Goalie am Ball war und das Leder in die Maschen spitzelte. Hatten die Sensler bei ihrem ersten Torerfolg die Emotionen noch unter Kontrolle gehabt, so fielen beim 2:1 auch die letzten Corona-Schranken, und die Spieler lagen sich jubelnd in den Armen.

Erneuten Grund zum Jubeln hatte Plaffeien nur drei Minuten später. Auch dem 3:1 ging ein Energieanfall von Käser voraus, wieder passte er von links scharf vors Tor, nur dass diesmal ein anderer Spieler den Ball ins Netz beförderte. Sébastien Schmutz war der Unglücksrabe, der Käsers Hereingabe etwas unbedarft mit der Hacke ins eigene Tor ablenkte.

Geglückte Premiere

Plaffeien sollte es recht sein. Nach diesem Doppelschlag war das Spiel entschieden, die ersten drei Punkte der Saison 2020/21 waren unter Dach und Fach und der Einstand von Trainer Stefan Sojcic geglückt. «Wir hatten die Kraft für 90 Minuten, während Siviriez schon zur Pause k.-o. war. Dafür haben wir in der Saisonvorbereitung viel investiert, und es freut mich, dass es sich ausbezahlt hat.» Sehr zufrieden zeigte sich der neue Oberländer Coach nach dem Spiel auch mit der Leistung seiner Defensive. «Wir hatten im Sommer in der Verteidigung viele Wechsel, und wegen Verletzungen mussten wir nochmals umstellen. Dennoch standen wir hinten sicher und liessen nur wenige Chancen zu. Es war kein berauschender Sieg, aber einer, auf dem sich aufbauen lässt.»

Telegramm

Plaffeien – Siviriez 3:1 (1:1)

Sellen. – 280 Zuschauer. Tore: 23. Müller 0:1. 36. Käser 1:1. 83. Brügger 2:1. 86. Schmutz (Eigentor) 3:1.

FC Plaffeien: Piller; Cardinaux, Messerli, Sandmeier, Rappo; Fasel, Rotzetter (85. Schafer), Sommer (60. Piller), Zbinden (73. Brügger); Pajaziti (90. Ellena); Käser (91. Vonlanthen).

FC Siviriez: Currat; Déforel, Ribeiro, Perritaz, Bytyqi; Cebe (75. Correia), Schmutz, Dogbe (57. Sbliki), Ramos; Carmona; Müller.

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